Der Klimawandel - die grösste Bedrohung für die Zukunft der Menschheit

Informationsseite - 13. Dezember, 2010
Die masslose Verbrennung von Öl, Gas und Kohle heizt die Erdatmosphäre immer stärker auf. Seit vorindustrieller Zeit ist die globale Durchschnittstemperatur um rund 0,8 Grad Celsius angestiegen. Die Folgen dieser Erwärmung sind bereits rund um den Globus spürbar, in einigen Weltregionen in katastrophalem Ausmass.

 

Der Klimawandel hat für die Menschen auf den Sundarbans-Inseln am Ganges-Delta fatale Folgen.

© Greenpeace / Peter Caton

Hauptverantwortlich für die Erderwärmung ist die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen sowie die weltweite Abholzung.

Bei der Verbrennung von Erdöl, Kohle oder Gas wird Kohlendioxid(CO2) freigesetzt. Dieses Gas ist heute in einer rund 40 Prozent höheren Konzentration in der Erdatmosphäre vorhanden als in vorindustrieller Zeit. Als wichtigstes Treibhausgas reduziert es die Wärme-Abstrahlung von der Erde in den Weltraum und verursacht so den Treibhauseffekt,der die Temperaturen in die Höhe treibt.

Gemäss Weltklimarat IPCC haben die vom Menschen durch seinen unbändigen Energiekonsum verursachten Treibhausgasemissionen zwischen 1970 und 2004 um 70 Prozent zugenommen und steigen auch seither stetig an.

Folgen des Klimawandels weltweit

In verschiedenen Regionen der Welt sind die Folgen des Klimawandels bereits heute brutale Realität und die nahe Zukunft wird die Situation weiter verschärfen. Den Entwicklungen am hilflosesten ausgesetzt sind die armen Länder. So sind etwa die Küsten am Indischen Ozean (Ganges-Delta) gegen den steigenden Meeresspiegel nicht mehr zu verteidigen – der Bevölkerung von Bangladesch als dichtestbevölkertem Land der Welt droht die Katastrophe. Die Bewohner der zu Papua-Neuguinea gehörenden Carteret-Inseln verlassen ihre untergehende Heimat bereits und auch die Regierungen von Pazifikinseln suchen neues Land für ihre Bevölkerung. Dürreperioden und die damit einhergehende Versalzung der Böden sowie Wasserknappheit bringt die Bauern in Äthiopien und Südafrika um ihre Ernte. Für die afrikanischen Küstengebiete wird damit gerechnet, dass die Zahl der Menschen, die von Überschwemmungen betroffen sein werden, von 1 Million im Jahr 1990 auf 70 Millionen im Jahr 2080 ansteigen wird.

Folgen des Klimawandels am Triftgletscher. Die Bilder wurden 1948, 2002 und 2006 (v.l.n.r.) aufgenommen.

© Sammlung Gesellschaft für ökologische Forschung

Folgen des Klimawandels in der Schweiz

Im Alpenraum werden die Temperaturen im Vergleich zum globalen Trend rund doppelt so stark ansteigen: Bis 2100 dürften die Sommertemperaturen in der Schweiz zwischen 3,5 und 7 Grad Celsius höher sein als heute - ein Durchschnittssommer würde damit in etwa dem Hitzesommer 2003 entsprechen. Mehr als die Hälfte des heute noch vorhandenen Gletschervolumens wird mit höchster Wahrscheinlichkeit bereits 2050 geschmolzen sein. Mit dem Wegfall dieser zentralen Wasserspeicher wird es in trockenen Sommern zu Wasserknappheit kommen, was die Landwirtschaft, die Schifffahrt und die Energieproduktion beeinträchtigen wird. Wärmere und damit feuchtere Winter erhöhen die Hochwassergefahr. Schliesslich leidet das touristische Kapital der Schweiz, wenn im Winter unter 1500 Metern kein Schnee mehr für Skitouristen liegt, im Sommer das Hochgebirge wegen Murgängen und Felsstürzen für Wanderer unattraktiv wird.

Temperaturanstieg muss unter 2 Grad bleiben

An eine durchschnittliche Erderwärmung von maximal 2 Grad Celsius und deren Auswirkungen könnten sich der Mensch und die meisten Ökosysteme laut Wissenschaft gerade noch anpassen. Um diese 2 Grad zu unterschreiten, müssen laut Weltklimarat die globalen CO2-Emissionen bis 2050 um 50 bis 85 Prozent gegenüber 1990 reduziert sein. Die Industrieländer, die mit ihrem exzessiven Energiekonsum hauptverantwortlich sind für die Klimaerwärmung müssen ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 vermindern, bis zum Jahr 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent. Bis 2050 muss der jährliche CO2-Ausstoss auf 1 Tonne pro Kopf reduziert sein.

Für flache Inseln in den Ozeanen (Tuvalu, Malediven) bedeutet bereits eine Erwärmung um 2 Grad Celsius den Untergang. Ziel der Weltgemeinschaft muss es daher sein, sich auf einen Temperaturanstieg von nicht mehr als 1,5 Grad zu verständigen.

Einstein vom 09.12.2010