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Klima-Karawane

Wo Umwelt und Entwicklung Hand in Hand gehen


Die Klima-Karawane verbindet Wald- und Klimaschutz und unterstützt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Bevölkerung in Westafrika. Die Förderung der Solarenergie spielt dabei eine wichtige Rolle. In Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo konnten schon viele Erfolge verbucht werden.


Aktuelles zur Klima-Karawane findest Du in unserem Blog, auf MobLab oder im Interview mit Christian Gyr, dem Projektkoordinator.

 

Hintergrund

Das Leben in und mit dem Urwald des Kongobeckens

Im Kongobecken steht der letzte grosse Urwald Afrikas. In diesem Gebiet befindet sich ein Viertel des tropischen Regenwaldes weltweit, nach dem Amazonasgebiet der grösste zusammen- hängende Urwald der Erde. Doch dieser Wald schrumpft. Jeden Tag werden riesige Gebiete durch Rodungen und Kahlschlag dem Erdboden gleichgemacht. Neben dem Verlust der Natur leidet vor allem die traditionell lebende Bevölkerung unter diesem zerstörerischen Tun. Die Pygmäen- und Bantugemeinschaften leben im und mit dem Wald. Mit diesem verlieren sie ihre Lebens-grundlage und wandern ab in die Städte, bzw. in die Slums in den Vorstädten.


Gleichzeitig gibt es in den grossen Städten Afrikas eine boomende Wirtschaft, die es mehr und mehr nach Erdöl und Kohle dürstet. Das starke Bevölkerungswachstum treibt die Energienachfrage weiter rasant in die Höhe. Sollten aber alle Menschen hier einmal so viel CO2 ausstossen wie die Schweizerinnen und Schweizer heute, so verfehlen wir alle Klimaziele bei weitem und die Folgen sind unabsehbar. Jetzt ist die Zeit, die Energiewende auch in Afrika einzuleiten.

Die Klima-Karawane gibt eine Antwort auf die drängenden Probleme des schwindenden Regenwaldes und des Klimawandels. Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit verschiedenen Partnerorganisationen in den Bereichen Dorfentwicklung, nachhaltige Energieversorgung und Waldschutz. Ziel dabei ist es, den Bewohnern des Waldes eine Perspektive zu bieten und sie zu befähigen, sich selber aktiv für ihre natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen.

 

Jeder Mensch hat ein Recht auf eine gesunde Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Aus diesem Grund engagiere ich mich für die Klima-Karawane

MBIAKOP NDOM Laure, 24

Entstehung

Entstanden ist die Klima-Karawane als Waldschutzprojekt aus dem Kinderprogramm „Kids for Forest“. Das längerfristige Ziel der Kampagne war ursprünglich der Schutz des einzigartigen tropischen Regenwaldes im Kongobecken. Inzwischen stehen mit der Förderung von erneuerbaren Energien und der Entwicklung der Dorfgemeinschaften zwei weitere Aspekte im Vordergrund.

 

Einsatzgebiet

Die Klima-Karawane ist zurzeit in 15 Dörfern in den bewaldeten Einzugsgebieten der Flüsse Dja und Nyong in den Regionen Est und Centre aktiv. Zudem gibt es zwei Projekte in der Demo- kratischen Republik Kongo. Diese sind in der Hauptstadt Kinshasa und in Oshwe, einer Kleinstadt im Urwald am Lukenie Fluss, angesiedelt.

 

Vorgehen

Mitarbeiterinnen der Klima-Karawane und Dorfbewohnerinnen packen gemeinsam an.

Für die lokale Bevölkerung, die in einem ständigen Kampf ums Überleben steht, sind Klima- und Regenwaldschutz abstrakte Ziele. Für das Gelingen des Projektes ist es deshalb äusserst wichtig, dass konkrete Ergebnisse erreicht werden, die die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung unmittelbar verbessern und so den direkten Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Lebensqualität aufzeigen. Die Klima-Karawane ist in Gegenden aktiv, in denen die medizinische Versorgung schlecht und der Zugang zu Trinkwasser und elektrischer Energie äusserst limitiert sind. Dies erfordert ein strukturiertes und lösungsorientiertes Vorgehen. Die Klima-Karawane wendet deshalb eine psycho-sozio-kulturelle Methodik (engl. PSCM) an, die bereits bei der Gesellschaftsentwicklung in der Amazonasregion erfolgreich angewendet wurde. Ein Beschrieb der PSCM-Methodik ist hier einsehbar. 

 

 

Aktueller Stand

Nach jahrelanger Vorarbeit, die wichtig war, um das Land und die Kultur kennen zu lernen sowie lokale Partner zu suchen, konnte die Klima-Karawane im Jahre 2011 in Kamerun richtig lanciert werden. Die lokalen, von Greenpeace ausgebildeten Solar- und Dorfentwicklungsexperten besuchten während des Jahres 2011 die 15 Pilotdörfer mehrmals und handelten Verträge mit privaten und öffentlichen Vertragspartnern für insgesamt 400 Solaranlagen aus. Ende 2011 wurde das Solarmaterial nach Yaoundé geliefert und in den Monaten Januar bis April 2012 installiert.

Tagsüber aufgeladen, sorgen Solarlaternen für mehr Sicherheit in der Nacht.

Die Klima-Karawane in den 15 Pilotdörfern der Region Dja-Nyong befand sich von Juni 2011 bis September 2013 in der Energiephase. Die praktische Phase konnte mit den letzten Zahlungen der Begünstigten für ihre Solaranlagen Ende September 2013 beendet werden. Bei jenen, die unter dem gemeinsam ausgehandelten Beitrag lagen, muss die Anlage teilweise noch verkleinert oder abmontiert werden. Diese Phase wird engültig Ende Februar bzw. Anfang März 2014 beendet.


Das Projektteam der Klima-Karawane besuchte jedes Dorf monatlich und hat dabei mitgeholfen, die Organisationsstrukturen in den Dörfern zu etablieren, die es ermöglichen, die Anlagen selber zu warten und reparieren. Die monatlichen Ratenzahlungen der Dorfbewohner wurden von den Dorfchefs selber gesammelt und säumige Zahler/innen gemahnt und motiviert, ihrer Pflicht nachzukommen. Im Oktober 2013 wurde in jedem Projektdorf eine Dorfversammlungen abgehalten, in der die Energiephase evaluiert und die Umsetzung der Gesundheitsphase in den Dörfern gestartet wurde.


Seit April 2013 hat der designierte Projektverantwortliche Serge Moassoumbe ein Screening aller in Kamerun bekannten Initiativen und Institutionen durchgeführt, welche lokale Gesundheitszentren oder –ambulatorien betreiben und verschiedene solche Projekte besucht. Das Ziel der Gesundheitsphase ist, die Gesundheitsversorgung in den Projektdörfern und somit auch die Bevölkerung zu stärken. Um dabei sowohl moderne wie auch traditionelle Medizin optimal nutzen zu können, wurden auch die traditionell praktizierenden Heiler in den Zieldörfern in die Planung miteinbezogen.

 

 

Projektleitung und Kontakt

Co-Projektleitung:

  • Dr. Kuno Roth, Direktor Youth Support Center, Greenpeace Schweiz
  • Christian Gyr, Projektkoordinator, Kamerun

Kontaktadresse: Elias Kost, Greenpeace Schweiz, Heinrichstrasse 147, Postfach, CH-8031 Zürich. Bitte schicken Sie uns eine oder rufen Sie uns an +41 44 447 41 04.

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