Die Regenwälder Indonesiens

Zerstört für Palmöl und Papier

Informationsseite - 1. Juni, 2010
Die immergrünen Regenwälder Südostasiens, vor allem die in Indonesien, gehören zu den ältesten der Welt. Mittlerweile sind zwei Drittel ihres Bestands verloren und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr. Die Zahl der Sumatra Orang-Utans ist seit dem Jahre 1900 um 91% zurückgegangen.

Die Vernichtung von Indonesiens Wäldern wird angetrieben von der globalen Nachfrage nach Produkten wie Papier und Palmöl. Letzteres ist heute das weltweit meist verwendete Pflanzenöl und macht einen Drittel des globalen Pflanzenölmarktes aus. Es findet unter anderem Verwendung in Hygieneprodukten, Kosmetika, Schokolade, Biscuits, Bouillon sowie als Agrotreibstoff.

Indonesien ist ein krasses Beispiel dafür, wie nötig ein strikter Plan und die Verfügbarkeit internationaler Finanzmittel für den Schutz der Tropenwälder sind. Nach den aktuell vorliegenden Daten schreitet die Waldvernichtung dort mit einer der weltweit höchsten Geschwindigkeiten voran. Dadurch wird soviel Kohlendioxid freigesetzt, dass Indonesien zum drittgrössten CO2-Emittenten der Welt wurde, nach China und den USA.

Seit 1950 sind über 74 Millionen Hektar von Indonesiens Regenwäldern komplett zerstört worden, und von den verbleibenden sind viele schwer geschädigt.

Indonesiens Präsident Yudhoyono, hat im Mai 2010 ein zweijähriges Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern angekündigt. Dies ist ein erster Schritt Richtung Urwald- und Klimaschutz. Allerdings soll die Massnahme nur für zukünftige Konzessionen gelten, nicht für die schon vergebenen. Somit sind Millionen von Hektaren immer noch dazu bestimmt zerstört zu werden.

Wir fordern, dass auch die schon vergebenen Konzessionen in das Moratorium eingefügt werden! Keine Palmöl- und Papierplantagen mehr in Urwaldgebieten!

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