Reinigung

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Informationsseite - 24. Februar, 2013
Reinigungsmittel können petrochemische Stoffe, künstliche Aromen und andere für Gesundheit und Umwelt schädliche Substanzen enthalten. Ihre Verwendung trägt unter anderem in entscheidendem Masse zur Verschlechterung der Luftqualität in deiner Wohnung bei. Abgesehen von den giftigen Ausdünstungen führen spezielle Putztechniken nicht selten zu exzessivem Wasser- und Energieverbrauch. Ausserdem fallen oft unnötige aufwendige Verpackungen an.

Gemäss Untersuchungen der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde findet man in der Luft von Innenräumen ein Mehrfaches an chemischen Umweltgiften wie in der freien Luft (darunter auch sogenannte langlebige organische Schadstoffe wie zum Beispiel Chlordan, PCB und Dioxin). Verbreitete Haushaltsreiniger, beispielsweise Desinfektionsmittel, und kosmetische Artikel tragen insbesondere zu dieser Umweltverschmutzung bei. Allerdings sind auch Farben und Lacke für das giftige Raumklima verantwortlich.
Glücklicherweise gibt es einige Alternativen zum «chemischen» Grossputz. Man kann den Haushalt bewältigen und gleichzeitig mit der Umwelt haushalten. Es braucht wenig, um die Menge giftiger Stoffe, die du bislang gebraucht hast, deutlich zu verringern. Widme der Erkundung neuer Produkte ein bisschen Zeit und gewöhne dir neue Techniken an. Du wirst sehen: Das Wohnklima verbessert sich und du sparst Geld, ohne auf dein gewohntes Mass an Sauberkeit verzichten zu müssen.

Was du tun kannst

  • Wasche mit Soda (Natriumkarbonat) und farblosem Essig. Das ist ein äusserst wirksames Rezept.
  • Vermeide Verpackungen. Wähle ökologische Reinigungsmittel, die möglichst als Konzentrate und im Nachfüllbeutel oder in Mehrwegbehältern verkauft werden.
  • Verwende auswaschbare und wiederverwendbare Putzlappen und -tücher statt Einweglappen und Papierküchentücher.
  • Wasche deine leicht verschmutzte Wäsche auf niedrigerer Temperatur als stark verschmutzte. Wähle das Sparprogramm deiner Waschmaschine. Trockne die Wäsche an der frischen Luft und der Sonne.

Haushalt

Bad & Toilette:
Soda (Natriumkarbonat) ist eine vielseitig und unbedenklich einsetzbare Substanz. Sie kann als sanftes Scheuermittel für Badewanne und Waschbecken verwendet werden. Es reicht, ein wenig Pulver auf einen feuchten Schwamm zu geben, damit über die Flächen zu wischen und dann klar nachzuspülen. Außerdem kannst du damit Kleidungsstücke weichspülen oder hartnäckige Flecken beseitigen. Soda gibt es in Drogerien, Bio-Läden und bei einigen Grossisten zu kaufen.
Entkalken:
Farbloser Essig (Essigsäuregehalt fünf Prozent) ist ein sanftes Entkalkungsmittel. Weitere öko­logisch vertretbare Entkalkungstipps hält dein Drogist bereit.
Fenster:
Wie beim Entkalken leistet hier farbloser (Putz-)Essig (Essigsäuregehalt fünf Prozent) gute ­Dienste. Zum Fensterputzen musst du folgendes Mischungs­verhältnis berücksichtigen: ein Teil Essig auf vier Teile Wasser.
Verpackung & Transport:
Im Supermarkt werden immer mehr Produkte im Nachfüllbeutel angeboten. Auch wiederverwertbare Behältnisse und solche aus Recycling-Material sind erhältlich. Wer mehr tun will: Es gibt Ökoläden, die Reinigungs- und Waschmittel lose/offen anbieten.

  • Immer häufiger findet man Flüssigseife aufwendig verpackt in Wegwerfflaschen. Tut es nicht ein gutes altes Stück Seife? Wie bei den meisten Konsumgütern stellt der Transport eine grosse Umweltbelastung dar. Entscheide dich deshalb für Produkte, die in der Schweiz oder im nahen Ausland hergestellt worden sind.

Inhaltsstoffe

Haushaltsreiniger sind — ähnlich wie Färbemittel, Kunstfasern, Düngemittel und Plastik — mehr oder weniger Produkte der petrochemischen Industrie und nicht selten ein gefährlicher chemischer Cocktail. Häufig enthalten sie sowohl Lösungsmittel als auch Tenside, die im Verdacht stehen, Gesundheit und Umwelt zu schaden. Die Lösungsmittel dienen dazu, Staub oder Fette zu lösen und zu binden. Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, was den Wirkungsgrad der Putzmittel bei der Beseitigung von Ölen und Fetten erhöht.
Andere Lösungsmittel enthaltende Produkte können bei der Anwendung zusätzlich sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC) freisetzen. Diese spielen eine verhängnisvolle Rolle bei der Verschlechterung der häuslichen Luftqualität und können der Gesundheit schaden. Aus ihnen bildet sich zudem bodennahes Ozon, das schädlich für die Atmung ist. In der Schweiz sind flüchtige organische Verbindungen einer Sonderbesteuerung unterworfen, die ihren Einsatz vermindern und anregen soll, sie durch andere Substanzen zu ersetzen.
Die VOC stammen aus nicht erneuerbaren Rohstoffquellen und sind eine ernst zu nehmende Belastung für die Umwelt. Das beginnt mit der Förderung der Rohstoffe und setzt sich bei der Herstellung, der Anwendung und der Entsorgung fort.
Leere Behältnisse sollten niemals im Waschbecken ausgespült werden, und keine dieser Verpackungen gehört in den normalen Müll. Folge gewissenhaft den Entsorgungsvorschriften deiner Wohngemeinde oder frage deinen Drogisten.

  • Suche nach Produkten, die vergleichsweise schnell biologisch abbaubar sind und die keine künstlichen Duftstoffe oder andere Giftstoffe enthalten.
  • Verwahre Reinigungsmittel grundsätzlich — selbst dann, wenn sie keine Umweltgifte enthalten — ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Trockenreinigung oder chemische Reinigung

Eine Reihe von Kleidungsstücken, die laut Etikett nur trocken gereinigt werden dürfen, können bei kaltem Wasser in der Handwäsche oder im Wollwaschprogramm deiner Waschmaschine gewaschen werden.
Kohlenwasserstofflösemittel (KWL) sind ökologisch weniger bedenklich als das für die Trockenreinigung meist verwendete Perchlorethylen (PCE); aber auch KWL sind petrochemische Produkte aus nicht erneuerbaren und nicht abbaubaren Rohstoffen. Ausserdem können sie Wasser und Böden belasten.

  • Vermeide Trockenreinigung. Wenn das nicht möglich ist, suche nach einer Reinigung, die kein PCE oder andere giftige Lösungsmittel verwendet was nicht ganz einfach sein wird: Dieses giftige Lösungsmittel wird leider von den meisten Reinigungen benutzt.

 

Warnhinweise 

Wie kannst du schädliche Reinigungsprodukte vermeiden? Kaufe keine Produkte, die mit roten oder orangenen Warn- und Gifthinweisen versehen sind. Im Gegensatz zur missverständlichen Verwendung von Begriffen wie «natürlich» und «nachhaltig» kannst du den Herstellerhinweisen «ätzend», «giftig», «Vorsicht» etc. vertrauen: Solche Hinweise sind eine eindeutige Einladung, das Produkt im Ladenregal stehen zu lassen. 

Teile dein Know-how!

Dies sind nur einige wenige Ratschläge. Es gibt zahllose weitere Hausmittel und intelligente Tipps. Wenn du selbst solche kennst, teile sie mit in den Kommentaren dieses Artikels.

Waschen

Wäschewaschen verbraucht viel Energie und Wasser. Wer den Verbrauch von Wasser und Strom verringern und weniger giftige Substanzen verwenden möchte, sollte Folgendes beachten: Verwende biologisch abbaubare Seifenlauge natürlicher Herkunft, ohne Duftstoffe und möglichst ohne den Zusatz von Farbstoffen und Phosphaten. Vermeide chlorhaltige Bleichmittel und genetisch modifizierte Enzyme, wie sie in Waschmitteln vorkommen. Deine nächste Waschmaschine muss eine energieeffiziente sein. Moderne, umweltfreundliche Maschinen haben Spar- und Schonprogramme. Schonend waschen ist fast immer auch umweltfreundlicher. Wenn deine Kleider lange halten, freut das also auch die Umwelt. Dasselbe gilt fürs Trocknen. Elektrische Wäschetrockner sind Energiefresser und schaden der Kleidung.

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