Arctic Sunrise

Arctic Sunrise

Das sturmerprobte Schiff gehört seit 1996 zur Greenpeace-Flotte. Zuvor war die ehemalige Polarbjörn (norwegisch «Eisbär») jahrelang als norwegisches Forschungs- und Versorgungsschiff in der Arktis und Antarktis unterwegs.

Geschichte

Im Januar 1996 wird der ehemalige Frachter und Eisbrecher in nur vier Monaten für Greenpeace umgerüstet. Der Funkraum wird generalüberholt: Satellitentelefon und -fax sowie leistungsfähige Funkgeräte garantieren die Verbindung zur Aussenwelt. Damit die Schlauchboote schnell ausgesetzt werden können, bekommt die Arctic Sunrise neue, wendige Kräne. Die Aufenthaltsräume werden um einen neuen Vortragsraum ergänzt und bieten damit Platz für bis zu 100 Menschen. Die Arctic Sunrise verfügt über einen riesigen Aktionsradius. Sie kann ohne aufzutanken einmal um den Erdball fahren.

Oktober 2001, Fluss Amazonas, Brasilien: Die Arctic Sunrise auf der Amazonas Expedition

© Greenpeace / Daniel Beltrá

 

Aktionen

Im August und September 1996 werden mit der Arctic Sunrise im Mittelmeer die ersten Aktionen durchgeführt. Anschliessend wir mit Hilfe des Schiffs eine Dokumentation in der Nordsee erstellt von Öl- und Gasplattformen, die versenkt werden sollten. Ende 1996 wird der Eisbrecher auf eine vierwöchige Klima-Expedition in die Antarktis geschickt.
1997 geht die Arctic Sunrise erneut auf Klimatour, diesmal vor die Südspitze Argentiniens. Von dort startet eine Kampagne zum Schutz der gemässigten Regenwälder. Anschliessend fährt die Crew in den Südosten Alaskas, um die Auswirkungen des Klimawandels auf den Bering-Gletscher zu dokumentieren. Die auf den Touren festgehaltenen Veränderungen des Eises, der Wanderungen von Meeressäugern und Wetterverhältnisse werden später auf der Klimakonferenz in Kyoto vorgestellt.

Im Mai 1998 wird die Arctic Sunrise für eine Klimakampagne zum Schutz der Arktis genutzt. Die Fahrt führt auch zu den Sakhalin-Inseln Russlands. Dort protestiert Greenpeace gegen die Ölförderung in der Bering-See. Eine weitere Station der Arctic Sunrise ist Neuseeland. Von dort geht es ins Südpolarmeer für eine Kampagne gegen den japanischen Walfang. 1999 folgt eine dreiwöchige Arktis-Expedition, der Einsatz gegen Atom- und Plutonium-Transporte auf Schffen und wieder eine Kampagne gegen den japanischen Walfang im Südpolarmeer.
Auch im Jahr 2000 wird die Arctic Sunrise gegen die japanische Walfangflotte und für die Kampagne gegen Piratenfischerei gebraucht. Weiter tourt das Schiff im Rahmen einer Kampagne gegen Umweltverschmutzung durch Südamerika.

2001 fährt die Arctic Sunrise ins Nordpolarmeer. Vor Grönland protestierten die Greenpeacer gegen die Nutzung der US-Militärbasis Thule für das «Star Wars»-Programm.

Im September 2013 sticht die Arctic Sunrise in Richtung Russland in See. Ihr Ziel: die arktische Petschorasee, wo Gazprom plant, nach Erdöl zu bohren. Die friedliche Protestaktion führt zur illegalen Beschlagnahmung des Schiffes und zur Verhaftung der gesamten 30-köpfigen Crew, unter ihnen der Schweizer Marco Weber. Marco und die anderen ArktisschützerInnen dürfen zum Jahresende aus Russland ausreisen. Im Sommer 2014 wird dann endlich auch die Arctic Sunrise freigelassen und tritt die Heimfahrt nach Amsterdam an, wo sie erst einmal gründlichen Reparaturarbeiten unterzogen wird.

Eckdaten

Heimathafen: Amsterdam, Netherlands
Früherer Name: Polarbjorn
Gechartert im Jahr: 1995
Schlafplätze: 28
Schlauchboote: 2 Festrumpfschlauchboote und 2 Schlauchboote
Schiffstyp: Hochsee Motorjacht
Sendezeichen: PCTK
Baujahr: 1975 by AS Vaagen Verft
Brutto-Raumgehalt: 949 tonnes
Länge: 49.62 m
Breite: 11.50 m
Tiefgang: 5.30 m
Maximum Geschwindigkeit: 13 Knots
Hauptmotor: MAK 9M452AK 2495 IHP 1619kW
Hilfsmotore: 2 x Deutz BF6M716 208hp (175 kva)
Bugstrahlruder & Heckstrahlruder: jedes 400 hp

Webcam der Rainbow Warrior

Webcam der Arctic Sunrise