Greenpeace Ratgeber «Grüne Elektronik»

Wie grün sind die Technologiekonzerne?

Story - 26. Oktober, 2010
Der neue Greenpeace Ratgeber «Grüne Elektronik» zeigt die immer grösser werdende Kluft zwischen den Elektronikherstellern, die ihre Hausaufgaben erledigen und jenen, die an ihren eigenen Versprechen scheitern.

Hier geht's zum aktuellsten Ratgeber «Grüne Elektronik»

Nun steht die sechzehnte Ausgabe des Ratgebers «Grüne Elektronik» von Greepeace zur Verfügung.

Einige Hersteller haben grosse Fortschritte gemacht und ihre Produkte umweltfreundlicher gestaltet, indem sie schrittweise problematische Chemikalien entfernt, die Energieeffizienz der Geräte verbessert und/oder das Recycling ihrer Geräte für KonsumentInnen erleichtert haben.

Andere Konzerne, wie Lenovo oder Nintendo, hinken jedoch stark hinterher. Vielen ist es nicht einmal gelungen, die eigenen ökologischen Ziele zu erfüllen.

Hier finden Sie die Rangliste der Elektronikhersteller im Detail.

Ein gutes Beispiel

Philips hat mit dem Econova den ersten Fernseher ohne Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) auf den Markt gebracht. Damit hat Philips alle anderen Fernsehproduzenten überholt.

Die Firmen Acer, HCL, Wipro und HP bauen ebenfalls Geräte ohne PVC und BFRs.

PVC ist problematisch, weil bei Herstellung und Verbrennung des Kunststoffs chlorierte Dioxine und Furane entstehen, die dauerhaft in der Umwelt blieben und schon in kleinsten Dosierungen giftig sind.

BFRs sind gefährlich, weil sie nur schwer abbaubar sind und bei Menschen, die dem Gift länger ausgeliefert sind, Schilddrüsen und Fortpflanzungsorgane angreifen.

Nokia und Sony Ericson führen

Die beiden Hersteller führen die aktuelle Rangliste für «Grüne Elektronik» an. Das unter anderem, weil sie Geräte ohne PVC, BFRs, Antimon, Beryllium und Phthalate verkaufen.

Nichts gelernt

Dell, Lenovo, LGE, Samsung und Toshiba haben bis heute keine Produkte ohne die oben genannten Schadstoffe auf den Markt gebracht. Deshalb wurden ihnen bei der Bewertung Punkte abgezogen.

Microsoft und Samsung wurden zudem Punkte abgezogen, weil Sie ihre Verpflichtungen zur ökologischen Verbesserung zurückgezogen haben. Toshiba erhält einen Punkt Abzug, weil das Unternehmen die KonsumentInnen über die ökologischen Firmenziele in die Irre führt.

Apple macht im Vergleich zur letzten Auswertung vom Mai 2010 den grössten Sprung abwärts. Das deshalb, weil sich der Konzern in der Zwischenzeit nicht verbessert und von der Konkurrenz überholt wurde. Das zeigt eindrücklich, wie schnell Innovation in dieser Branche möglich wäre.

Positiv aufgefallen

Panasonic hat als erster Hersteller eine Initiative in Indien gestartet, die das Recycling von Fernsehern fördert. Es ist das erste Programm dieser Art ausserhalb der OECD-länder und das erste überhaupt für Fernseher.

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