Retze's Eindrücke von Rio

Story - 26. Juni, 2012
Der Leiter von JugendSolar - Retze Koen - segelte als Besatzungsmitglied auf der Rainbow Warrior III entlang der südamerikanischen Ostküste mit Ziel Rio de Janeiro an die UN Konferenz für nachhaltige Entwicklung Rio+20. Diese fand vom 20. - 22. Juni 2012 statt.
Hier blogged Retze über das Leben an Bord und auch an Land.

Montag, 4. Juni 2012

 

 

Der letzte Tag! Geschafft!

Jetzt Party an Bord, Morgen aufräumen, Sonntag ablegen und Richtung Santos segeln.
Wir haben raus geholt was drin lag, jetzt muss Bilanz gezogen werden.
Das Medien-Echo war bis zum Schluss überwältigend und das Publikums-Echo traumhaft.
Kollegin Vania in der populärsten Kochsendung, Miss Brasil am Stand, zehntausende von Leuten an Bord der Rainbow Warrior III und in der Solarküche.
Ich bin einfach platt!


Dienstag, 26. Juni 2012 Ao lardo costa de ALAGOAS, 5 DE JULHO DE 2012: Retze kocht Eier mit dem Solarkocher an Bord der Rainbow Warrior III. Foto: (©Greenpeace/RPCI/Rodrigo Paiva)

Die Solarküche – zwei Zelte mit zwei Parabolspiegelkochern. Kochkisten, Photovoltaik Panels wie Handyladegerät, Solarautöli und Solartaschenlampen, ein Kollektormodell, einfache Sachen wie eine Lupe – waren der absolute Renner. Mit den Parabolspiegelkochern backten wir Eier und Pfannkuchen, machten Kaffee und Popcorn. Die Brazileiros lieben Popcorn. Für sie ist alles was mit Solarenergie zu tun  hat total neu, das wurde mir immer wieder bewusst. Und das Potential in Ländern wie Brasilien, India, Südafrika, usw ist enorm!!

Für mich ist die Tour hier zu Ende.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht mit GP Brazil & Solarenergie & „Geracao Solar“.

Die brasilianische Ausgabe des „Energy Revolution Report“ wurde während der Tour lanciert. Dieses Energie[R]evolution-Szenario bietet einen praktisch umsetzbaren Entwurf für eine Energiezukunft, die auf erneuerbaren Energien basiert. Es wurde von Greenpeace zusammen mit dem European Renewable Energy Council (EREC) und zahlreichen Wissenschaftern aus der ganzen Welt entwickelt. Die Energy Revolution wird alle zwei Jahre aktualisiert und regelmässig ergänzt durch regionen- und länderspezifische Reports.
Das Energiekonzept zeigt, wie mit dem gezielten Ausbau der erneuerbaren Energien die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Energiegewinnung bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent gesenkt werden können. Der globale Anteil der Atomenergie beläuft sich nach 2030 auf 1 Prozent und trägt damit zum weltweiten Klimaschutz nicht bei.

Dienstag, 26. Juni 2012 Die jüngsten Solarfans

 

Dank Fotovoltaik könnte bis 2020 eine Milliarde Menschen mit klimafreundlichem Strom versorgt werden. Erneuerbare Energien decken 2050 rund 95 Prozent der weltweiten Stromversorgung und 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Es entstehen im Energiesektor bis 2030 12 Millionen Jobs. Bis 2050 verringert sich der Ölbedarf um 70 Prozent, der Kohlebedarf um 95 Prozent.

 

 

 

 

 


 

Donnerstag 21. Juni, abends

Morgen ist der letzte Tag der Konferenz und der Cupula. Wir sind sehr müde, und ich habe langsam genug davon mit nur wenigen Leuten sprechen zu können. Es gibt leider nur wenige Brasilianer die Englisch sprechen. Und da es heute keine Sonne gab, konnten wir nix zeigen und kochen und mussten alles erklären, und das mussten Kollegin Vânia und die Freiwilligen machen.
Ich nahm aber Teil in einem Podiumsgespräch von (brasilianischen und ausländischen) Solarfachleuten und erzählte über Jugendsolar und warum ich meine, dass so etwas in Brasil auch gemacht werden kann.

Freitag, 22. Juni 2012 Rio de Janeiro, BRA. 20/Jun/2012: Greenpeace members demonstrate during a march at the People's Summit at Rio+20 for Social and Environmental Justice in Rio de Janeiro. Photo: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

 

Gestern fand der Grosse Marsch statt. Mehr als 8'000 Leute, die meisten aus der Cupula, marschierten durch eine der grössten Strassen von Rio. Wir waren etwa hundert Leute: KollegInnen von GP Brasil, Freiwillige, Schiffscrew und Leute von GPI, wie zB. Kumi.
Es regnete, die Stimmung war gut und GP war super organisiert. Auch die Counterdemo der Indios, die in gegengestellter Richtung quer durch unsere Demo lief gab schlussendlich keine logistische Problemen. Bannersprüche waren: Null Abholzung & For a fair and greener world.

 

 

Freitag, 22. Juni 2012 Rio de Janeiro, BRA. 20/Jun/2012: Greenpeace members demonstrate during a march at the People's Summit at Rio+20 for Social and Environmental Justice in Rio de Janeiro. Photo: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

 

 

Wie mittlerweile gewohnt, gab es sehr viel Media. CNN Turkei hat ein gutes Video gemacht und sagte u.a. dass GP die Demo organisiert hat und dass die Cupula und die Demo das meist aufregende an Rio20+ waren. Das muss wohl an dem riesen Lärm liegen, den wir gemacht haben.

 

Die Resultate der Konferenz sind wahrscheinlich Euch allen bekannt: entäuschend und frustrierend aber nicht überraschend. Heute ist auch die internationale Polarkampagne lanciert worden (s. andere Blogs und die Website von GP Brasil) mit Aktionen weltweit.

 

 


 

Montagmittag, 18. Juni 2012

Rio, Cupula dos Povos


Hunderte Demonstranten ziehen vorbei, mit Trommeln, Pfeifen und Fahnen. Es ist nicht die
erste Demo, die wir heute sehen. Indianer, Globalisierungsgegner, Frauenrechtlerinnen, Sozialisten, Landlose, alle demonstrieren, geben Workshops, halten Vorträge, machen Musik oder reden mit der Presse. Sie besuchen andere Stände, versuchen Mitkämpfer für ihr Anliegen zu finden und tauschen sich einfach aus. Die Indios z.B. sind wütend, weil sie sich von der Regierung im Stich gelassen fühlen (u.a. wegem neuen Urwaldgesetz) und versammeln sich jeden Tag. Mit ihren langen Haaren, tatowierten Körpern und Federschmuck machen sie einen exotischen Eindruck und es ist kaum vorstellbar, dass sie im gleichen Land leben wie die BewohnerInnen von Rio und ihre Existenz bedroht ist.
Es ist ein farbiges, lautes Durcheinander. Unglaublich.

Freitag, 15. Juni 2012

Es gibt viele Interessierte Besucher beim Greenpeace-Zelt. © Greenpeace

 

Das Gelände ist riesig. Es erscheinen immer mehr bewaffnete Polizisten und Soldaten, die sich unter die Leute mischen. Auch neben der Rainbow treibt oder fährt immer ein Polizeiboot und Helikopter, abends mit Scheinwerfer das Wasser, die Quai und das Zeltgelände absuchend, werden immer zahlreicher. Bald kommen die Minister und Staatshäupter, und die Behörden versuchen die Kontrolle zu behalten und die Sicherheit zu gewährleisten. Heute waren Mitglieder einer Anti-Terroreinheit im Zelt und schauen sich die Solarsachen an. Gestern erklärten die Freiwilligen einer Schulklasse Marinekadetten, was man mit Solarenergie alles machen kann.

Montag, 18. Juni 2012

Auch die Marinekadetten hören den Erklärungen zur Solarenergienutzung gespannt zu. © Greenpeace

 
Greenpeace hat ein grosses Zelt und mehrere kleine. Die „Cozinha Solar“ zieht alle Aufmerksamheit von der Presse und den Besuchern auf sich. Die Leute kommen zu Dutzenden gleichzeitig, staunen über die leistungsfähigen Parabolspiegelkocher, probieren von unseren Pancakes, Popcorn und gebackenen Eiern, fragen nach Preisen und Herkunft. Die Kocher haben wir aus Spanien importiert und viele schreiben die Website-Adresse von dem Hersteller auf. Gestern waren zwei Geschäftsleute da mit vielen Fragen. Wir haben ihnen Baupläne und Zeichnungen gezeigt und hoffen dass es bald „Solarcookers made in Brazil“ geben wird.
In der Schweiz können wir nur träumen von solchen Besucherzahlen, von diesem Interesse und dieser Begeisterung für die Solarenergie. Hier bräuchte es eine Jugendsolarkampagne ;-).

 


 

Freitag, 15. Juni 2012

Donnerstag, 14. Juni 2012

 
Vorbereitungen, Vorbereitungen! Es sind Zehntausende Leute unterwegs wegen Rio20+.
Wir haben unsere Zelte in der „Cupula dos Povos“ (Peoples Summit) aufgestellt, die Solarküche & Solartrailer sind parat und die Rainbow hat sich auf mehrere Open Boat Days eingestellt. Es fehlt zwar an Freiwilligen, die Fahrten zwischen Schiff, Camp und Hostel – obwohl nur wenige Kilometer von einander entfernt - dauern manchmal mehrere Stunden (ein wahnsinniger Verkehr, und das in einer wachsenden Wirtschaft, der Verkehr wird sich verdreifachen), aber im Grossen und Ganzen sind wir parat für 10 Tage Voll-Einsatz.
Es sind viele Leute von GP International aufgetaucht, und wir haben deswegen unsere Kojen an Bord vorläufig räumen müssen und sind ins GP-Hostel gezogen.
Das Hostel - ein schönes Kolonialstyl-Gebäude in der Altstadt mit vielen Bäumen und Pflanzen -ist laut, heiss und voll mit Koordinatoren, Freiwilligen und Material.

Mitch, unser Solarkoch (von der Cuisine Solaire), der auch oft in den Jugendsolar-Camps kocht, ist auch da. Und Laura, die Praktikantin vom GP-Büro in Bern ist hier fürs Jugendprojekt „Green-Reporter“.



Freitag, 15. Juni 2012 Rio de Janeiro, July 13, 2012. The Greenpeace ship Rainbow Warrior arrived in this wednesday morning at Rio de Janeiro for the United Nation Conference on Sustainable Development Rio+20. (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

Rio de Janeiro, July 13, 2012. The Greenpeace ship Rainbow Warrior arrived in this wednesday morning at Rio de Janeiro for the United Nation Conference on Sustainable Development Rio+20. (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI) © Rodrigo Paiva

 

 
Das Camp befindet sich in einem schönen Park, am Wasser. Brasilien kennt sehr viele NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen), und sie sind alle präsent. Die allgemeine Meinung ist, dass  von der Konferenz wenig erwartet werden kann (ausser beim Schutz der Ozeane) und dass neue Impulse eher aus der Zivilgesellschaft kommen.
Mittlerweile ist die Preperation Conference (zur Vorbereitung von Rio20+) im Gange. Hier werden eigentlich schon die Entscheidungen (oder die Nicht-Entscheidungen!?!?) getroffen.


 

 

 

 


 

Mittwoch, 13. Juni 2012

im Hafen von Rio..

Donnerstag, 14. Juni 2012 Rio de Janeiro, 13 Junho de 2012: O Navio do Greenpeace Rainbow Warrior. Rio + 20. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

Die Rainbow Warrior III ist in Rio eingelaufen.

 

Heute Morgen sind wir in Rio angekommen. Morgens früh in Rio einlaufen ist eine Sache für sich. Ein wunderschöner, natürlicher Hafen, mit berühmten Stränden (Copacabana, Ipanema), Hügeln (Zuckerhut) und eine Skyline voller Hochhäuser. 

Donnerstag, 14. Juni 2012 Rio de Janeiro, 13 Junho de 2012: O Navio do Greenpeace Rainbow Warrior chega ao porto do Rio de Janeiro, na manha desta quarta-feira (13) para a Rio + 20. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

Rio, die Stadt am Zuckerhut

 

Gleich nach dem festmachen wimmelte es von Presseleuten an Deck: TV-Teams, Journalisten und Fotografen. Die erste Pressekonferenz haben wir auch schon hinter uns. Auch viele GP-Leute sind da, Campaigner, PR-Leute und Logistiker. Wie an anderen Orten, ziehen die Solarkocher, die wir auf dem Achterdeck aufgestellt haben, sehr viel Aufmerksamkeit auf sich.

Die Mannschaft und Freiwillige entladen das Schiff. Das meiste unseres Materials geht zum Cupula dos Povos (Peoples Summit), etwa 2 Km von hier. Das Camp ist weit weg vom Ort, wo die Rio20+Konferenz stattfindet. So wollen die Behörden „Störungen“ vermeiden und die Politiker und Diplomaten bleiben schön unter sich. Es werden in der Cupula Zehntausende von Menschen erwartet. Heute und Morgen werden wir unsere Zelte und Stände aufbauen. Am Freitag ist dann die offizielle Eröffnung des Camps.

Das Solarteam – Mitch, Vania, Rafael & ich – bereitet sich vor. Wir werden hauptsächlich im Camp aktiv sein weil auf dem Quai beim Schiff keine Infrastruktur erlaubt wird. Und so werde ich mich wahrscheinlich bald von der Rainbow verabschieden müssen und ins GP-Hostel zügeln.

 

 


 

Montag, 11. Juni 2012

Mittwoch, 13. Juni 2012 Ao longo da costa da Bahia 10 DE JUNHO DE 2012: Parada para nadar no alto mar próximo a costa da Bahia, Bra. Navio do Greenpeace Rainbow Warrior. (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/RPCI)

Wie versprochen wurde ein Schwimmstopp eingelegt!

Guter Wind. Wir segeln wieder mit allem was wir haben. Der Wind ist östlich, Bft. 4 und wir laufen 8 Knoten, mit Unterstützung des Elektromotor (das Grossegel fehlt merkbar). Das Schiff rollt, mehrere Leute sind seekrank. Mittlerweile wird es langsam Zeit, unsere Aktivitäten in Rio vorzubereiten. Vom ursprünglichen Solarteam bin ich noch als einziger an Bord, die Anderen sind ab heute bereits in Rio. Der Fokus unserer Arbeit wird auf den Peoples Summit liegen (“Cupula dos Povos“), das Treffen der Nichtregierungsorganisationen, sprich: Die Zivilgesellschaft.

 

Da die Politiker in den vergangenen 20 Jahren – seit der ersten Konferenz in 1992 – nicht viel mehr gemacht haben als zu reden, werden GP und zahlreiche andere NGO’s versuchen, via den Peoples Summit etwas zu erreichen. Kumi, unser Chef (Greenpeace International), wird auch da sein, es gibt eine grosse Demo, Workshops, Meetings, Kundgebungen, usw. Die Rainbow wird während dieser Zeit als Plattform für verschiedene Kampagnen dienen: Ozean, Amazone/Deforestation, Energy Revolution und Polar.

Die Pläne für Rio ändern von Tag zu Tag, und jeder von uns kennt nur einen Teil davon. Es sind so viele Leute involviert. Ich freue mich aber drauf, wieder aktiv zu sein.

Voraussichtliche Ankunftszeit in Rio: Mittwoch 13. Juni, 09.00 (CH: 14.00)

Mittwoch, 13. Juni 2012 Alto mar - Costa do Espirito Santo, 11 DE JUNHODE 2012: Baleia Jubarte durante trânsitodo navio Rainbow Warrior. Salvado - Rio de Janeiro . Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva/Ag. RPCI)

Zwei Buckelwale kreuzen die Rainbow Warrior

PS. Wir sahen gerade 2 Humpbackwhales (Buckelwale, diese sind etwa 15 M gross), zwar weit weg, dafür aber sprangen sie aus dem Wasser. Fantastisch. Es wurde mir plötzlich bewusst, wie selten Wale geworden sind. Früher, als junger Seemann, sah ich sie regelmässig und machte mir nicht weiter Gedanken über sie. Aber es ist wirklich beeindruckend die Riesen der Ozeane auftauchen zu sehen!

 

 

 

 

 

 


 

 

Sonntagmorgen, 10. Juni 2012

Logbook: 09.00 Uhr

Position: 15° 59.6 S 38° 17.9 W

Kurs: 175°

Geschwindigkeit: 7.8 Kn.

Log (zurückgelegter Weg ab Salvador): 185 Meilen

Wind: SO 2

Wetter: Teils bewölkt, ansonsten schön

See: Ruhig (2)

Die Mannschaft arbeitet in 3 Wachen zu je 4 Stunden, rund um die Uhr. Also von Mitternacht bis 04.00, dann 04.00 bis 08.00, usw. Das ist relativ konfortabel, in der Handelsmarine (auf den Frachtschiffen) sind es nur zwei, zu je 6 Stunden. 

Montag, 11. Juni 2012

Die Brücke der Rainbow Warrior III

Jede Wache zählt zwei Leute, ein Steuermann / eine Steuerfrau und ein Matrose / eine Matrosin. Die englischen Namen sind Mate und Deckhand. Ein Maschinist ist nachts nur auf Standby, läuft dafür Tageswache (d.h. normal 8 Stunden). Insgesamt zählt die Mannschaft hier 14 Leute, zusätzlich 4 Freiwillige aus dem Land, in welchem die Kampagne läuft. Also, hier sind es 4 junge Frauen. Samstag Nachmittag und Sonntag sind frei, aber viel arbeiten trotzdem ein paar Stunden. Gestern Nachmittag haben wir gemeinsam Holzbänke gezimmert. Abends nach der Arbeit sitzt die Mannschaft oft zusammen auf dem Achterdeck für ein Feierabendbier und um den Sonnenentergang zu geniessen. Das Essen an Bord ist hervorragend; der Koch, Walter, ist Inder und kommt ursprünglich aus Goa, wohnt aber in Rio. Seine Kochkünste sind berühmt, ebenso wie die seines Bruders Willie. Der fährt auch für Greenpeace und arbeitet momentan auf der Arctic Sunrise. Es sind Leute aus 10 Ländern an Bord.

Montag, 11. Juni 2012

Bereit um in See zu stechen

Wir haben die Segel noch nicht setzen können (nur die Stagsegel zum stabilisieren und um das Rollen zu reduzieren), weil der Wind schwach ist und genau aus der Richtung kommt, in die wir wollen. Die erste Offizierin Hetty, aus Holland, wird später einen Schwimmstopp einlegen. Und gleichzeitig Schrubber verteilen um den Schiffsrumpf zu putzen. Einen doppelten Hai-Ausguck ist dabei selbstverständlich.

Montag, 11. Juni 2012 Recife (PE), 1 de Julho de 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior atraca no Porto do Recife e se prepara para o Open Boat que acontecerá nos dias 2 e 3 de Julho de 2012. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva)

Der Klimacampaigner von GP Brasil, Pedro, beim Solarauto-Rennen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Samstagnachmittag, 9. Juni

17.00 Uhr 
Wieder auf See, unterwegs nach Rio

Es wird merkbar kühler: Der Winter steht vor der Tür und wir kommen langsam aber sicher immer südlicher. Das heisst auch, das die Dämmerung länger andauert. Brasilien ist riesig: Im Süden ist es jetzt max.10° C, im Norden – Amazonia –  eher 35 – 40° oder wärmer. 

Montag, 11. Juni 2012 Recife (PE), 4 de Julho de 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior deixa o Porto do Recife a caminho de Salvador Bahia. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva)

Die Rainbow Warrior III auf See; Volle Fahrt ist leider nicht möglich, da das Grosssegel in der Reparatur ist.

Die Rainbow wird nach Rio und Santos noch einen Zwischenhalt in Montevideo (Uruguay) machen um das Grosssegel an Bord zu bringen (ist dort einfacher wegen Zollformalitäten), für eine Woche in Buenos Aires anlegen und danach geht’s nach Südafrika auf die Werft. Die Crew weiß, dass sie sich für die Überfahrt durch den Südatlantik (im Winter) buchstäblich warm anziehen muss.

Die Freiwilligen sind von Bord gegangen und jetzt sind neue auf das Schiff gekommen. Wer mit segeln darf, bestimmt das Los. 

Montag, 11. Juni 2012

Skyline von Salvador

 

 

 

 

 

 

 


 

Salvador, Donnerstag 7. Juni 2012

21.00 hrs local time (Zürich 02.00 Uhr)

Gestern Nachmittag 15.30 Uhr waren wir auf der Lots-Station und liefen im strömenden Regen in Salvador de Bahia ein.

Freitag, 8. Juni 2012 Die Rainbow Warrior III Im Hafen von Salvador de Bahia

Recife (PE), 1 de Julho de 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior atraca no Porto do Recife e se prepara para o Open Boat que acontecerá nos dias 2 e 3 de Julho de 2012. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva) © Rodrigo Paiva

Sofort nach dem festmachen fingen wir an, den heutigen Tag des Open Boat vorzubereiten. Alle packten mit an, und das war gut so, denn es gibt immer viel aufzubauen, aufzustellen und aufzuhängen: Zelte, eine Foto-Ausstellung, Info- und Verkaufstände, Transparente, die Solarküche, der Solartrailer, Stellwände, usw. Das grosse Zelt liessen wir auf dem Schiff, es lohnt sich kaum es für einen Tag aufzustellen. Etwa 50 Freiwillige waren vor Ort um zu helfen, meist sehr junge Leute.

Freitag, 8. Juni 2012 Sonnenuntergang auf dem offenen Meer

ALTO MAR DE ALAGOAS, 5 DE JULHO DE 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva) © Rodrigo Paiva

Inzwischen liegt das ganze schon wieder hinter uns. Da wir auf der Quai keine Infrastruktur aufstellen durften, war alles überall verteilt. Wir standen auf einer Strasse mit viel Verkehr und voll im Schatten vom Hafengebäude. Da war nix mit Eier, Pfannkuchen und Popcorn im Solarkocher zubereiten. Tja, wie sagen es die Russen doch so schön: Es kann nicht immer Kaviar sein. Wir haben draus gemacht, was möglich war, und dank der Offenheit und der Neugier der Brasilianer - sie sind wirklich total erstaunt, wenn sie sehen das Solarenergie funktioniert, und das oft nicht mal direkte Sonnenstrahlung nötig ist - hat es sich dann doch gelohnt. 

 

Dienstagabend 5. Juni 2012

20.00 hrs, Wechsel der Wache 

Eintragung im Logbook:

Position 11°34.0 S 36°58.9 W (ca. 40 Meilen vor der Küste)

Kurs: 220°

Wind: OSO 3 – 4

Geschwindigkeit: 7.5 Knoten (ein Knoten ist 1852 M)

Seegang: leicht bis mässig

Wetter: Schön leicht bewolkt, abnehmender Mond, klare Nacht

ETA (Expected Time of Arrival): Wednesday 5 June, 15.30 hrs

Mittwoch, 6. Juni 2012 In den Gewässern vor Brasilien

ALTO MAR DE ALAGOAS, 5 DE JULHO DE 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva) © Rodrigo Paiva

Es ist erstaunlich, wie schnell die ganze Besatzung zu einer ruhigen Bordroutine findet. Das Leben an Bord dreht sich um Schlafen essen, putzen, PR-Arbeit, und natürlich um Wache und Unterhalt. Ich habe dieses Leben immer gemocht und weiss jetzt auch wieder genau, warum.


Mittwoch, 6. Juni 2012 Datenblatt der Rainbow Warrior III

Die Rainbow ist echt ein schönes Schiff. 58 Meter lang ,11.30 breit, mit einem Tiefgang von 5.15m und einer totalen Tonnage von 855 Tonnen (GRT) ist sie ein recht massiges Schiff. Wir laufen unter Jib, Forestaysail, Mainstaysail und Fisherman.

Mittwoch, 6. Juni 2012 Reainbow Warrior III mit Unterstützung der locals:)

ALTO MAR DE ALAGOAS, 5 DE JULHO DE 2012: Golfinhos dão boas vindas ao navio do Greenpeace Rainbow Warrior III, no alto mar de Alagoas. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva) © Rodrigo Paiva

Als plötzlich mehr als 20 Delfine auftauchten, rannten alle zur Reling, auch die alten Hasen die es schon 1'000 Mal gesehen haben. Fantastisch. Heute hatte ich wieder zwei Interviews mit Leuten von Zeitungen und Zeitschriften. Mit Fotoshooting (Eier braten mit dem Solarkocher an Deck ;-)), sehr zeitintensiv. Dieser Solarkocher ist wirklich ein grosser Erfolg.

 

 

 

 

 


Dienstag 5. Juni 2012

170 Meilen süd-südöstlich von Recife, morgens früh

Es ist eine schöne, ruhige Nacht, mit fast Vollmond. Wir können in T-Shirt an Deck stehen und zusehen, wie die fliegenden Fische aufgeschreckt werden und in alle Richtungen davon fliegen. Das Schiff ist leise. Die meisten haben sehr lange geschlafen, einige sind seekrank. Für viele ist es die erste ruhige Nacht in Tagen.

Das Open Boat Weekend war ein riesen Erfolg. Insgesamt besuchten 8'000 Leute das Schiff. Manche warteten bis zu 6 Stunden und mussten mit Stühlen, Wasser und Früchten versorgt werden. Und das alles für einen Besuch von ca. 20 Minuten auf dem Schiff!!

Angefangen hat es am Freitagabend mit einer traditionellen Musik- und Tanz-„Show“, ein Maracatu, typisch für Recife. Wir hatten den ganzen Tag Infrastruktur aufgebaut: Zelte, Solartrailer, Solarküche, Video-Apperatur, Trinkwasserstationen, etc.

Dienstag, 5. Juni 2012 Recife (PE), 1 de Julho de 2012: O navio do Greenpeace Rainbow Warrior atraca no Porto do Recife e se prepara para o Open Boat que acontecerá nos dias 2 e 3 de Julho de 2012. Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva)

Warteschlange vor der RWIII

Am Samstag waren die ersten Leute schon um 08.00 Uhr da. Die letzten gingen um 21.00. Und wir waren komplett geschlaucht. Am Sonntag das Gleiche. Und danach aufräumen, bis Mitternacht.

 

Das Interesse an der Solarküche war sehr gross. Wir backten Eier, Pancakes und Popcorn.

Dienstag, 5. Juni 2012

Retze presentiert den Parabolkocher

Die kleinen Solarsachen, die ich aus der CH mitgenommen hatte, brachten grosses Erstaunen hervor. Die Kollegen vom GP Brasilien sind gleich begeistert.

 

Dienstag, 5. Juni 2012

Die traditionelle Musik- und Tanz-„Show“ wird Maracatu genannt und ist typisch für Recife.

Die Brasilianer sind übrigens ein freudvolles Volk, freundlich, mit einem offenen Lachen, sie berühren ihr Gegenüber gerne, mögen Tanz und laute Musik, sie sind geduldig und rücksichtsvoll. 

 

 

Die Bande von 60 Freiwilligen hat mich schwer beeindruckt. Quirlige Teenager, Studenten, die mit Begeisterung ihre Sachen machten. Es hat mich an Greenpeace aus früheren Tagen erinnert.

 


Montag 4. Juni 2012

Wir segeln der Küste von Pernambuco entlang, und befinden uns ca 20 Meilen südlich von Recife.

12.00 local time (Zürich 17.00)

Der Wind ist schwach, aus südöstlicher Richtung, also segeln wir hoch am Wind. Das Grossegel ist zur Reperatur nach Spanien geschickt worden, ob wir es bald zurückbekommen weis niemand. Die restlichen Segel (auf englisch – die Bordsprache – Jib, Forestaysail, Mainstaysail, Fisherman) sind gesetzt (das meiste elektronisch). Um rechtzeitig für den Open Boat-Tag in Salvador zu sein müssen wir einen Durchschnitt von 7.5 Knoten machen (= ca. 13.5 km pro Stunde). Mit diesem Wind heisst das, dass der Elektromotor nachhelfen muss.

Mittlerweile bin ich 3 Tage an Bord. Nachdem das Schiff mehr als eine Woche Verspätung (wegen dem neuen Urwaldgesetz und nach einer Blokkade-Aktion in San Luiz) hat, versuchen wir jetzt, den Fahrplan für die Solartour einigermassen zurechtzubiegen

Nach anderthalb Woche voll mit Workshops (für Freiwillige und für LehrerInnen), Transparente für Aktionen malen, und Gespräche mit Campaigner und Freiwillige-Koordinatoren, und natürlich auch Ausflügen, Kneipenbesuchen, usw. hat jetzt endlich die Solartour begonnen.

 

Dienstag, 5. Juni 2012 Olinda (PE), 31 de Maio de 2012: Ativistas posam para foto com o Trailler Solar em Olinda (PE). Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva)

Statement für erneuerbare Energien.

 Kurz vor dem Auslaufen der Rainbow Warrior III haben wir mit dem Solartrailer noch an einem Bannerhanging teilgenommen. Es ging in diesem Fall um eine Kampagne gegen neue Minenprojekte (u.a. deepsea-mining).

Dienstag, 5. Juni 2012 Olinda (PE), 31 de Maio de 2012: Ativistas posam para foto com o Trailler Solar em Olinda (PE). Foto: (©Greenpeace/Rodrigo Paiva)

Retze an einer Kampagne gegen neue Mineneprojekte in Brasilien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


27. Mai 2012

Salvador, Bahia
Vergangene Donnerstag hat Greenpeace die Blockade des Frachters Clipper Hope unterbrochen, ein Tag bevor Presidentin Dilma ihr Teilvotum (zu 12 von 32 Paragraphen) bekannt gab. Greenpeace und andere NGO sind enttäuscht, aber wissen dass es besser als nix ist. Um ein Zeichen zu setzen, wurde der Frachter 8 Stunden lang daran gehindert anzulegen.

Nachdem die Rainbow gebunkert hat (= Wasser, Diesel und Essen eingenommen), ist sie heute endlich in See gestochen und wird voraussichtlich am Donnerstag in Recife einlaufen.


Montag, 4. Juni 2012

Retze beim Banner malen.

Die meisten Freiwilligen sind in ihre Städten zurückgekehrt. Wir werden noch einige Workshops machen, u.a. Solarkocher bauen für Lehrer, auf einer Insel in der Nähe.

 

Montag, 4. Juni 2012

Kurs im Bauen von Solarkochern.

Kommenden Dienstag fliegen wir dann nach Recife, wo sich das Solarteam trennt und ich an Bord gehe.

Es ist heiss und feucht hier, es gibt viele schöne Pflanzen und Blumen, viele Vögel (Geier, Papagaien), alte Gebäude und Häuser im Kolonialstil. Salvador hat das Unesco World Heritage-Siegel, aber vieles ist arg verfallen. Die Leute - 80% sind schwarz - sind nett, das Essen sehr gut (Oh Mann, die viele Früchte!!!).



Montag, 4. Juni 2012

Freiwillige der Gruppe Salvador.

Salvador hat eine grosse Gruppe begeisterte Freiwillige. Es fehlt ihnen an Wissen und Erfahrung, aber sie machen das wett mit Einsatz und Lernfreudigkeit. Und mit Humor ;-).

Nicht alle Stadtteile und Strassen sind sicher, aber die Kollegen lassen mich nicht aus den Augen.

 

 

 

 

 


 

25. Mai 2012

Montag, 4. Juni 2012

Ein schöner Vordergrund fürs Schiff, aber das Riff vor der Küste könnte ein Problem sein.

Ich bin jetzt seit 3 Tagen in Brasilien. In Recife, im Nordosten des Landes, haben wir Workshops gemacht.
Mit LehrerInnen wurde das solare Kochen behandelt (mit Kochkisten und Parabolspiegelkocher) und mit den Freiwilligen
haben wir Strukturen und Abläufe von Jugendsolar beleuchtet und geschaut, welche davon entscheidend sind und brauchbar sein könnten für Greenpeace Brasilien.

Heute morgen sind wir in Salvador angekommen. Morgen werden wir auf dem Campus anwesend sein, mit einem Solartrailer, der aus dem Prototyp von Greenpeace Afrika entwickelt wurde.
Die RWIII liegt noch immer in Belem, wegen der Blockade des Frachters Clipper Hope. Es wird erwartet, dass Präsidentin Dilma morgen Stellung nimmt zum neuen Urwaldgesetz.

Planänderungen wie diese sind bei einer kombinierten Kampagne (Urwald und Energie) nicht ungewöhnlich, verlangen aber von den Beteiligten immer ein hohes Mass an Flexibilität. In diesem Fall ist es das Solarteam (Marcio, Vanja, Cristiane, Rafael und ich), dass die Schiffstour-Planung ändern muss.

Die Stimmung unter den Leuten (Festangestellte wie Freiwillige) ist super und erinnert mich an frühere Zeiten bei Greenpeace.
Und alle warten voller Spannung auf unser neues Flagschiff.

Montag, 4. Juni 2012

Bannermalkurs für die Gruppe in Recife.

Bis es so weit ist, machen wir das Beste aus der Situation: Bannermalkursen mit den Gruppen, Foto-Opportunities
für die Rainbow suchen, Erfahrungen austauschen, etc.