Schweizer Bio Labels

Bio ist nicht gleich Bio

5 Kommentare
Informationsseite - 28. Juli, 2010
Der Labeldschungel des biologisch produzierten Obsts oder Gemüse ist weiterhin dicht. Die Zusammenstellung soll Überblick geben und einen Einblick in die Bio- Verordnung des Bundes geben, welche die Grundsätze für Biolabels liefert.

Schweizer Bio Labels - Bio ist nicht gleich Bio

Mit staatlichen Förderprogrammen, hat die Zahl der Biobetriebe in der Schweiz seit 1993 stark zugenommen, die meisten Biobetriebe finden sich heute im Kanton Graubünden, 50% der Betriebe sind auf Biologische Landwirtschaft eingestellt.

Der Labeldschungel des biologisch produzierten Obsts oder Gemüse ist weiterhin dicht. Die Zusammenstellung soll Überblick geben und einen Einblick in die Bio- Verordnung des Bundes geben, welche die Grundsätze für Biolabels liefert.

Seit 01. Januar 1998 gilt die vom Bundesrat verabschiedete Bioverordnung. Damit ist definiert, welche Mindestanforderungen Landwirtschaftsbetriebe erfüllen müssen, um Lebensmittel mit „öko“ oder „bio“ zu auszuzeichnen und Direktzahlungen beziehen zu können.

Die Bioproduktion wird sowohl in staatlichen wie auch privaten Regelwerken geregelt. Die privaten Organisationen als Pioniere haben bereits seit vielen Jahren ihre eigenen Richtlinien. Der Begriff Bio wurde erst 1997 durch die Bioverordnung des Bundes geschützt.

 

Bio Suisse Coop Naturaplan

Bio Suisse

Die BIO SUISSE hat als Dachverband schon 1980 die ersten Richtlinien für die ökologisch/biologische Landwirtschaft gestaltet, welche bis 1997 als Schweizer Standard dienten. Der Dachverband mit dem bekannten Knospe-Logo fasst heute 6600 Landwirtschafts- und gut 1000 Verarbeitungsbetrieben in über 30 kantonalen, regionalen und überregionalen Mitgliederorganisationen zusammen.

Als gemeinsames Publikationsorgan der Betriebe dient die Zeitschrift „bio-aktuell“, welche in drei Sprachen erscheint.

Im Unterschied zur Bio-Verordnung (*) gibt es keine Ausnahme von der Gesamtbetrieblichkeit. Weitere wichtige Punkte, wo die BIO SUISSE über die Bio-Verordnung (*) hinausgeht:

  • Mindestens 10 Prozent der Fruchtfolgefläche muss ganzjährig begrünt sein.
  • Alle Betriebe müssen 7 Prozent der Flächen als Ökoausgleichsflächen ausscheiden
  • Mindestens die Hälfte der Nährstoffe müssen auf der eigenen Fläche ausgebracht werden.
  • Im Obst- und Rebbau muss der Boden ganzjährig begrünt sein.

Auch ausländische Produkte können mit dem Knospe-Label ausgezeichnet sein. Dann entfällt natürlich die Kennzeichnung „SUISSE“. Die Anforderungen an die ausländischen Betriebe sind zwar gleichwertig, aber nicht identisch. Erhältlich sind Knospe-Produkte in der Direktvermarktung (Wochenmärkte, ab Hof) oder beim Grossverteiler wie COOP (Coop Naturaplan) oder im Detaillhandel.

www.bio-suisse.ch
www.coop.ch/naturaplan


Migros BioMigros

Seit 1996 ist der Grossverteiler Migros mit eigenen Richtlinien in die biologische Landwirtschaft eingestiegen. Seit 2006 hat Migros keine eigenen Richtlinien mehr und bezieht alle inländischen Produkte aus Knospe-Betrieben, die den Richtlinien der Bio-Suisse unterliegen. Für ausländische Produkte gelten allerdings nur die EU-Anforderungen. Diese unterscheiden sich wesentlich von den Leitlinien der Bio-Suisse. So darf Kuper unlimitiert eingesetzt werden und auch der Ökologische Ausgleich ist nicht, wie bei Bio-Suisse mit min. 5% extensives Grünland gefordert.

Verarbeitung und Handel unterliegen der staatlichen Bio-Verordnung Schweiz und eigenen Richtlinien. Neben den Migros-Bio Produkten führt der Grossverteiler noch konventionelle Produkte, Produkte aus integrierter Produktion und tiergerechter Haltung (früher bekannt unter Migros-Sano Produktion).

www.engagement.ch


Demeter Label Demeter

Das Qualitätssiegel DEMETER wird seit 1954 vom Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft verliehen und ist damit älter als das Knospe-Logo. Die Richtlinien sind in einigen Punkten strenger und stützten sich nicht nur auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern schöpfen ebenso von der Geisteswissenschaft der Anthroposophie.

Wichtig ist eine nachhaltige Bewirtschaftung mit Erhalt der Artenvielfalt und harmonischen sozialen Beziehungen.

Im Anbau stehen der Humusaufbau und die Gesundheit der Pflanzen im Mittelpunkt. Dies wird erreicht durch die speziellen biologisch-dynamischen Präparate. Die wesensgemässe Haltung und Fütterung der Tiere, die Hofindividualität mit möglichst geschlossenem Hofkreislauf sowie die Beachtung der kosmischen Einflüsse sind wesentliche Punkte dieser Landwirtschaft.

Gentechnologie ist auf allen Stufen verboten. Die Verarbeitung muss so sorgfältig geschehen, dass der hohe Wert der Rohstoffe erhalten bleibt. So ist zum Beispiel die Homogenisierung der Milch nicht erlaubt und Nitritpökelsalz darf nicht verwendet werden.

Die internationalen DEMETER-Richtlinien sind weltweit verbindlich. Erhältlich sind DEMETER-Produkte vorwiegend im Direktverkauf (ab Hof, Wochenmarkt) und Detaillhandel (Reformhaus, Bioladen).

www.demeter.ch


Delinat Label Delinat

Delinat ist ein Gütezeichen für Wein aus kontrolliert biologischer Produktion. In der Schweiz muss der ganze Betrieb biologisch bewirtschaftet werden, in den europäischen Ländern entsprechend der EU-Bioverordnung nur der Rebbau. Das heisst, dass importierter Delinat Wein nicht nach dem Grundsatz der Gesamtbetrieblichkeit produziert werden muss.

Im Anbau sind durchgehende Begrünung der Rebberge sowie organische Düngung Bedingung. Chemisch-synthetische Dünger sowie gentechnisch veränderte Rebsorten und Unterlagen verboten. Im Keller sind für die Kelterung nur natürliche Hilfsstoffe zugelassen.

www.delinat.ch


Hochstamm Suisse Label Hochstamm Suisse

Die Trägerschaft Hochstamm Suisse setzt sich für die Erhaltung der Hochstammobstgärten ein. Wer bei Hochstamm Suisse mitmachen will, muss seinen Betrieb entweder nach IP- oder Bio-Richtlinien bewirtschaften. Alle Produkte stammen aus 100 Prozent Hochstamm-Obstbau (Stammhöhe mindestens 1,60 Meter, Steinobst 1,20 Meter). Alle abgehenden Bäume (Fällung, Sturmschäden etc.) müssen innerhalb eines Jahres ersetzt werden. Unabhängige Kontrollstellen prüfen, ob die Richtlinien eingehalten werden. Die Obstproduzenten erhalten für Hochstammobst einen Preis, der mindestens 20% über den üblichen Richtpreisen liegt.

www.hochstamm-suisse.ch


IP-Suisse LabelIP Suisse

Das Branchenlabel für IP-SUISSE-Labelproduktion von pflanzlichen und tierischen Produkten. Es handelt sich hierbei nicht um Bio. Der Gesamtbetrieb muss die Anforderungen für den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) nach Direktzahlungsverordnung erfüllen.

Dies ist gleichzeitig Grundbedingung, dass ein Betrieb Direktzahlungen erhält. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden ist nur zum Teil eingeschränkt oder verboten. In der Düngung ist Klärschlamm verboten. Für Brotgetreide ist der Einsatz von Wachstumsregulatoren, Fungiziden, Insektiziden und chemisch-synthetischen Stimulatoren der natürlichen Abwehrkräfte verboten (Einhaltung der Extensobedingungen).

Verboten sind ebenso gentechnisch veränderte Produkte. Futtermittel, die gemäss Futtermittelverordnung als GVO deklariert werden müssen, sind auf dem IP-SUISSE Betrieb nicht erlaubt. Aktuell gelten folgende Grenzwerte: Für Mischfutter 2%, für Rohkomponenten 3%.

www.ip-suisse.ch

 


 

(*) Bio-Verordnung
Die Bioverordnung des Bundes schützt explizit die Begriffe «biologisch und ökologisch». Seit Anfang 2001 regelt die Bioverordnung nicht nur den pflanzlichen Bereich, sondern gilt auch für tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier (bisher nur privatrechtliche Reglungen). Die Grundsätze der Bioproduktion in Anbau und Verarbeitung sind:

  • Gesamtbetrieblichkeit
  • Berücksichtigung der natürlichen Kreisläufe und Prozesse
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe
  • Verzicht auf Gentechnologie
  • Verbot auf ionisierende Bestrahlung von Lebensmitteln
  • Auf die Betriebsfläche angepasste und artgerechte Tierhaltung
  • Futtermittel aus biologischer Produktion

EU Bio-Import
In der EU gibt es schon seit Anfang 90er-Jahre die Bioverordnung 2092/91. Die Schweizer Bioverordnung lehnt sich sehr stark daran an. In der EU wurde der Geltungsbereich erst vor einigen Jahren auf die tierische Produktion (Milch, Fleisch, Eier) ausgeweitet. In der Schweiz regelt die Bioverordnung die tierische Produktion seit 2001. International sind die von FAO/WHO ausgearbeiteten Codex-Alimentarius-Richtlinien für Bio-Kennzeichnung von Bedeutung, zumal sie von der WTO in einem Streitfall als Referenz-Standard herangezogen werden.  Bei der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der internationalen Biostandards ist auch der Weltdachverband der Biobewegung, IFOAM sehr stark beteiligt.

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(nicht registriert) DMoore sagt:

Es ist sehr schön in einem Land zu leben wo es noch gute BIO Produkte gibt. Die hiesigen BIO Labels oder BIO Verordnungen haben noch einen echten Wert. Leider ist das meiner Meinung nach beim EU BIO nicht mehr so deutlich Erkennbar. Jeder sollte sich selbst darüber Informieren was BIO wirklich ausmacht. Eine gute Erläuterung habe ich hier gefunden...

Geposted 5. Mai, 2013 am 13:12 Missbrauch Reply

PeterV sagt:

Wurde die Sklaverei abgeschafft, weil einzelne Sklavenhalter ihre Sklaven freiliessen, um ein gutes Vorbild abzugeben? Vielleicht. Auch. Aber siche...

Geposted 27. Februar, 2013 am 16:47 Missbrauch Reply

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(nicht registriert) Gast0819 sagt:

Guten Tag,
ich denke ja das die Klimalüge auch wieder nur Geldmacherei ist.... So wie es leider mit jeder Katastrophe passiert... Es wird v...

Geposted 1. Juli, 2013 am 13:59 Missbrauch Reply

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mspring sagt:

Vielen Dank für die Hinweise, wir arbeiten daran!

Geposted 13. Februar, 2012 am 17:01 Missbrauch Reply

(nicht registriert) Biokundin sagt:

Guten Tag

Die Infos finde ich nützlich. Die Logos sind allerdings veraltet und im Laden nicht mehr findbar. Zudem fangen Sie die Inf...

Geposted 3. November, 2011 am 16:29 Missbrauch Reply

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