Greenpeace-Aktivisten klettern für mehr Sonnenergie

Photovoltaik muss nach oben auf die energiepolitische Agenda

Medienmitteilung - 11. September, 2012
Auf den Dächern der Schweiz schlummert ein riesiges Strom-Potenzial. Bis dato ungenutzt! Heute Morgen machen Greenpeace-Aktivisten auf diesen Missstand aufmerksam und sind auf ein Gebäude im boomenden Zürich West geklettert. Der Bund und das Parlament müssen im laufenden Energiestrategie-Prozess dem Ausbau der Sonnenenergie Priorität einräumen. Das ist auch die Botschaft der Mitmach-Kampagne, die Greenpeace heute in Form eines Spiels mit politischem Ziel auf solarmacher.ch startet.

Die Aktivisten und Aktivistinnen von Greenpeace haben bei ihrer Kletteraktion Banner mit der Aufschrift „Solarpotenzial ungenutzt“ angebracht. Ein Gebäude im boomenden Zürich West wurden stellvertretend für das brach liegende Solarpotential von Schweizer Dächern ausgewählt. In Fribourg wird aktuell rund um das Palais D'Equilibre in einer Strassenaktion auf die hunderttausende von Schweizer Dächern aufmerksam gemacht.

Neben der Steigerung von Energieeffizienz ist Solarstrom von Schweizer Hausdächern der Hauptpfeiler einer ökologischen und dezentralen Energiewende. In cleverer Kombination mit Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien macht Solarstrom verlängerte AKW-Laufzeiten und klimaschädliche Gaskraftwerke unnötig. Bis 2035 können mit den richtigen Massnahmen 25 Prozent unseres Strombedarfs via Sonne gedeckt werden. Studien zeigen zudem, dass Photovoltaik in der Bevölkerung unter allen Arten der Stromproduktion die höchste Akzeptanz geniesst. Dies alles steht im drastischen Kontrast zur politischen Tatenlosigkeit. Gemäss den bislang bekannten Plänen zur neuen Energiestrategie hat der Bund bis 2035 lächerliche 5 Prozent Solarstrom vorgesehen (3’000 Megawatt). Soviel baute Deutschland innerhalb eines einzigen Monates zu (Dezember 2011). Wie absurd tief die Schweizer Vorgaben sind, wird noch deutlicher, bedenkt man die rasant fallenden Kosten der Photovoltaik.

Gemeinsam mit möglichst vielen „Solarmachern“ und „Solarmacherinnen“ aus der Bevölkerung will Greenpeace darum ein Signal gegenüber der Bundespolitik und den grossen Stromkonzernen setzen. Mit solarmacher.ch lässt sich für jedes Dach in der Schweiz mit wenigen Klicks das Solarpotenzial errechnen, markieren und damit das gigantische Solarpotential des Landes sichtbar machen.

Greenpeace fordert Parlament, Bund, Kantone und Stromkonzerne auf jetzt mit der Solarenergie ernst zu machen, ihre kleingeistigen Ausbaupläne zu revidieren und ehrgeizige Ziele zu setzen. Georg Klingler, Experte bei Greenpeace für erneuerbare Energien: „Die Verantwortlichen müssen sich von ihren Scheuklappen befreien und zur Kenntnis nehmen, dass die Bundes-Pläne bereits von der dynamischen Realität auf dem weltweiten Solarmarkt überholt wurden.“

Es braucht ein schweizweites Fördersystem für den schnellen und günstigen Ausbau:

Die 18'476 Photovoltaik-Projekte auf der Warteliste der kostendeckenden Einspeisvergütung (KEV) müssen freigegeben werden.

Die KEV muss reformiert und gestrafft werden: Deckel und planwirtschaftliche Kontingente müssen weg.

Die Vergütung pro Kilowattstunde Solarstrom muss weiter gesenkt werden, um möglichst viele Anlagen zu finanzieren.

 

 

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Georg Klingler, Experte für erneuerbare Energien, Greenpeace: 079 785 07 38

Sibylle Zollinger, Medienverantwortliche, Greenpeace: 079 949 26 78

 

Zur Kampagne: www.solarmacher.ch - mehr als ein Spiel

Faktenblatt Sonnenergie

Aktionsbilder ab 14 Uhr zum Download bereit: www.greenpeace.ch/pressebilder