Chemiekatastrophen

Katastrophen mit Langzeitfolgen

Informationsseite - 19. August, 2010
Seveso, Bhopal, Schweizerhalle: Allein in den letzten dreissig Jahren ist es zu verschiedenen schweren Chemiekatastrophen gekommen. Betroffene Menschen leiden immer noch.

15.06.2001: Bhopal, Indien

©Greenpeace/Rai, Raghu

Zum Beispiel Bhopal. In der Nacht auf den 3. Dezember 1984 explodierte in der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh eine Chemieanlage. Etwa 8000 Menschen starben unmittelbar nach der Freisetzung eines hochgiftigen Gasgemisches. Nach Schätzungen erlitten 200 000 Verletzungen mit chronischen Schädigungen. Die Menschen in Bhopal leiden noch heute, denn das Gelände der Pestizidfabrik wurde nie gereinigt. Dow Chemical als heutige Besitzerin der ursprünglichen Betreiberin Union Carbide stiehlt sich aus der Verantwortung.

Chemiekatastrophen passieren immer wieder; grössere, kleinere, in der Schweiz und im Ausland. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind höchst gravierend und beeinträchtigen das Leben über Jahre hinweg. Chemiekatastrophen lassen sich nur verhindern, wenn von der Industrie unabhängige Organe Produktion und Gebrauch von gefährlichen Chemikalien wirkungsvoll kontrollieren.

Greenpeace fordert deshalb ein international verbindliches Regelwerk, das die Chemieunternehmen in die Pflicht nimmt: Sie müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und weltweit für Schäden an Mensch und Umwelt haften.

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