Geschichte

Informationsseite - 23. Juni, 2010
Die Zeiten waren immer ereignisreich und spiegeln die Entwicklung von Greenpeace hin zu einer international tätigen Organisation.

1981 Vega © Greenpeace / David McTaggart

1970–1980

Auf dem Weg zur Gründung von Greenpeace International


1972 bricht David McTaggart mit einer Crew auf, um mit der «Vega» gegen die französischen Atomversuche im Gebiet des Moruroa Atolls zu protestieren. Das Schiff wird gerammt und McTaggart bei seiner Rückkehr so brutal zusammengeschlagen, dass er beinahe auf einem Auge blind wird. Während der folgenden Jahre kämpft McTaggart unablässig gegen Atomwaffentests sowohl auf See als auch vor Gericht, was den Namen Greenpeace weltweit bekannt macht. Die Atomversuche auf Moruroa werden schliesslich 1996 beendet.

1974 verlegt Frankreich seine Atomtests unter die Erde und Greenpeace eröffnet in Neuseeland das erste Büro ausserhalb Kanadas. Im selben Jahr startet die Organisation die erste Artenschutzkampagne und engagiert sich gegen die Ausrottung der Wale.

1976 erfolgt die Eröffnung einer Niederlassung in den USA, ein Jahr später mit Grossbritannien und Frankreich erste Büros in Europa. Mittlerweile werden auch die Kampagnenthemen erweitert. In Neufundland und vor Norwegen sind Paul Watson und Bob Hunter unterwegs, um Robben zu schützen. Als 1978 ein Büro in Holland gegründet wird, kauft Greenpeace auch das erste eigene Schiff und tauft es auf den Namen «Rainbow Warrior». Nach Aktionen gegen isländische Finnwal-Jäger wird die «Rainbow Warrior» erstmals gegen die Versenkung von Atommüll durch Grossbritannien und andere europäische Nationen eingesetzt.
McTaggart ist es, der die zerstrittenen nordamerikanischen Büros und die Sektionen in Australien, Neuseeland und Europa zur Dachorganisation «Stichting Greenpeace Council» zusammenführte, die in den Niederlanden als Stiftung registriert ist. Die Zentrale von «Greenpeace International» befindet sich heute in Amsterdam.

2006 20 Jahre Tschernobyl ©Greenpeace / Knoth

1980–1990

Die Eröffnung des Büros in der Schweiz und die Folgen von Tschernobyl


Ab Anfang der achtziger Jahre, als Greenpeace Deutschland gegründet wird, nimmt die Organisation ein neues Thema auf: Mit Aktionen gegen die Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee und Kaminbesteigungen bei der Pestizid-Fabrik «Boeringer» in Hamburg wird die Kampagne gegen die chemische Verseuchung lanciert. 1984 werden die Büros in Belgien und der Schweiz eröffnet. Im Jahr darauf ersteht Greenpeace für die Antarktiskampagne ein weiteres Schiff, die «MV Greenpeace». Mit den neuen Kampagnen und Niederlassungen wird die Organisation immer gewichtiger – und der durch sie fokussierte Druck der Öffentlichkeit schmerzhafter für die Gegner.

Am 26. April 1986 kommt es in Tschernobyl zum bis dahin schwersten Reaktorunfall in der Geschichte der Atomenergie. Für Greenpeace ist das der Anlass, endlich eine Kampagne gegen die zivile Nutzung der Atomenergie zu beginnen. Im Jahr darauf errichtete die Organisation in der Antarktis die erste nichtstaatliche Forschungsstation, und Frankreich wird vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen der Versenkung der Rainbow Warrior zu Schadensersatzzahlungen von 15 Millionen Franken verurteilt. Im Mai 1990 lanciert Greenpeace mit Aktionen gegen den Chemie-Giganten «Du Pont» in Luxemburg die Kampagne gegen die Zerstörung der Ozon-Schicht durch FCKW.

1985 Brent Spar © Greenpeace / David Sims

1992–2000

Neue Themen wie die Gentechnologie und das Verbot von Ölplattformversenkungen


Seit 1992 macht sich Greenpeace gegen die Zerstörung der Regenwälder stark, ab 1993 v.a. im Clayquot-Sound, einem Urwaldgebiet in Kanada.
1993 startet Greenpeace in Japan und China eine Kampagne für den FCKW-freien Kühlschrank «Greenfreeze». Die Chemie-Kampagne gewinnt mehr und mehr an Gewicht; Chemiemüll-Tourismus wird angeprangert, PVC-Produzenten werden attackiert und Lobbying wird betrieben. Mit Erfolg: Am 25. März 1994 beschliessen die 160 Vertragsstaaten der Basler Konvention ein Verbot aller Müllexporte aus Industrieländern nach Osteuropa und in die Dritte Welt.

Im Sommer 1995 werden die Anstrengungen von Greenpeace von der Weltöffentlichkeit unterstützt wie nie zuvor: Es hagelt weltweite Proteste, als Frankreich die Atomtests auf Moruroa wieder aufnimmt, und der Ölmulti «Shell» wird durch Tankstellen-Boykotte gezwungen, die beabsichtigte Versenkung der von Greenpeace besetzten Ölplattform «Brent Spar» in der Nordsee zu überdenken.

Ab 1996 setzt sich Greenpeace weltweit gegen die Patentierung von Lebewesen und die unkontrollierbare Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren zur Wehr. Die Kampagne zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes wird 1999 lanciert.

Weltweite Kampagne gegen Apple, © Greenpeace / Renee Blanchard

Mit der «Green My Apple»-Kampagne fordert Greenpeace Apple dazu auf, giftige Chemikalien aus ihren Produkten zu entfernen.

2000-2010

Online-Kampagnen als neues Mobilisierungsmittel

 

Im Jahr 2000 wird in Montreal, Kanada, das Kartagena-Protokoll über biologische Sicherheit abgesegnet, welches die Gesundheit von Mensch und Umwelt vor den Risiken genetisch modifizierter Organismen schützen soll.

Gleichzeitig kämpft Greenpeace weiter gegen den Transport nuklearer Abfälle, gegen Atomwaffen und für den Schutz der Wälder.

2002 wird die Greenpeace-Flotte um die Esperanza erweitert, das bisher grösste unserer Schiffe. Sie setzt sich auf ihrer ersten Tour für den Schutz der Meere ein und dokumentiert illegale Fischerei. Bei einem Besuch in Südafrika wird das Schiff von Erzbischof Desmond Tutu gesegnet.

Während des Irakkriegs 2003 entdeckt Greenpeace die radioaktive Verseuchung von Schulen und Häusern in der Nähe von Bagdad. Radioaktive Container werden an die US-Armee zurückgegeben. Zur selben Zeit wird im Amazonas-Becken dank des Einsatzes von Greenpeace-Freiwilligen ein 3.6 Hektaren grosses Schutzgebiet ausgesprochen.

In den folgenden Jahren verzeichnet Greenpeace zahlreiche Erfolge im Wal- und Waldschutz und gegen den Abbau alter Schiffe in Indien unter unmenschlichen Bedingungen.

2007 reagiert Apple auf eine weltweite Online-Kampagne von Greenpeace mit dem Verzicht auf giftige Chemikalien in ihren Produkten, nachdem bereits zwei Jahre zuvor die grossen Mobiltelefonhersteller wie Sony, Nokia und Samsung diesen Schritt gegangen sind.

Ein Jahr später werden Greenpeace-Aktivisten in England freigesprochen, nachdem sie den Kamin eines Kohlekraftwerks erklimmt haben.

Immer mehr Online-Kampagnen zeigen Erfolg. So gibt zum Beispiel Unilever 2008 bekannt, ein Moratorium auf die Entwaldung des indonesischen Regenwalds zugunsten von Palmölplantagen zu unterstützen, zahlreiche andere grosse Firmen werden diesem Beispiel folgen.

Im Jahr 2014 feiert Greenpeace Switzerland ihr 30-jähriges Jubiläum. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.