Diese Seite wurde archiviert: Die Inhalte sind nicht mehr aktuell.

Atomkraft verhindert Klimaschutz

Informationsseite - 3. Dezember, 2010
Der weltweite Klimawandel ist die grösste Bedrohung für die Zukunft der Erde. Sehr geschickt versucht die Atomindustrie das Bild zu vermitteln, Klimaschutz sei nur mit Atomkraft möglich. Das Gegenteil ist wahr: Atomkraft verhindert echten Klimaschutz.

Die Schweiz ist vom Klimawandel besonders stark betroffen und muss dringend handeln und griffige Massnahmen zum Klimaschutz ergreifen. Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas müssen ersetzt werden. Diesen Umstand nutzt die Atomindustrie geschickt, um mit dem Label «Klimaschutz dank tiefem CO2-Ausstoss» neue Atomkraftwerke zu rechtfertigen. Doch diese Rechnung geht nicht auf.

Uranmine in Krasnokamensk, Russland: Der Abbau von Uran wird künftig mehr Energie brauchen und damit mehr klimaschädliches CO2 produzieren.

© Greenpeace / Victoria Ivleva

 

Neue AKW in der Schweiz würden Geld verschlingen, das für klimafreundliche Energie aus Erneuerbaren gebraucht wird.

© Della Bella / Keystone

Atomkraft hat nicht genug Potenzial

Rund 440 AKW tragen heute noch etwa 2 Prozent zum weltweiten Endenergiebedarf bei, Tendenz seit Jahren sinkend. Um mit Atomenergie genügend fossile Energieträger wie Gas und Kohle zu ersetzen und so den CO2-Ausstoss signifikant zu senken, bräuchte es also einen massiven Ausbau der globalen AKW-Flotte. Doch dazu sind auf keiner Ebene die Ressourcen vorhanden, wie diverse Studien zeigen. Insbesondere fehlt es an Knowhow, Fachkräften, Lieferanten und Finanzen. Atomkraft kann also schon rein mengenmässig keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Atomkraft ist zu langsam

Doch selbst wenn mit neuen AKW das Klima geschützt werden könnte, käme diese Lösung viel zu spät. In der Schweiz wird vor 2030 kein neues AKW Strom liefern. Weltweit würde ein massiver Ausbau der Atomenergie Jahrzehnte dauern. Griffige Klimaschutzmassnahmen braucht es aber sofort. (LINK Klima)

Atomkraft ist zu teuer

Atomstrom verhindert Klimaschutz, da bei Investitionen von mindestens 20 Milliarden CHF für zwei neue AKW nicht genügend Mittel übrig bleiben für die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Nur diese Investitionsstrategie würde aber den Klimaschutz in der Schweiz deutlich voranbringen, wie Studien des Bundesamtes für Energie klar belegen.

Der Atomkraft geht der Treibstoff aus

Die heute bekannten Uranreserven reichen noch für rund 50 bis 70 Jahre; bisher bloss vermutete Abbau-Reserven könnten diesen Zeitraum etwas verlängern. Doch Tatsache bleibt: Uran ist genauso endlich wie Erdöl oder Gas und damit für deren Ersatz völlig ungeeignet. Erneuerbare Energien wie Sonne, Wind oder Erdwärme hingegen, stehen endlos und grundsätzlich kostenlos zur Verfügung.

Atomkraft ist nicht CO2-neutral

Heute sind unter optimalsten (und damit selten zutreffenden) Bedingungen zwar relativ tiefe Co2-Werte pro Kilowattstunde Atomstrom erreichbar. Da die gut abbaubaren und hochwertigen Uranvorräte aber langsam zur Neige gehen, muss immer energieintensiver nach Uran gesucht werden. Und damit steigt auch der CO2-Gehalt von Atomstrom massiv an.