Detox – Gift in unseren Textilien

Informationsseite - 23. Januar, 2012
Hartumkämpfter Fünfsatz-Sieg für Greenpeace: Nach Puma, Nike, Adidas und H&M reagieren nun auch die Textilkette C&A und die chinesische Sportmarke Li-Ning auf die weltweite Greenpeace-Kampagne gegen «schmutzige Wäsche». Das Einlenken der beiden Textilgrössen und der kürzlich veröffentlichte gemeinsame Fahrplan für eine giftfreie Zukunft sind wichtige Schritte in eine giftfreie Zukunft. Die Textilfirmen wollen ihre Firmenpolitik bis 2020 dahingehend umstellen, dass die Verwendung von gefährlichen Substanzen entlang der gesamten Liefer- und Produktionskette

Rückblende - August 2011: Greenpeace-Untersuchungen von Sport- und Freizeitbekleidung von Adidas & Co zeigen: Die meisten der weltweit getesteten Marken-Textilien enthalten Rückstände der giftigen Chemikaliengruppe Nonylphenolethoxylate (NPE). In 52 von 78 Produkten (zwei Drittel) haben unabhängige Laboratorien im Auftrag von Greenpeace NPE nachgewiesen. Fünf belastete Artikel der Marken Adidas, Nike, Puma, H&M und Calvin Klein stammen aus Schweizer Läden. Greenpeace fordert die Textilindustrie auf, alle gefährlichen Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. Puma und Nike reagieren promt und versprechen die Greenpeace-Forderungen zu erfüllen – Adidas, H&M und andere folgen später.

Das aus NPE entstehende Nonylphenol ist ein Hormongift und kann bereits in niedrigen Konzentrationen für Wasserlebewesen schädlich sein. Für Verbraucher haben die untersuchten Artikel wohl keine unmittelbar gesundheitsschädigende Auswirkung, über die langfristigen Beeinträchtigungen ist jedoch wenig bekannt.

«Die Textilindustrie produziert ein globales Umwelt- und Gesundheitsproblem», sagt Matthias Wüthrich, Chemieexperte von Greenpeace. «Nonylphenolhaltige Abwasser belasten das Trinkwasser von Millionen Menschen in Herstellungsländern wie China. Obwohl in der Schweiz der Einsatz dieser Chemikalie weitgehend verboten ist, wird auch hier Nonylphenol durch das Waschen von Importtextilien freigesetzt – das Hormongift belastet Gewässer und Menschen auch in der Schweiz.»

Greenpeace fordert ein noch entschiedeneres Vorgehen im Hinblick auf das bestehende Problem der Wasserverschmutzung und daher kurzfristigere und konkretere Zeitpläne für den Ausschluss der gefährlichsten Chemikalien. Die gesamte Branche muss erkennen, dass schmutzig hergestellte Mode in Zukunft nicht mehr salonfähig ist. Für die Modeproduzenten gilt: Wer nicht bald aus problematischen Chemikalien aussteigt, riskiert das Vertrauen der KonsumentInnen zu verlieren. Mit dem chinesischen Vorreiter Li-Ning, der den Greenpeace-Forderungen folgt, sind wir zuversichtlich, auch die chinesische Textilbranche von einer giftfreien Zukunft zu überzeugen.

Nach entsprechenden Verpflichtungen von Firmen wie Adidas, Nike, Puma und H&M kann Greenpeace nun mit dem Einlenken von C&A und Li-Ning einen weiteren Kampagnen-Erfolg verkünden. Ein Erfolg David's gegen Goliath.

Videos zur Kampagne

 

 

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