Gutes Öl

eine Alternative zu destruktiven
Ölpalmen-Plantagen in industriellem Massstab

Ölpalmen-Plantagen haben sich in Indonesien in den letzten zwei Jahrzehnten rasch ausgebreitet. Dafür wurden grosse Flächen Regenwald und wichtige Torfgebiete zerstört. Aber das Versprechen von wirtschaftlicher Entwicklung und Arbeitsplätzen für die lokalen Gemeinschaften hat sich für Viele nicht erfüllt. Ein innovativer Ansatz selbständiger kleiner Plantagenbetriebe hingegen hat sozialen und wirtschaftlichen Nutzen gebracht und zum Schutz des verbliebenen Waldes beigetragen. Die Dorfgemeinschaft von Dosan engagiert sich für den Schutz ihres Waldes und ist zu besseren Praktiken des Umgangs mit ihrer Umwelt übergegangen. D.h., es gibt keine Brandrodung mehr, keinen Einsatz von Herbiziden und einen verbesserten Umgang mit Wasser, um das Wassersystem der Torfgebiete zu erhalten.


Pak Dhalan, Führer der Dosan-Gemeinschaft, spricht darüber, wie diese neue Art der Landwirtschaft zum Schutz des Waldes beitragen kann.

Warum den
Wald schützen?

Zerstörung und Beeinträchtigung von Waldsystemen heizt den Klimawandel auf zweierlei Weise an: erstens setzt das Abholzen und Abbrennen von Wäldern Kohlendioxid in die Atmosphäre frei, und zweitens wird das Waldgebiet, welches Kohlendioxid absorbiert, kleiner. Die Rolle der Wälder zur Klimaregulierung ist so entscheidend, dass wir den Kampf gegen den Klimawandel wahrscheinlich verlieren werden, wenn wir die letzten tropischen Wälder zerstören. Die Wälder sind zudem der Lebensraum für einen grossen Teil der Artenvielfalt auf der Erde - für Millionen einzigartiger Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus sind sie Lebensgrundlage für weltweit Hunderte von Millionen indigener oder vom Wald abhängiger Menschen.


Verantwortungs-
voller Anbau
von Ölpalmen

Anfang des 21. Jahrhunderts richtete die Regierung des Distrikts Siak zusammen mit einer staatlichen Plantagenfirma ein System selbständig betriebener kleiner Ölpalmenplantagen ein, bei dem die Plantagen nach genügender Entwicklung an Kooperativen lokaler Gemeinschaften übergeben wurden. Die Gemeinschaft des Dorfes Dosan bewirtschaftet ihre Plantage seit 2008 selber, die Gewinne kommen dem ganzen Dorf zugute, und ausserdem bietet die Plantage Arbeit für alle. Mit Unterstützung der lokalen NGO Elang konnten durch verbesserte Bewirtschaftungspraktiken die Erträge gesteigert und die Umweltbelastung verringert werden. Das System der kleinen selbständigen Plantagen mit verbesserter Bewirtschaftung ist erfolgreich und ist inzwischen zum Modell für integrierte Bewirtschaftung von Torfgebieten im ganzen Land geworden.


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Erntezeit

Warum Wasser für Dosan so wichtig ist


Was ist so besonders an Indonesiens Torfgebieten?

Torfgebiete bilden sich, wenn von Wasser vollgesogene Böden den Zerfall organischen (vor allem pflanzlichen) Materials verzögern und es über Tausende von Jahren ansammeln. Weltweit absorbieren Torfgebiete jährlich 25%-30% der globalen Kohlendioxidemissionen, und der Boden tropischer Torfwälder kann bis zu 1'200-mal mehr Kohlenstoff enthalten als die auf ihm wachsenden Bäume.

Wenn Torfgebiete entwässert werden, reagiert der gespeicherte Kohlenstoff mit der Luft und entlässt Kohlendioxid in die Atmosphäre. Der trockene Torf wird dann hochentzündlich, und damit steigt das Risiko grossflächiger und langwährender unterirdischer Schwelbrände. Die Torfgebiete Indonesiens nehmen weniger als 0,1% der Erdoberfläche ein, sind aber durch Trockenlegung und Brände bereits für 4% der globalen Emissionen jährlich verantwortlich. Indonesien ist damit der weltweit drittgrösste Emittent von Kohlenstoff.

Was heute eine wesentliche Kohlenstoff-Senke ist, wird zu einer gefährlichen Kohlenstoff-Quelle

Torf speichert 20% des Süsswassers der Erde und ist damit wesentlich für die Abmilderung der Auswirkungen von Dürren und Überschwemmungen. Tropische Torfgebiete sind Lebensraum einer enorm grossen Artenvielfalt , zugleich gehören sie wegen ihrer einmaligen (oft unwirtlichen) Bedingungen zu den am wenigsten erforschten Gebieten.

Das Dorf Dosan liegt am Rande des Torfdoms von Kampar. Mit einer Ausdehnung über Tausende von Hektaren und Tiefen von bis zu mehr als 15 Metern ist der Dom von Kampar eines der grössten, aber auch eines der am stärksten gefährdeten Torf-Systeme der Welt.

Auswirkungen von Entwässerung auf einen Torfdom, nach 'Delft hydrolics' 2006

Natürliche Situation
Torfboden sammelt sich an über Tausende von Jahren, er speichert den Kohlenstoff der Wälder welche darauf wachsen und bildet einen wasserdurchtränkten Kegel von 5-50 km Durchmesser. Der Grundwasserspiegel liegt dicht unter der Oberfläche.

Entwässerung
Wenn Bereiche der Torfoberfläche entwaldet und entwässert werden, sinkt der Grundwasserspiegel, und dies verhindert die weitere Aufnahme von Kohlenstoff. Torf, der der Luft ausgesetzt ist, beginnt, sich zu zersetzen

Fortgesetzte Entwässerung
Durch die Zersetzung ausgetrockneten Torfs wird CO2 freigesetzt und ein Absinken des Landes verursacht. Mit der Austrocknung des Torfs entsteht ein hohes Risiko langwährender unterirdischer Schwelbrände.

Endstadium
Wenn keine Massnahmen zur Erhaltung des Torfgebiets / zur Abmilderung von Einwirkungen ergriffen werden, wird innerhalb von Jahrzehnten der grösste Teil des Kohlenstoffs oberhalb der Entwässerungsgrenze freigesetzt und das Land abgesunken sein.

Die Gemeinschaft,
die den Wald
schützt

Der Wald war immer ein wichtiger Teil des Lebens in Dosan, und seine Erhaltung ist heute ebenso nötig wie vorrangig, denn er versorgt die Gemeinschaft mit Gummi, Rattan, Nahrung und Holz. Einstmals brachliegendes Land wird heute sorgfältig bewirtschaftet, es trägt die Ölpalmen-Plantage der Gemeinschaft, und die Leute im Dorf haben eine viel bessere Lebensqualität. Es gibt heute einen geschlossenen Lebenskreislauf; im Dorf gibt es keine Armut mehr.


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Der Dorfwald von Dosan

Wie sich die Schulbildung verbessert hat


Geschichte des Dorfes Dosan


Wo sind die
Tiger und Elefanten?

Der Drachensee (Danau Nagasakti) ist ein unglaublich kristallklarer Torfsee vor einer Urwald-Kulisse. Das Gebiet, früher Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Sumatratigers, beherbergt noch immer eine grosse Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Es ist Teil des Torfdoms von Kampar und damit von Veränderungen der Bewaldung und des Grundwasserspiegels des gesamten Dom-Systems betroffen.
Für die Menschen von Dosan ist der See heilig und sie verstehen, wie wichtig es ist, das Gebiet zu schützen - sie sind die Wächter dieses Waldes.


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Die Legende vom Drachensee

Artenvielfalt in den Torfgebiet-Wäldern Sumatras


Lokales Handeln für eine globale Lösung

Für den Palmölsektor gibt es lokale Lösungen, bei denen der Wald geschützt wird und ein guter sozio-ökonomischer Gewinn erzielt wird. Lokale Gemeinschaften sind die Wächter von Wald und Umwelt - für sie steht am meisten auf dem Spiel und sie hängen von einem gesunden, funktionierenden Ökosystem ab. Sie können beispielhaft aufzeigen, wie der Anbau von Ölpalmen unter stärkerer lokaler Kontrolle gewinnbringend für die Gemeinschaften und positiv für die Umwelt sein kann, etwa durch geringere Emissionen von Treibhausgasen. Torfgebiete welche bereits in Landwirtschaftsgebiet umgewandelt wurden, können gut so bewirtschaftet werden, dass Wasserqualität und -quantität erhalten bleiben und die Auswirkungen auf den Torfdom sowie die Emissionen verringert werden.


Greenpeace-Campaigner Rusmadya Maharuddin zum Palmölprojekt der Dorfgemeinschaft von Dosan

Zukunft der Wälder


Greenpeace fordert:

1. Schluss mit der Entwaldung– insbesondere keine Umwandlung von Wald in Plantagen, keine Umwandlung von Torfgebieten in Plantagen oder waldfreie Gebiete, keine Brandrodung

2. Wiederherstellung wichtiger bereits gerodeter Torfgebiete und eine integrierte Torfgebiet-Bewirtschaftung für die übrigen gerodeten Gebiete

3. Ausdehnung des Systems besser bewirtschafteter selbständiger Kleinbetriebe (wie dem von Dosan) auf nicht mehr intaktem Waldland in ganz Sumatra und Indonesien

4. Unterstützung für lokale Gemeinschaften, damit sie ihre Wälder erhalten und schützen und ökologische Anbaumethoden übernehmen, um die Bewirtschaftung des Bodens zu verbessern

Werde aktiv!


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