Strahlendosis

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Informationsseite - 28. März, 2011
Die dem lebenden Organismus durch die Strahlung radioaktiver Stoffe zugeführte Energie wird als „Strahlendosis“ bezeichnet. Beschrieben wird die Strahlenmenge mit der Einheit Sievert. 1 Sievert entsprechen 1000 Millisievert (mSv) oder 1000000 Micosievert (μSv). Zur Beurteilung des gesundheitlichen Risikos der ionisierenden Strahlung muss auch die Strahlungsart, sowie der Typ des bestrahlten Gewebes berücksichtigt werden.

Dosisleistung

Die Gesamtwirkung an Strahlenenergie auf die Umwelt ist die Dosis.  Gemessen auf ein Zeitintervall, wird es als Dosisleistung bezeichnet. Sie wird entweder in kg absorbierte Strahlungsenergie (Energiedosis) oder Anzahl der im kg erzeugten Ionenpaare (Ionendosis) zusammengefasst.

Üblicherweise wird sie in Millisievert pro Stunde angegeben. Die Dosisleistung ist eine wichtige Messgrösse im Strahlenschutz. Aufenthaltszeit und Dosisleistung bestimmen an einem radioaktiv belasteten Ort, wie gross die Dosis ausfällt.

Effektive Dosis

Berücksichtigt die unterschiedliche Empfindlichkeit der Organe und des Gewebes bezüglich der Strahlenwirkung. Als Einheit wird Sievert gewählt.

Die Energiedosis

Eine Maßeinheit für die absorbierte massenspezifische Strahlungsenergie. Sie ist eine rein physikalisch messbare Grösse und wird mit Gray (Gy) resp. Miligray (mGy) beschrieben. 1 Gray entsprechen 1 Sievert (Sv).

Die Äquivalenzdosis

Wird auch als Dosisäquivalent bezeichnet und berücksichtigt nicht nur die Energie- oder Ionendosis an Strahlungsenergie, sondern auch die Ionisierungswirkung speziell auf den Menschen durch einen Bewertungs- / Qualitätsfaktor QF. Sie berechnet sich durch Multiplikation der Energiedosis mit dem Qualitätsfaktor. Wird mit Sievert (Sv) resp. Millisievert (mSv) (veraltet: REM = Roentgen Equivalent Man) beschrieben. Allerdings ist diese nicht allgemeint gültig, da sie von verschiedenen Faktoren abhängig ist, z.B. der Strahlungsart.

Gesetzlich festgelegte Grenzwerte sollen die Belastung durch Strahlen in einem gesundheitlich akzeptablen Rahmen halten. Derzeit beträgt dieser Wert für die Belastung durch Abwasser und Abluft der Atomkraftwerke jeweils 0,3 mSv im Jahr. 

Bei direkter und hoher Strahlenbelastung, werden erste gesundheitliche Auswirkungen bei 0,2 Sv möglich. Ab einem Sievert führt die Strahlenbelastung bei 10 bis 20 Prozent zum Tod. Bei 4 Sievert sind es 50 Prozent und bei sieben Sievert muss vom Tod ausgegangen werden.

Niedrige Strahlendosen über längeren Zeitraum führen zu Krebserkrankungen oder genetischen Schäden.

Hier gilt, je höher die Dosis, so wahrscheinlicher eine Erkrankung. Einen gesetzlich festgelegten unteren Schwellenwert, gibt es hier nicht, da sich die Wirkung der Strahlen bei jedem Menschen individuell verhält und nur von Wahrscheinlichkeiten ausgegangen werden kann.

Für die Wahrscheinlichkeit bei einer Dosis von 1 mSv an Krebs zu erkranken, hat die UNSCEAR (United Nations Scientific Comitee On The Effects of Atomic Radiation) Richtwerte von 26 Prozent bei Frauen und 18 Prozent bei Männern angegeben.

Generell lässt sich aber sagen: Auch wenn es weniger und mehr strahlenempfindlichere Menschen gibt, die Grenzwerte gelten für jeden. Bei hoher Zellteilung, wie einem Fötus ist die Empfindlichkeit gegenüber der Strahlen am höchsten; Kinder sind empfindlicher als Erwachsene und Frauen als Männer. 

Mehr lässt sich über die Wirkung der Strahlungen radioaktiver Stoffe im Interview mit Greenpeace Kernphysiker Heinz Smithal nachlesen. Der kleine Gau Ratgeber zeigt, was das deutsche Strahlengesetzbuch zum Schutz der Bevölkerung empfiehlt.

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