Aline Kana

Eine engagierte Soziologin für die Klima-Karawane

Story - 5. Juli, 2012
Gratis, sauber und bis ans Ende der Zeit im Überfluss verfügbar; Solarenergie ist mit Sicherheit die Energie der Zukunft. Aline Kana*, Projektleiterin der Klima-Karawane in Kamerun, hat dies längst begriffen. Indem sie mithilft, die abgelegenen Dörfer in den Regenwäldern des Kongobeckens mit Strom zu versorgen, kämpft sie gegen die Armut und schützt den Urwald in einem.


Aline Kana (unten in der Mitte)

 

Yaounde, 5.July, 2012

Aline, eine junge Kamerunerin, Soziologin und Umweltaktivistin der ersten Stunde, arbeitet als Generalsekretärin für die Grüne Jugend Kameruns (l’associaton jeunesse verte du cameroun). Der Zustand der Umwelt und des Klimas beschäftigte sie schon immer. Da war es nur logisch, dass sie auch am Workshop für Energie Effizienz teilnahm, der von Greenpeace und vom CED** im Jahr 2009 organisiert wurde. Und schon damals, beim ersten Workshop stach sie heraus durch ihren Enthusiasmus und ihrem Willen zu lernen und etwas zu verändern. Als Greenpeace ein Jahr später zurückkam, um weiter mit der Gemeinde zu arbeiten, war sie die erste die kontaktiert wurde. Alines Stimme ist voller Emotionen, wenn sie erzählt, warum sie hier ist. „Als ich zum ersten mal in diesen abgelegen Regionen war, habe ich mich gefragt, wie diese Leute hier leben können. Es gibt kein sauberes Wasser, keine Elektrizität, keine medizinische Versorgung. Tief im Innersten des Regenwaldes des riesigen Kongobeckens herrscht grosse Ungerechtigkeit. Trotz des Reichtums des Bodens und des Waldes leben die Leute unter erbärmlichen Umständen. Vom riesigen Gewinn, den die grossen Firmen mit dem Holzhandel erwirtschaften, sehen die Leute hier gar nichts.“ Das ist wohl auch der Grund, warum die lokale Bevölkerung sogleich begeistert bei der Klima-Karawane mitgemacht hat, als diese in ihr Dorf kam. Erstes Ziel dieses Projektes ist es, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Längerfristig wird mit diesem Projekt auch Klima- und vor allem Waldschutz betrieben und es werden die erneuerbaren Energien gefördert. Die Summer der Ziele, die mit diesem Projekt gleichzeitig erreicht werden können, ist der Grund warum Greenpeace und die kamerunischen Partner sich so stark engagieren.

Aline und ihr Team haben insgesamt 250 Taschenlampen, 350 Laternen, 160 Radios und 34 Heim-Energiesysteme unter die Leute gebracht, alles solarbetrieben versteht sich. „Heute ist es möglich Medikament und Impfungen in den Gesundheitszentren kühl aufzubewahren. Kinder können am Abend lesen und lernen, und die Eltern können auch nach Einbruch der Dunkelheit arbeiten. Wenn ich diese Leute lächeln sehe, so ist das der wahre Lohn für meine Arbeit,“ erklärt Aline. Das ist der Grund warum es ihr grösster Wunsch ist, dass diese Initiative in die Welt hinaus getragen wird.

Mit der Solarenergie wird die Landflucht der jungen Leute vermindert. Auch Lehrern und Krankenschwestern gibt es eine Motivation in diesen Gegenden zu bleiben. Jetzt wo Energie vorhanden ist, wird auch das Problem der Wasserversorgung wieder angegangen. „Zu sehen wie die Leute aus dem Schatten treten und ihr Leben wieder selber an die Hand nehmen, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.“

Und Aline selber? Sie ist heute eine Solartechnikerin, die ihr Wissen vielfach im Feld erprobt hat. Die Klima-Karawane erlaubt es ihr, ihre Leidenschaft für Soziologie und Entwicklung des ländlichen Raumes zu auszuleben und selber etwas mitzugestalten. Ihrem Wunsch einer Zukunft, in der alle Leute Zugang zu Wasser, Schulbildung und Energie haben ist sie schon ein gutes Stück näher gekommen.

 * Aline KANA FOMEKONG, ist 31 jährig, Kamerunerin und studierte Soziologin. Die Schönheit der Natur, und der Landschaften geben ihr die Motivation, sich immer wieder für deren Erhalt einzusetzen.

 ** CED, Centre pour l’environnement et le développement – Kamerunische NGO und Partnerin der Klima-Karawan