Wohnen

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Informationsseite - 24. Februar, 2013
In unseren Breitengraden mit Schnee und Eis im Winter und Regenwetter im Sommer sind solide gebaute, beheizbare Häuser mit Wohnungen, in denen wir leben können, ein unverzichtbares Grundbedürfnis. Doch wie viel Wohnfläche braucht der Mensch? Fakt ist, dass wir die durchschnittliche Wohnfläche pro Person von 1960 bis heute von 24 auf 48 m2 verdoppelt haben. Damit haben wir auch die Umweltbeanspruchung in Form von Baumaterial-, Landflächen- und Energieverbrauch erhöht.

Wo wir wohnen hat ebenfalls einen grossen Einfluss auf unsere Umweltbeanspruchung. Wenn zwischen unserer Wohnung und dem Arbeitsplatz sowie den Orten, wo wir mit Freunden, Verwandten und Bekannten unser Leben hauptsächlich verbringen, grosse Distanzen liegen, dann verursachen wir viel Verkehr, also auch viel Ressourcen- und Energieverbrauch.
Frage dich hin und wieder: Wohne ich am richtigen Ort?
Gleichviel, ob du Mieterin oder Eigentümerin bist, ob du eine energetisch sehr gute oder bloss mittelmässige Wohnung hast: Du kannst deinen Energieverbrauch auch allein mit deinem konkreten Verhalten im Alltag bis zu einem gewissen Grad vermindern. Dieses Kapitel gibt dir eine Menge Tipps.
Gleichzeitig ist es aber Sache und Aufgabe der Politik, für strenge Energieverbrauchsnormen im Gebäudebereich zu sorgen, die Sanierung des Gebäudebestandes zu beschleunigen und die Raumplanung und Siedlungsgestaltung so zu verbessern, dass die vom Einzelnen nicht unmittelbar beeinflussbare Umweltbeanspruchung auf ein nachhaltiges Mass verringert wird. Wichtig für dich als Bürgerin ist, dass du dich an der Debatte beteiligst und überall im Sinne der Energiewende mitentscheidest, an der Urne und wo immer sich dir die Gelegenheit bietet.

Was du tun kannst

  • Kaufe ein Thermometer. Gewöhne dich an eine niedrigere Raumtemperatur. Pro Grad kannst du sechs bis sieben Prozent Heizenergie einsparen.
  • Wenn du die Wahl hast: Miete deine nächste Wohnung in einem MINERGIE-Haus, oder achte zumindest auf eine gute Energieklasse.
  • Nutze die vielen Möglichkeiten, Heisswasser zu sparen: beim Abwasch, bei der Körperpflege, bei der Reinigung.
  • Gehe sorgfältig mit Wohnfläche um und frage dich: Brauche ich so viel Platz?

Abwaschen

Abwaschmaschinen verfügen häufig bloss über einen Kaltwasseranschluss. Das Wasser muss mit kostbarem Strom auf 55 bis 60 Grad aufgeheizt werden. Etwa 90 Prozent dieses Stroms kannst du sparen, wenn du die Abwaschmaschine mit einem Warmwasseranschluss versiehst. Wenn in deinem Haus das Warmwasser mit einer Wärmepumpe, einem Sonnenkollektor oder einer Holzheizung erwärmt wird, ist das viel umweltfreundlicher und effizienter. Sogar bei Erwärmung mit einer Öl- oder Gasheizung ist die Umweltbelastung noch deutlich geringer als bei Verwendung von Strom im Heizelement der Abwaschmaschine.
Auch beim Handabwasch kannst du den Warmwasserverbrauch minimieren:
Verwende ein Abwaschbecken. Benutze für die Abwaschlauge nur wenig Heisswasser. Entferne damit zuerst den Schmutz vom Geschirr. Spüle danach mit Warmwasser das Geschirr chargenweise über dem Becken klar und wärme so die Abwaschlauge immer wieder auf. Füge bei Bedarf (viel Fett und Öl) von Zeit zu Zeit einige Tropfen Abwaschmittel hinzu.
Ein absolutes No-Go: Handabwasch unter dem laufenden Warmwasser!

Beleuchtung und Geräte

Hier gilt nach wie vor die uralte Regel aus den Anfangszeiten der Elektrifizierung unserer Wohn-, Arbeits- und Lebenswelt. Unsere Grossväter und Urgrossmütter hielten sich eisern dran, weil für sie Strom noch etwas Teures und Wertvolles war: Schalte aus, was du nicht gerade jetzt wirklich brauchst. Mehr zu diesen Themen:

Gebäudeenergieausweis (GEAK)

Für die Energieeffizienz von Gebäuden sind in erster Linie die Kantone zuständig. Eine ihrer Energiesparmassnahmen ist der GEAK, der Gebäudeenergieausweis der Kantone. Seine Hauptaufgabe: mittels einer sorgfältigen Analyse die Schwachstellen finden und eine in sich stimmige Sanierungsstrategie vorschlagen. Daneben schafft er auch Transparenz über die energetische Güte von Gebäuden und dient Mieterinnen und Käufern als objektiver Vergleichsmassstab.
Der GEAK ordnet Wohnhäuser sieben Energieklassen zu. Grundlage dafür sind die Energieverbrauchdaten der letzten drei Jahre und eine Aufnahme des Gebäudes durch eine zertifizierte GEAK-Fachperson.
A erhalten nur Häuser mit hervorragender Wärmedämmung und Dreifachwärmeschutzverglasung, hocheffizienter Wärmeerzeugung, Einsatz von erneuerbarer Energie und besten Geräten.
B erhalten Neubauten, welche den heutigen gesetzlichen Normen genügen; ohne Einsatz erneuerbarer Energie ist diese Klassierung kaum erreichbar.
C schaffen Altbauten, deren Gebäudehülle umfassend saniert wurde und die überdies eine neue optimale Haustechnik erhielten. Häufig wird auch erneuerbare Energie eingesetzt.
D bezeichnet Altbauten, deren Gebäudehülle zwar nachträglich gut wärmegedämmt wurde, ohne aber alle Kältebrücken zu beseitigen. Die Altbausanierung erfolgte zwar weitgehend, weist aber deutliche Lücken auf. Es kommt keine erneuerbare Energie zum Einsatz.
E gibt es für Altbauten mit erheblich verbesserter Wärmedämmung, die jedoch nur teilweise mit neuer Haustechnik versehen wurden.
F wird Altbauten zugewiesen, die bloss teilweise wärmegedämmt und bei denen bloss einzelne neue Haustechnikkomponenten oder eine Solaranlage installiert wurden.
G ist für unsanierte Altbauten mit höchstens lückenhafter und zu schwacher Wärmedämmung, die noch einen grossen Sanierungsbedarf aufweisen.

Energiebezugsfläche

Zur Energiebezugsfläche werden die beheizten Flächen eines Hauses gezählt. Unbeheizte Keller oder Estriche werden nicht eingerechnet. Ein Liter Erdöl hat ­einen Energiegehalt von rund 10 kWh. Hier eine Umrechnungstabelle:

© Greenpeace

 

Heisswasser

Die Warmwasserbereitung ist der zweite grosse Wärmeenergieverbrauch im Wohnbereich. In neuen, gut isolierten Häusern macht das Warmwasser die Hälfte oder mehr der ganzen Wärmeenergie aus, in alten, nicht sanierten Häusern 20 bis 30 Prozent. Es lohnt sich also, mit dem Warmwasser sorgsam und sparsam umzugehen.
Viele alte Wohnungen sind immer noch mit Elektroboilern mit Widerstandsheizelementen ausgerüstet. Das ist die schlechteste Art, Warmwasser zu erzeugen. Etwas weniger schlecht sind Elektroboiler mit einer Wärmepumpe als Heizung.
Ein gutes Warmwassersystem verwendet Sonnenkollektoren und einen genügend grossen Solarspeicher. Übers Jahr betrachtet können so rund 50 Prozent des Warmwasserbedarfs mit der Sonne gedeckt werden. Den Elektroboiler mit Widerstandsheizelement solltest du möglichst bald entsorgen. Bei einem Zwölffamilienhaus kann dank der Demontage der Elektroboiler und dem Einbau ­einer Holzpelletheizanlage mit Solarkollektoren der Stromverbrauch um ein Drittel oder 800 bis 1000 kWh pro Wohnung und Jahr reduziert werden.

Heizen und Lüften

Die Wärmeerzeugung (Heizen und Warmwasser) ist der bedeutendste Energieverbrauch im Wohnbereich. Beim Heizen kommt es auf jedes Grad an. Heizt du deine Wohnung auf 24 Grad, weil du zu Hause auch im Hochwinter im T-Shirt rumlaufen willst, dann verbrauchst du rund 25 Prozent mehr Heizenergie, als wenn du saisongerecht einen Pullover anziehst und dich mit 20 Grad Raumtemperatur auch wohlfühlst. Eine Gewöhnungssache.
Wichtig: Mit jedem Grad mehr Raumtemperatur erhöhst du deinen Heizenergieverbrauch um sechs bis sieben Prozent. Oder umgekehrt sparst du so viel Energie mit jedem Grad weniger Raumtemperatur.
Kritisch für deinen Heizenergieverbrauch ist auch das Lüften. Einfach und bequem hast du es in einem MINERGIE-Haus, denn da gibt es obligatorisch eine Aktivlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Gute Lüftungsgeräte gewinnen 75 bis 90 Prozent der in der verbrauchten Luft enthaltenen Wärmeenergie zurück, indem sie diese im Wärmetauscher auf die kalte Frischluft übertragen, die von aussen angesaugt wird. Diese Aktiv- oder Komfortlüftung erneuert die gesamte Raumluft alle fünf bis sechs Stunden rund um die Uhr. Du brauchst also praktisch nie mehr die Fenster zu öffnen, um die teuer erwärmte Raumluft durch frische und kalte Aussenluft zu ersetzen. Das besorgt die Lüftungsanlage automatisch. Regle sie so, dass du dich wohlfühlst.
Für alle anderen Häuser raten wir: Öffne zwei- bis viermal täglich alle Fenster gleichzeitig für zwei bis fünf Minuten. Dank dieser Stoss- oder Querlüftung kannst du den Heizwärmeverlust möglichst gering halten, weil Mauern und Möbel nicht so schnell auskühlen.
Benutze während der Heizperiode nie die Kippfunktion zum Lüften, die viele Fenster haben, denn so ist der Lüftungseffekt miserabel, der Wärmeverlust aber maximal. Und lasse nie Fenster tagsüber, während du weg bist, gekippt. Damit heizt du nämlich buchstäblich zum Fenster hinaus.

  • Kaufe dir ein Thermometer und kontrolliere ab und zu die Raumtemperatur. Regle mit den Radiatorventilen die Temperatur für jeden Raum. Im Schlafzimmer genügen 16 bis 18 Grad, im Wohnzimmer 20 bis 21 Grad.


Heizkostenabrechnung

Als Mieterin bist du berechtigt, bei der Vermieterin Einsicht in alle Belege zu nehmen, welche sie mit der Betriebs- und Heizkostenabrechnung an dich weiterverrechnet. Prüfe, ob dir nur so viel berechnet wird, wie du auch verursacht hast.
Das ist jedoch schwierig, wenn du in einem Haus eingemietet bist, wo es keine Erfassung des individuellen Verbrauchs von Heizwärme und Warmwasser gibt. Dann werden die Betriebs- und Heizkosten unbesehen des tatsächlichen Verbrauchs nach einem generellen Schlüssel auf die einzelnen Wohnungen umgelegt. Das widerspricht dem Verursacherprinzip und motiviert nicht zum Energiesparen. Diese bedauernswerte Situation ist aber in alten Häusern sehr häufig der Fall, denn die Pflicht zur verbrauchsabhängigen oder individuellen Heizkostenabrechnung besteht nur für Neubauten.

Kühlen und Kochen

Jede technische Erhöhung oder Senkung der Temperatur unserer Lebensmittel braucht physikalisch betrachtet gleicherweise Energie. Deshalb gehören warme Speisereste erst dann in den Kühlschrank, wenn sie auf Raumtemperatur abgekühlt sind. Und umgekehrt: Lege gekühlte Lebensmittel wann immer möglich in den Kühlschrank zurück, bevor sie sich auf Raumtemperatur erwärmt haben. Taue Tiefgekühltes, wenn die Zeit reicht, im Kühlschrank ab.
Benutze zum Kochen wann immer möglich doppelwandige Pfannen. Grundsätzlich gehört der Deckel auf die Pfanne; das verkürzt die Kochzeit. Mit dem Dampfkochtopf geht es vielfach noch schneller und energiesparender.

  • Bringe das Spaghettiwasser zuerst im Wasserkocher zum Kochen, bevor du es in den Topf giesst. Das ist schneller und effizienter als der Kochherd.


Sei dir bewusst darüber, dass jede Herdplatte eine Leistung von 1,2 bis 1,5 Kilowatt und der Backofen eine solche von 3 bis 4 Kilowatt hat. So kannst du den Stromverbrauch durch Kochen und Backen leicht abschätzen: Leistung mal Koch- oder Backzeit ergibt den Verbrauch in Kilowattstunden.
Herdplatten und Backöfen geben nach dem Abschalten noch rund zehn Minuten lang für den Koch- oder Backvorgang genügend Wärme ab. Wenn du deine Kochplatte zehnmal bei mittlerer Hitze frühzeitig ausgeschaltest hast, hast du insgesamt schon eine Kilowattstunde gespart. Beim Backofen sparst du damit sogar drei Kilowattstunden.

Mieten

Als Mieterin hast du nur vor dem Mietvertragsabschluss einen grossen Einfluss auf die Energieeffizienz deiner künftigen Wohnung. Wählst du eine Wohnung, die eine Energieschleuder ist, kannst du danach nichts Entscheidendes mehr ändern. Wenn du die Wahl hast, bevorzuge also Wohnungen, die energetisch top sind. Hier ein paar Orientierungshilfen:

  • Das Haus hat eine Holz- statt Ölheizung oder nutzt mit einer Wärmepumpe die Umgebungswärme.
  • Die Wohnung verfügt über dicht schliessende Fenster mit Isolierverglasung und gut wärmegedämmtes Mauerwerk. Auch das Dach und die Kellerdecke sind gut isoliert.
  • Auf dem Haus ist eine Photovoltaik- und/oder Solarwärmekollektoranlage installiert.
  • Die Wohnung ist mit Geräten der besten Energieklasse ausgerüstet.
  • Das Haus ist mit einem MINERGIE-Label oder einer guten GEAK-Klassierung ausgezeichnet.


Unbestritten ist im Mietrecht eigentlich nur, dass die Vermieterin dafür sorgen muss, dass die Wohnung angemessen beheizbar ist, d. h. dass auch an kalten Wintertagen eine Raumtemperatur von 20 Grad garantiert ist. Wie und mit welchem Energieträger die Heizung erfolgt, wird im Mietrecht nirgends geregelt. Geregelt ist allerdings, dass die Vermieterin bei umfassenden Sanierungen pauschal 50 bis 70 Prozent der Investitionskosten auf die Miete umwälzen darf.
Leider werden solche Gesamtsanierungen oft ohne gutes Energiekonzept durchgeführt. Dies hat zur Folge, dass die Heiz- und Betriebskosten nicht wesentlich sinken. Steht eine Sanierung an, informiere dich bei deiner Vermieterin über ihre Pläne, plädiere für Energiemassnahmen und mobilisiere deine Nachbarn.
Hat die Vermieterin eine umfassende Energiesanierung durchgeführt, so wird die Mieterhöhung zumindest teilweise durch die niedrigeren Betriebs- und Heizkosten kompensiert. Das kann in gewissen Fällen gut und gern 100 Franken pro Monat ausmachen. Investitionen in die Verbesserung der Energietechnik, etwa durch Installation einer Sonnenkollektoranlage, dürfen laut Mietrecht auch auf die Miete umgewälzt werden. Das macht Sinn, haben doch alle ein Interesse daran, durch Nutzung von erneuerbaren Energien den CO2-Ausstoss zu senken.
Wende dich an den Mieterinnen- und Mieterverband in deiner Region und lass dich beraten, wenn dir die Mietzinserhöhung nach einer umfassenden Sanierung nicht plausibel erscheint.

  • Frage bei Mietvertragsverhandlungen oder beim Haus- oder Wohnungskauf immer nach der energetischen Güte des Objekts. Gibt es einen Gebäudeenergieausweis (GEAK)? Oder hat das Gebäude ein Gütesiegel von MINERGIE?
  • Miete eine Wohnung nur dann, wenn das Haus ein MINERGIE-Gütesiegel hat oder wenn der GEAK das Haus nicht tiefer als Güteklasse D einstuft.


MINERGIE

Heute ist es mit tragbaren Investitionskosten technisch möglich, Wohn- und Bürohäuser zu bauen, die dank bester Wärmedämmung und effizientester Haustechnik bloss noch sehr wenig Energie benötigen. Da diese Häuser gleichzeitig Kraftwerke sind, decken sie den Energiebedarf der Benutzer ganz oder sehr weitgehend selbst, indem sie vor Ort erneuerbare Energiequellen nutzen. Die Rede ist von Passivhäusern und Plus-Energie-Häusern.
In der Schweiz ist das MINERGIE-Label wegweisend. Der MINERGIE-Verein entwickelt es laufend weiter. Gab es anfänglich bloss zwei Kategorien, sind es heute diese vier:

© Greenpeace

 

Doch neun von zehn Häusern wurden vor 1990 gebaut, also in der Zeit, bevor der Energie-Artikel in die Bundesverfassung aufgenommen wurde. Da glaubten viele noch, das Erdöl sei unerschöpflich und bleibe auf immer billig. Energieverbrauchsnormen für Gebäude gab es keine. Darum sind diese Häuser veritable Energieschleudern. Sie müssen unbedingt energetisch nachgebessert und saniert werden, und zwar zügig.

Sanieren

Eigenes Einfamilienhaus
Hast du ein eigenes Haus, kannst du alle Massnahmen eigenverantwortlich ergreifen, die ein umweltschonendes Wohnen ermöglichen.
Kaufe ein energetisch miserables Haus nur dann, wenn du es umgehend zu sanieren gedenkst. Ziehe unbedingt eine Energiefachperson hinzu (Architektin, Energieberater). Denn eine Energiesanierung ist eine schwierige Aufgabe, die eine umfassende Analyse und die Entwicklung der für das bestimmte Haus passenden Sanierungsstrategie erfordert.
Eigentumswohnung und Eigentümergemeinschaft
Hast du eine Eigentumswohnung, dann liegen nur Massnahmen, die sich auf deine eigene Wohnung beschränken, allein in deiner Hand. Für Massnahmen im Gemeinschaftsbereich wie etwa die Installation einer umweltschonenderen Heizung oder der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach musst du zuerst die Eigentümergemeinschaft zum Mitmachen überzeugen.
Kaufe eine energetisch miserable Eigentumswohnung nur dann, wenn du die Sicherheit hast, dass die Eigentümergemeinschaft das Haus demnächst konsequent energetisch sanieren wird.
Mietwohnung/-haus
Die Entscheidung, ob und wie umfassend sie ein Haus sanieren will und wie weitgehend es dabei auch energetisch verbessert wird, liegt allein bei der Vermieterin. Als Mieterin kannst du zwar mit Wünschen und Anregungen an deine Vermieterin herantreten. Harte Forderungen kannst du aber nicht stellen.

Waschen & Trocknen

Waschmaschinen verfügen meistens bloss über einen Kaltwasseranschluss. Auch hier wird das Kaltwasser mit kostbarem Strom auf die gewünschte Waschtemperatur aufgeheizt. Leider sind die meisten Waschmaschinen nicht mit einem Mischer und einer Steuerung ausgerüstet, welche Kalt- und Warmwasser auf die richtige Temperatur mischen können. Darum kannst du die Waschmaschine nicht so einfach ans Warmwasser anschliessen. Kaufe aber beim nächsten Ersatz eine Waschmaschine, die das kann, und lass dir vom Sanitärinstallateur einen Warm- und Kaltwasseranschluss legen.

Bis es so weit ist, gelten folgende Ratschläge:

  • Fülle die Waschmaschine immer möglichst gut.
  • Wähle die tiefste für den Waschzweck mögliche Temperatur und das kürzeste geeignete Waschprogramm.
  • Trockne die Wäsche möglichst draussen an der Sonne oder im Trocknungsraum.
  • Benutze den Wäschetrockner (Tumbler) nur, wenn es gar nicht anders geht.
  • Schleudere die Wäsche nach Beendigung des Waschprogramms ein zweites Mal. Die mechanische Entfernung des Wassers erfordert weniger Strom als dessen Verdunstung im Tumbler. Du verkürzt so die Laufzeit des Tumblers.


Wohnfläche

Während in Tokio ein Mensch mit durchschnittlich 9 Quadratmeter Wohnfläche auskommt, beanspruchte ein Mensch in der Schweiz im Jahr 2000 durchschnittlich 44 Quadratmeter Wohnfläche. 1980 waren es noch 34 Quadratmeter pro Kopf. Jedes Jahrzehnt stieg der Wohnflächenanspruch um 5 Quadratmeter (Quelle: Volkszählung). Heute sind es 48 Quadratmeter. Gründe dafür sind, dass es immer mehr Einpersonenhaushalte gibt, die logischerweise pro Person mehr Fläche benötigen als Mehrpersonenhaushalte. Ausserdem steigt der Eigentumswohnungsanteil. In Eigentumswohnungen werden durchschnittlich 50 Quadratmeter pro Person beansprucht, in Mietwohnungen bloss 39 Quadratmeter.

  • Frage dich ab und zu: Ist meine Wohnung zu klein, gerade richtig oder ist sie unnötig gross? Weniger Raum kann auch bedeuten: weniger Besitz, weniger Aufwand — mehr Freiheit für anderes.

© Greenpeace

 

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