Ratgeber

Grüne Elektronik Nr.16

Informationsseite - 26. Oktober, 2010
Der Ratgeber «Grüne Elektronik» bewertet die führenden Hersteller von Mobiltelefonen, PCs, TV-Geräten und Spielkonsolen nach ihrem Umgang mit schädlichen Chemikalien, ihrer Recyclingarbeit sowie hinsichtlich des Umgangs mit Energie.

Der ausführliche Bericht als PDF (Englisch) und die Rankingkriterien als PDF (Englisch).

 

Auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 10 (gut), rangieren die Firmen folgendermassen:

7.5 Nokia – ist weiterhin an erster Stelle und erzielt die meisten Punkte bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien, gefolgt von den Kriterien zum Thema Energie. Nokia hat Optimierungsbedarf bei Elektronikschrott und muss sich stärker für die RoHS 2.0 Richtlinie* engagieren. 
 
6.9 Sony Ericsson - bleibt weiterhin an zweiter Stelle mit gleichem Ergebnis wie beim letzten Ratgeber (Nr.15), erzielt bei den Kriterien zu gefährlichen Chemikalien die besten Ergebnisse mit voller Punktezahl und unterstützt die RoHS 2.0 Richtlinie*. Sony Ericsson hat Verbesserungsbedarf bei Elektronikschrott.
 
5.5 Philips
 – bleibt an dritter Stelle mit gestiegener Punktezahl. Das Unternehmen bietet mehrere neue Produkte ohne Polyvinylchlorid (Fernseher, Rasierapparate, Kaffeemaschinen, Zahnpflegeprodukte) und schneidet bei Energie gut ab. Philips hat bei Elektronikschrott und Recycling noch großen Nachholbedarf.

 

5.5 HP – ist weiter aufgestiegen, weil neue Produkte ohne Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) auf den Markt gebracht wurden. Weiter hat HP die Zusage gemacht, ab Sommer 2011 Produkte ohne Beryllium und Beryllium-Verbindungen zu produzieren. HP ist nach wie vor bei Elektronikschrott am schwächsten.

 

5.3 Samsung – ein höheres Ergebnis, weil mehrere Produkte ohne PVC und BFR auf den Markt gebracht wurden. Ein Punktabzug verbleibt jedoch, weil das Unternehmen seine Ziele zur völligen Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus seinen Produkten zurückgezogen hat.

 

5.1 Motorola – hat das gleiche Ergebnis wie beim letzten Mal erzielt und ist aufgrund besserer Ergebnisse der Mitbewerber abgestiegen. Bei den Kriterien zu gefährlichen Chemikalien und bei Energie schneidet Motorola ganz gut ab, hat aber dringenden Handlungsbedarf bei Elektronikschrott.

 

5.1 Panasonic – erzielt mehr Punkte, vor allem aufgrund des freiwilligen Rücknahmeprogramms von Fernsehern in Indien. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Programm auf andere Länder und andere Produkte ausgedehnt würde.

 

5.1 Sony – steigt um einige Prozentpunkte. Dies vor allem aufgrund neuer Berechnungen von Treibhausgasemissionen im betriebseigenen Report zur Unternehmensverantwortung. Sony muss künftig stärker an der Reduktion gefährlicher Chemikalien arbeiten. 
 
4.9 Apple – erzielt den gleichen Punktestand wie beim letzten Mal, ist aber aufgrund der ökologischen Aktivitäten der Mitbewerber einige Plätze abgestiegen. Der Konzern muss sich bei Elektronikschrott und beim Energieverbrauch stärker engagieren.
 
4.9 Dell – hat sich bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien und bei Elektronikschrott verbessert. Das Unternehmen erhält einen Punktabzug, weil es seine Ziele zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus seinen Produkten Ende 2009 zurückgezogen hat.
 
4.7 Sharp – hat etwas mehr Punkte, ist jedoch in der Reihenfolge nach unten gerutscht, weil sich andere Firmen stärker verbessert haben. Sharp erzielt die meisten Punkte bei Energie und hat bei Elektronikschrott den meisten Aufholbedarf.
 
4.1 Acer – erzielt das gleiche Ergebnis wie zuvor. Acer erzielt die meisten Punkte bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien, hat jedoch bei Energie und bei Elektronikschrott noch viel zu tun. 
 
3.9 Fujitsu – hat eine höhere Gesamtpunktzahl erreicht, vor allem aufgrund von Verbesserungen bei den Energiekriterien. Bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien hat Fujitsu noch Aufholbedarf. Am schwächsten schneidet Fujitsu bei Elektronikschrott ab.

 

3.5 Lenovo – erzielt höhere Punkte als beim letzten Mal, vor allem aufgrund von Fortschritten bei den Kriterien zu Energie. Der Konzern erhält einen Punktabzug, weil das Versprechen zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus den Produkten nicht eingehalten wurde.

 

3.5 LG – erhält weniger Punkte als beim letzten Mal und einen Punktabzug, weil das Unternehmen falsche Behauptungen zum Energieleistungsverhalten seiner Produkte in den USA und Australien kommuniziert hat. LG muss sich vor allem bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien und bei Energie anstrengen.
 
2.3 Toshiba – fällt weiter im Ranking zurück und erhält zwei Abzugspunkte: Ein Abzugspunkt, weil das Unternehmen seinen eigenen Zeitplan zur Reduktion von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) nicht einhält und einen weiteren, weil es seine KundInnen sowie Greenpeace bis zum Verstreichen der Frist darüber im Unklaren ließ und keine neuen Zeitplan vorlegte, diese gefährlichen Chemikalien zu entfernen.
 
1.9 Microsoft – musste ebenfalls ein Punkt abgezogen werden. Microsoft hat seinen eigenen Zeitplan zur Reduktion von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) verschoben und nur vage Ziele betreffend des völligen Ausstiegs festgelegt. Zudem schneidet der Konzern bei Elektronikschrott sehr schlecht ab.
  
1.8 Nintendo – ist weiterhin Schlusslicht mit geringfügig gestiegener Punkteanzahl und ist nach wie vor das einzige Unternehmen, dass im Ranking bei Elektronikschrott Null Punkte erreicht.

 

* Die RoHS ist eine EU-Richtlinie, die gefährliche Substanzen (z. B. Blei, Quecksilber, Cadmium) in Elektronik beschränkt. Zurzeit wird deren Überarbeitung vorbereitet, für die sich einige Firmen stark engagieren. Die Richtlinie könnte zukünftig auch die Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC), chlorierten Flammschutzmitteln (CFRs) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) beschränken.


  

Erläuterungen der Bewertungskriterien
Die Bewertungskriterien richten sich nach den Forderungen der Toxic-Tech-Kampagne von Greenpeace an die Elektronikhersteller. Die Forderungen an die Firmen lauten:

 

  • Ökologisierung  der Produkte durch Eliminierung besonders gefährlicher Substanzen,
  • Rücknahme gebrauchter  Produkte sowie verantwortungsvolles Recycling und
  • Energieeffizienz.

 

Diese beiden ersten Themen hängen zusammen. Die Verwendung schädlicher Chemikalien verhindert, dass elektronische Produkte sicher recycelt werden.  Ursprünglich wurden die Firmen auf einer Skala mit 30 möglichen Punkten gereiht. Hier ist es, der Einfachheit halber, nur eine Skala mit maximal 10 Punkten.

Sämtliche Kriterien für die Punktevergabe sind im vollständigen Ranking (englisch) ersichtlich. Die Letztfassung der Kriterien stammt vom Januar 2010.

 

Die Punktevergabe erfolgt ausschließlich auf der Basis öffentlich zugänglicher Informationen auf der Firmen-Webseite. Wenn sich herausstellt, dass die tatsächliche Vorgehensweise der Firmen von diesen Informationen abweicht, werden zukünftige Versionen dieses Rankings entsprechend angepasst.

 

Das Ranking wird alle 3 Monate überarbeitet. Die aktuelle Version stammt vom 26. Oktober 2010.