Geschichte

Die Regenbogenkämpfer in Aktion

Motiviert durch ihre Überzeugung, dass auch wenige im Streben nach einer «grünen und friedlichen» Welt viel bewegen können, stach am 15. September 1971 eine kleine Gruppe von Aktivisten des «Don't Make a Wave Committee» in See: Sie protestierten gegen die amerikanischen Atomversuche auf Amchitka, einer kleinen Insel vor der Westküste Alaskas. Seither hat Greenpeace auf der ganzen Welt viel bewegt.

1970 - 1989

Greenpeace Esperanza im Antarktischen Ozean, © Greenpeace / Jiri Rezac

Einer der wichtigsten Erfolge von Greenpeace ist die Durchsetzung des «Weltpark Antarctica», der die Antarktis unter Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung stellt.

Der Einsatz gegen Atomtests, die Verklappung von Chemiemüll und das Moratorium gegen den Walfang wurde gekrönt von unserem „Weltpark Antarktis“.

Der erste und wegweisende Erfolg der Gründungsmitglieder von Greenpeace führte zur Einstellung der US-Atomtests auf Amchitka, in Alaska 1972. Nach jahrelangem Ringen um die Einstellung der oberirdischen Atomtests im Südpazifik gelang 1975 endlich der Durchbruch, und die Tests wurden beendet. 1982 erlässt die IWC (International Whaling Commission) ein unbefristetes Moratorium für den kommerziellen Walfang, was nicht zuletzt auf den «aktiven» Beobachterstatus von Greenpeace seit 1977 zurückzuführen ist.

Das Moratorium für die Versenkung von radioaktiven Abfällen im Meer wird 1983 im Zusammenhang mit der London Dumping Convention durchgesetzt. 1988 weitet die London Dumping Convention ihr Verbot auf die Hochseeverbrennung von Sondermüll (gültig ab 1994) aus, um schliesslich 1990 ein schrittweises, vollständiges Verbot der Hochsee-Entsorgung von Industrie-Abfällen auf dem Meeresgrund zu beschliessen.

Einer der größten Kampagnenerfolge wurde am 4. Oktober 1991 erreicht, als das Protokoll zum Antarktis-Vertrag, den Umweltschutz betreffend angenommen wurde, das so genannte Madrider- oder Umweltschutz-Protokoll. Damit wird die industrielle Ausbeutung mineralischer Rohstoffe für die nächsten 50 Jahre verboten.

1990 - 1999

Brent Spar Ölplattform, © Greenpeace / David Sims

Mit Wasserkanonen wird versucht, Greenpeace-Aktivisten davon abzuhalten, ihre Mitstreiter auf der Plattform mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Im Juni 1995 besetzen Greenpeace-AktivistInnen die Plattform, um gegen ihre von Shell geplante Versenkung in der Nordsee zu protestieren.

Die Basler Konvention verbietet Giftmüllexporte, die Versenkung der Shell-Ölplattform Brent Spar wird dank breiter Unterstützung der Öffentlichkeit verhindert und schliesslich unterstütze Greenpeace die Einführung wirksamer Strafen gegen Umweltverbrechen im brasilianischen Regenwald.

Rund 200 Millionen Tonnen hoch giftiger Abfälle haben die Industrienationen seit 1986 versucht abzuschieben; mindestens zehn Millionen Tonnen davon gingen tatsächlich über die Grenzen. Im März 1994 wird die ausdauernde Kampagnenarbeit mit einem großen Erfolg belohnt: Die Unterzeichner der Basler Konvention beschließen in Genf ein ausnahmsloses Verbot aller Giftmüllexporte aus den OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) nach Osteuropa und in die so genannte Dritte Welt.

1992 tritt nach langwierigen Verhandlungen ein weltweites Verbot für die grossflächige Treibnetzfischerei auf hoher See in Kraft. Ein Erfolg für unsere Kampagne gegen die Überfischung.

Im Jahr 1995 konnten Greenpeace und die Umweltbewegung einen bis dahin beispiellosen Erfolg erringen: Unter dem Eindruck einer mächtigen Umweltschutz-Kampagne gab der Shell-Konzern bekannt, dass er die Ölplattform Brent Spar nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Atlantik versenken werde. Nachdem 1998 ein generelles Versenkungsverbot für Öl-Plattformen verabschiedet wurde, hat Shell die Brent Spar in einem norwegischen Fjord zerlegt und an Land entsorgt.

Mit einer Kampagne gegen Spielzeuge aus Weich-PVC erreicht Greenpeace 1997 in mehreren europäischen Ländern, dass Spielwaren mit dem giftigen Weichmacher aus dem Handel genommen werden. Ein von Greenpeace beauftragtes Labor wies nach, dass als Weichmacher in Kinderspielzeug eingesetzte Phthalate beim Spielen in erheblichen Mengen aus den Produkten entweichen. So können sie von Kindern beim Kauen und Lutschen am Spielzeug direkt aufgenommen werden.

1999 unterstützte Greenpeace im Amazonasgebiet Projekte zur Einführung schonender Methoden der Kautschukgewinnung. Die Organisation deckt illegalen Holzhandel auf und trägt dazu bei, dass wirksame Strafen für Umweltverbrechen in Brasilien eingeführt werden.

2000 - 2005

Der «Greenfreeze», der erste FCKW-freie Kühlschrank, © Greenpeace / Manfred Scharnberg

Mit dem «Greenfreeze» bringt Greenpeace den ersten FCKW-freien Kühlschrank auf den Markt. Dieser erlebt schon bald einen Durchbruch.

In der Türkei zeigt sich Greenpeace erfolgreich gegen den Bau neuer AKWs, die Kampagne „Save the Amazone“ führt zur Errichtung grossräumiger Schutzgebiete, das Gentechmoratorium wird vom Stimmvolk breit gestützt und der FCKW-freie Kühlschrank von Greenpeace erlebt einen Durchbruch.

Die türkische Regierung verzichtet im Juli 2000 auf den Bau des landesweit ersten AKW in Akkuyu an der Mittelmeerküste, nachdem Greenpeace in einer Jahre währenden Kampagne gemeinsam mit lokalen Umweltschützern dutzende Aktionen gegen das AKW durchgeführt hat.

Mit Unterstützung von Greenpeace haben die Deni, eine indigene Gruppe im Amazonas, 2001 die formelle Anerkennung ihrer Ansprüche auf 1,5 Millionen Hektaren Regenwald erhalten. Im Jahr 2003 konnte mit 3 172 000 Hektaren die bisher grösste Fläche an Wald vor dem Raubbau geschützt werden. Die brasilianische Regierung stellt 2004 zwei Millionen Hektaren Amazonas-Regenwald unter Schutz. Ein Jahr später folgten weitere riesige Schutzgebiete, bis 2006, wo die Marke von 6,5 Millionen Hektaren überschritten werden konnte. Aufgrund von Verhandlungen mit Greenpeace erklärt der Schweizer Türenverband den künftigen Verzicht auf Tropenholz aus Raubbau.

Die Erfindung des FCKW-freien Kühlschranks von Greenpeace trägt Früchte: Grosse Konzerne wie Unilever und Coca Cola steigen 2004 auf die Greenfreeze-Technologie um.

Das Schweizer Stimmvolk hat 2005 die Gentechfrei-Initiative angenommen - mit einem überraschend hohen Ja-Stimmenanteil. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Schweizer Bevölkerung keinen Gentechfood wünscht. Im Rahmen der Gentechkampagne hat Greenpeace 2006 mit einer Aktion erreicht, dass die Migros künftig nur noch Fleischprodukte aus gentechfreier Fütterung verkauft.

2006 - 2009

Der «Great Bear Rainforest» in Kanada, © Greenpeace / Andrew Wright

Der «Great Bear Rainforest» ist einer der letzten verbleibenden temperierten Regenwälder der Erde. Nach langen Greenpeace-Protesten steht er nun endlich unter Schutz.

Die „grüne Elektronik“ Kampagne trägt erste Früchte, die Basler Chemie übernimmt die Sanierung der Deponie in Bonfol und der kanadische Great Bear Rainforest wird umfassend geschützt.

Die Greenpeace-Kampagne Green My Apple hat bewirkt, dass die schlimmsten Chemikalien wie bromierte Flammschutzmittel (BFRs) und Polyvinyle Chloride (PVCs) bis 2008 aus den Apple Produkten verbannt werden.

Neuseeland verzichtet nach massiven Greenpeace Aktionen auf den Bau eines neuen Kohlekraftwerkes und Grundschleppnetze werden im Südpazifik verboten. Vom Äquator zur Antarktis und von Südamerika bis Australien soll nun außerhalb der staatlichen Hoheitsgewässer um alle gefährdeten Gebiete eine 5-Meilen-Schutzzone durchgesetzt werden.

Das vereinbarte Sanierungsprojekt für die Deponie Bonfol setzt Standards, die wegweisend sind für zukünftige Sanierungen in Basel und anderswo. Bei den Elsässer Deponien soll eine Sanierungsuntersuchung in die Wege geleitet werden mit dem Ziel, alle gefährlichen Chemieabfälle auszugraben. Die von Novartis, Ciba und Syngenta gemachten Versprechungen zur Totalsanierung sind ein Sieg für die Umwelt und die betroffenen Menschen, Gemeinden und Organisationen, die sich seit Jahren für Totalsanierungen einsetzen.

Die Kampagne war eine der längsten in der Geschichte der Organisation. British Columbia stellt 2,1 Millionen Hektar Wald - eine Fläche fast halb so groß wie die Schweiz - dauerhaft unter Schutz und weitere 700.000 Hektar sind für Bergbau und Forstwirtschaft gesperrt. Damit ist ein wahrer Naturschatz endgültig vor Zerstörung sicher und Kanadas Amazonas einer der wichtigsten geschützten CO2-Speicher der Welt.

 

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