Das Ende des kommerziellen Walfangs

Informationsseite - 23. Januar, 2012
Im alten Rom und im antiken Griechenland wurden Walen und Delfinen mythische Kräfte zugeschrieben. Damals waren die Meere auch noch voll von den Meeressäugern: Schätzungen gehen davon aus, dass es vor dem Beginn des kommerziellen Walfangs im 19. Jahrhundert rund 1.5 Millionen Buckelwale gegeben haben könnte; heute gibt es noch 20'000 Exemplare. Der Bestand an Blauwalen ist gar auf rund 1000 Exemplare geschrumpft, der Nordkaper so gut wie ausgerottet.

Helpless from Keith Loutit on Vimeo.

Seit 1986 besteht ein Verbot, unter Anderem dank dem massiven Druck von Greenpeace, zumindest für den kommerziellen Walfang

1972 verabschiedeten die Vereinten Nationen eine Resolution, welche die IWC aufforderte, ein zehnjähriges Walfangverbot zu erlassen. Die IWC lehnte ab. Es wurden stattdessen einige Walarten unter Schutz gestellt und für andere Fangbegrenzungen beschlossen. Zudem erliess man ein neues, angeblich verbessertes Bewirtschaftungssystem. Es zeigte sich jedoch sehr bald, dass dieses neue System die Ausrottung der Wale nur weiter vorantrieb. Als schliesslich die Weltöffentlichkeit, unter anderem durch Aktionen von Greenpeace, auf das Desaster aufmerksam und der Ruf nach einem Ende des Walfangs immer lauter wurde, beschloss die IWC 1982 endlich ein vorläufiges Verbot des kommerziellen Walfangs, ein weltweites Moratorium. Es trat 1986 in Kraft. Ohne das wären wohl viele Walarten schon heute ausgerottet.

Falscher Vorwand Forschung

1994 gelang den Umweltverbänden ein grosser Erfolg zum Schutz der Wale: Die IWC beschloss ein Walschutzgebiet im Südpolarmeer, rings um die Antarktis. Dieses Meeresgebiet stellt die Nahrungsgründe für nahezu 90 Prozent aller noch auf der Welt lebenden Grosswale dar. Japan, Island und Norwegen bejagen aber weiterhin bestimmte Walarten – unter dem falschen Vorwand von «Forschung» oder unter Bemühung einer «Ausnahmegenehmigung». Tatsache ist, dass sich nur ausgesuchte Teile von Walfleisch in Japan als teure Luxusdelikatesse verkaufen lässt; der grosse Rest wird zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet oder vergammelt in Kühlhäusern. Der Grund für dieses krampfhafte Festhalten kann also nur (innen-)politische Gründe haben. Wirtschaftlich ist dieser Walfang nicht.

Weitere Videos zur Kampagne

Whaling on Trial from Greenpeace on Vimeo.

 

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