AKW-Erdbebensicherheit: Persilschein auf wackeliger Grundlage

Der Sicherheitsnachweis für das Zusammentreffen von Erdbeben und Hochwasser ist mit den heute präsentierten Informationen nicht erbracht.

Medienmitteilung - 9. Juli, 2012
Die heute präsentierten Nachweise der Erdbebensicherheit bauen auf ungewissen und vorläufigen Annahmen auf. Die Erdbeben-Studie Pegasos von 2004 belegt, dass das Risiko bislang unterschätzt wurde. Seither wird gerechnet, jedoch steckt die genauere und detailliertere Analyse (Pegasos-Refinement-Projekt) fest. Die heute präsentierte positive Einschätzung basiert auf einer „Zwischenbilanz“, die das Risiko nun wieder nach unten korrigiert. Ohne abschliessende Ergebnisse wird den Schweizer AKW vom ENSI der Persilschein erteilt. Das ist fahrlässig.

Mit den heute vorgelegten Informationen sind keinesfalls alle Sicherheitsfragen und die daraus abgeleiteten notwendigen Nachrüstungen restlos geklärt. Greenpeace fordert die  sofortige Ausserbetriebnahme der mehrfach mängelbehafteten AKW Beznau und Mühleberg. Bleibt das Sicherheits-Inspektorat untätig, ist es am UVEK als Bewilligungsbehörde und an Bundesrätin Doris Leuthard, die Betriebsbewilligungen vorübergehend zu entziehen.

Mit der heutigen Gefälligkeitsgeste gegenüber den AKW-Betreibern gibt das ENSI der in den vergangenen Monaten laut geworden Kritik an seiner Unabhängigkeit weiteren Auftrieb. Greenpeace verlangt daher, dass bei Sicherheitsprüfungen im Sinne des Vieraugen-Prinzipes eine unabhängige Expertise eingeholt werden muss.

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