Cameroon Solar Solutions

Ein soziales Solarunternehmen

Informationsseite - 22. März, 2012
Cameroon Solar Solutions (CSS) – Ein soziales Unternehmen für den Verkauf und die Installation von erneuerbaren Energien in Zentralafrika

 

 

 

Hintergrund

 

Solarlaternen reduzieren den Verbrauch und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Weite Teile des ländlichen Zentralafrikas sind nicht an die elektrische Energieversorgung angeschlossen. Zudem ist in den erschlossenen Gebieten oft mit Stromunterbrechungen zu rechnen. Diese Energie- versorgungsmängel sind ein grosses Hindernis für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der betroffenen Regionen. Die Klimakarawane engagiert sich deshalb seit 2009 erfolgreich für eine nachhaltige, umfassende Entwicklung des ländlichen Kameruns. Mittlerweile hat sich die Klimakarawane in diversen Gebieten etabliert. So konnten im Jahr 2012 in 15 Dörfern 200 Solaranlagen installiert werden. Viele weitere Gemeinden, Institutionen und Privatpersonen haben ihr Interesse an der Solartechnologie signalisiert. Momentan liegen Anfragen für die Installation von über 300 Solaranlagen für Gemeindeverwaltungen, Kleinunternehmen und wohlhabendere Einzelhaushalte vor. Diese Nachfrage kann aber nur durch ein eigenständiges Unternehmen bedient werden, da die Klimakarawane keine einzelnen Personen beliefert, sondern immer mit ganzen Dörfern zusammenarbeitet. Deshalb wurde die Cameroon Solar Solution (CSS) als Spinn-Off der Klimakarawane gegründet.

 

Projektansatz und Strategie

 

Die CSS ist ein soziales Unternehmen, das Solarmaterial nach Kamerun importiert und in ländlichen Gegenden verkauft und installiert. Während die Klimakarawane das Solarmaterial zu subventionierten Preisen auch an die Ärmsten der Bevölkerung verkauft, soll die CSS mit selbsttragenden Preisen die etwas bessergestellten Privatkunden sowie Geschäftskunden und öffentliche Auftraggeber bedienen.

Zusätzlich zu dem Solarmaterial vertreibt die CSS holzeffiziente Kochstellen. Diese Kochstellen wurden im Rahmen der Klimakarawane entwickelt und können nun durch die CSS im städtischen Umfeld gewinnbringend eingesetzt werden. Durch sie kann der Holzbedarf fürs Kochen um ca. 70 - 80 % reduziert werden. Dies verringert einerseits den Druck auf den Regenwald und gleichzeitig werden auch die Arbeitsbedingungen der Marktfrauen verbessert. 

Zudem wird die CSS 30 % des erwirtschafteten Gewinnes wieder in soziale Projekte investieren (verankert in Statuten). So werden zukünftig u. a. die Klimakarawane und andere Dorfentwicklungsprojekte unterstützt. 

 

Ziele des Projektes

Durch den Einzug von Wechselrichtern und Batterien hat ein lokaler Handwerker den Bedarf an Schutzkästen erkannt.

 

Langfristig will die CSS einen entscheidenden Beitrag zu folgenden Zielen leisten:

  1. Reduktion der Armut in den ländlichen Gebieten und damit einhergehend
  2. Reduktion der Landflucht: Die CSS schafft Arbeitsplätze und ermöglicht eine zuverlässige Energieversorgung, die auch weiteren Bevölkerungskreisen wirtschaftlich rentable Tätigkeiten erlauben. Handwerker, Verkäufer und Dienstleister können unter besseren Bedingungen arbeiten, Schulkinder können auch nach Sonnenuntergang noch lesen und lernen und medizinische Notfälle können auch in der Nacht behandelt werden. Zudem wird der soziale Austausch gefördert und damit die Organisations- fähigkeit eines Dorfes gestärkt.
  3. Förderung von erneuerbaren Energien und Verbreitung des dafür notwendigen Know-Hows: Das wirtschaftliche Wachstum muss mit sauberen erneuerbaren Energien angetrieben werden. Wenn alle Menschen so viel CO2 ausstossen würden wie die Industriestaaten, würden alle Klimaziele bei weitem verfehlt. Die heutigen Entwicklungsländer haben jedoch die Möglichkeit, die Epoche des fossilen Energieverbrauchs zu überspringen und direkt auf saubere erneuerbare Energien ohne zerstörerische Nebeneffekte – die bspw. bei Holz oder Agrotreibstoffen auftreten – zu setzen. 
  4. Schutz des Urwaldes durch Befähigung der Bevölkerung: Heute wird der Wald oft von politischen Entscheidungsträgern an internationale Rohstoffkonzerne verkauft und danach abgeholzt. In der Folge fehlt der lokalen Bevölkerung die Lebensgrundlage. Die generelle Verarmung und damit forcierte Desorganisation der Dorfbevölkerung führt zur massiven Abwanderung der jungen Bevölkerung in die Städte. Die Solarenergie bietet den Dorfbewohnern eine wirtschaftliche und soziale Perspektive. Die Menschen im entlegenen Dorf haben eher ein Interesse in ihrem Gebiet zu bleiben, ihre Felder zu bestellen und sich für die Lebensqualität und Entwicklung ihres Dorfes einzusetzen und den Wald in dem sie leben zu schützen. 
  5. Aufbau von weiteren selbstständigen Unternehmen in anderen Entwicklungsländern: Bei einem erfolgreichen Geschäftsgang sollen weitere selbstständige Unternehmen nach dem Beispiel der CSS gegründet werden. Vielversprechende Kontakte bestehen zurzeit zur Demokratischen Republik Kongo, zur Zentralafrikanischen Republik, zu Angola und zum Tschad.

 

Technische Lösung

Ein Mitarbeiter der CSS montiert ein PV-Modul.

Die CSS bietet Photovoltaikanlagen und Geräte für Licht und Strom in verschiedenen Grössen an - von der einfachen, kleinen Solartaschenlampe bis zu relativ grossen Solar-Home-Systemen (300 Watt und mehr). Eingesetzt werden qualitativ hochstehende Produkte mit langer Garantie. Diese sind sehr unterhaltsarm und grenzen sich deutlich von den Billigprodukten, die vermehrt auf dem afrikanischen Markt auftauchen, ab. Zurzeit werden v.a. autonome Photovoltaikanlagen für Private, Gemeindeverwaltungen und Kunden aus dem Kleingewerbe (z.B. Coiffeur, Copyshop, Internetcafés, Dorfläden usw.) installiert. Zu einem späteren Zeitpunkt soll versucht werden, die Anlagen eines Dorfes miteinander zu verknüpfen um so eine konstante und verlässliche Energieversorgung aufzubauen (Smartgrid). Da dies aber technisch sehr viel anspruchsvoller ist, ist das zurzeit zweite Priorität. Mit ersten Versuchen in diese Richtung ist erst in einigen Jahren zu rechnen. Als weiteres Produkt bietet die CSS auch holzeffiziente Öfen an. Hier gibt es zwei Modelle, einen tragbaren metallenen Kochherd, der Platz für einen Topf hat und einen aus Lehm und Stroh hergestellten, fest verankerten Kocher, der mit mehreren Töpfen gleichzeitig benutzt werden kann.

 

Kapitalbedarf

Mein Traum mehr über erneuerbare Energien zu lernen ging in Erfüllung. Wegen ihrer immensen Vorteile, sind sie die Lösung der Energieprobleme in städtischen und ländlichen Gebieten Afrikas.

Crispin Assimbo Bosenge, 37

Dank der langjährigen Vorarbeit der Klimakarawane, dem aufgebauten Know-How, dem qualifizierten Personal, der vorhandenen Infrastruktur und den guten Kontakten ist die CSS bereits operativ und hat bisher 20 Anlagen installiert. Zudem ist man mit 15 institutionellen Kunden, gegen 100 Einzelkunden und mehreren ländlichen Elektrifizierungsprojekten, mit Beteiligung in mehreren 100 Dörfern, in konkreten Verhandlungen. Was zurzeit noch fehlt ist ein Startkapital um eine erste Solarlieferung finanzieren zu können. Der Einkauf, der Transport, die Zollabfertigung und die Anlieferung vor Ort sind sehr aufwändig und zeitintensiv. Dazu sind grössere Vorinvestitionen notwendig. Für ein Businessmodell mit der armen, ländlichen Bevölkerung Westafrikas ist es sehr schwierig, auf dem normalen Markt Geld aufzutreiben. Sollten Sie Interesse haben in die CSS zu investieren und somit zum Durchbruch zu verhelfen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

Kontakt

Co-Projektleitung:

  • Dr. Kuno Roth, Direktor Youth Support Center, Greenpeace Schweiz
  • Christian Gyr, Projektkoordinator, Kamerun

Kontakt: Schicken Sie uns eine  oder rufen Sie uns an +41 44 447 41 04.