Die offensichtlichen Bilanzmanipulationen sind nur die Spitze des Eisbergs eines weit grösseren Problems. Zur Deckung der nuklearen Nachsorge fehlten per Ende 2011 liquide Geldmittel von über 11,5 Milliarden Franken, wobei das ENSI dazu noch Kostenabweichungen von +30% für möglich hält, die ebenfalls nicht vorfinanziert sind.
Nach der kalkulatorischen Betriebsverlängerung vom 7. Dezember 2007 durch den Bundesrat auf 50 Jahre wurden jahrelang teilweise keine Beiträge mehr an die Fonds geleistet und es kam sogar zu Rückzahlungen an die Atomkraftwerkbetreiber; der Kapitalbestand im Entsorgungsfonds sank seither von 3,028 auf 2,829 Milliarden Franken.
Die gesetzlich vorgesehene Kostendeckung durch die Verursacher ist gefährdet, weil die Preise am Strommarkt gesunken sind und weil die Energiepreise mit dem Vormarsch der erneuerbaren Energien weiter sinken werden.
Auch Parlament und Bundesrat sind gefordert
Die von den Atomkraftwerkbetreibern und vom Bundesrat kalkulierten Zinserträge von 5% auf dem Fondsvermögen sind realitätsfern und verschleiern die in Wirklichkeit bestehende Unterdeckung. TRAS und Greenpeace appellieren an Parlament und Bundesrat.
Um der Staatshaftung aus der Bundeskasse zu entgehen und um das Verursacherprinzip durchzusetzen sind Massnahmen notwendig:
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Die KKG und die KKL sowie Stilllegungs- und Entsorgungsfonds sind zu sanieren.
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Die Aktionäre der Betreibergesellschaften sollen für die Nachsorgekosten mithaften.
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Der gesamte Nachsorgeaufwand sollte in selbständigen Fonds sichergestellt werden.
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Das Gesetz sollte die kalkulatorischen Laufzeiten regeln, sonst kann das Verursacherprinzip durch neue Laufzeitverlängerungen des Bundesrates erneut ausgehebelt werden.
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Die Kalkulation sollte nach dem Vorsichtsprinzip auf 40 Jahre Betrieb ausgelegt werden.
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Für die Bandbreite möglicher Mehrkosten sollte der Gesetzgeber Reserven verlangen.
Wie in anderen Ländern (zB. Finnland) sollte bei Fehlen der Finanzierungsgarantie die Betriebsbewilligung sofort entzogen werden.
Rückfragen:
- Kaspar Müller 076 393 42 08
- Florian Kasser 076 345 26 55
- Rudolf Rechsteiner 079 785 71 82
- Jürg Stöcklin 079 817 57 33
Das gesamte Dossier mit folgenden Beiträgen finden Sie auf
http://www.atomschutzverband.ch/index.php?lg=1&id=47