Greenpeace vs Shell

Keine Versenkung von Ölplattformen

Informationsseite - 23. Januar, 2012
Brent Spar – ein gelb-rotes Stahlungetüm in der Nordsee, Schlauchboote auf hohen Wellenkämmen, Fontänen aus Wasserkanonen, die Greenpeace-Aktivisten erwischen sollen, darüber Helikopter – das ist zehn Jahre her und doch erinnert sich heute fast jeder daran. Das ist das Besondere an der Kampagne gegen die Versenkung der ausgemusterten Ölverlade-Plattform Brent Spar. Keine andere Kampagne hat so viele Menschen erreicht, überzeugt und zum Mitmachen bewegt.

Besetzung der Brent Spar

© Greenpeace

 Nicht nur das: Erstmals gelang es Verbrauchern selbst, mit dem Ölmulti Shell einen Konzern dazu zu bringen, seine Arroganz gegenüber dem öffentlichen Interesse aufzugeben und seine Verantwortung für die Umwelt wahrzunehmen: Viele Autofahrer fuhren einfach nicht mehr zu den Tankstellen des Ölmultis. Sie protestierten dagegen, dass die Industrie ihren Müll einfach im Meer loswerden wollte. Shell gab nach 52 Tagen des Protestes seinen Plan auf, die Brent Spar als erste Plattform im Nordost- Atlantik zu versenken. Doch es ging nicht nur um diese verrostete Plattform, es ging damals um insgesamt 400 Stahlkolosse in der Nordsee. Der Brent Spar sollten hunderte Plattformen auf den Grund der Tiefsee folgen. Das Scheitern des ersten Versuches war ein Signal – 1998 beschlossen die Anrainerstaaten des Nordost-Atlantiks nach zähen Verhandlungen, dass in dieser Seeregion keine der ausgedienten Anlagen versenkt werden darf. Damit hatte Greenpeace die Kampagne erfolgreich beendet. Etwa 30 Installationen wurden seit der Brent Spar an Land entsorgt. Ein Erfolg David's gegen Goliath.

 

Video zur Kampagne

 

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