Heute morgen enterte Greenpeace ein altes Containerschiff im Hafen von Antwerpen. Das 31-jährige Schiff gehört zur Flotte der Schweizer Firma Mediterranean Shipping Company S.A. mit Sitz in Genf. Greenpeace fordert von der Gesellschaft eine Absichtserklärung, das Schiff vor seiner bevorstehenden Verschrottung fachgerecht zu dekontaminieren. Heute werden in Ländern Asiens, wo viele Schiffe verschrottet werden, durch fehlende Dekontaminierung Mensch und Umwelt gefährdet. Mitte Juni wird eine Delegation Betroffener aus Indien und Bangladesh die Schweiz bereisen, um auf das Problem hinzuweisen.

Zürich/Antwerpen. Erstmals seit den Skandalen
um einhüllige Tankschiffe hat Greenpeace eine solche Aktion bei
einem Schrottschiff unternommen, um auf die verheerenden
Arbeitsbedingungen und die Umweltverschmutzung an den Orten der
Schiffsverschrottung hinzuweisen. Die betroffene «MSC Insa» gehört
zur Flotte der Genfer Firma Mediterranean Shipping Company S.A.
(MSC). Diese behauptet, mit 210 operierenden Schiffen und deren
Containerkapazitäten weltweit das zweitgrösste Unternehmen der
Branche zu sein. MSC hat in den letzten 16 Monaten mehrere Schiffe
zur Verschrottung nach Indien gebracht, ohne diese zu
dekontaminieren. Die Schiffe enthalten gefährliche Substanzen wie
Asbest, Schweröl und die gesundheitsgefährdenden PCB’s.

Greenpeace erachtet diese Entsorgung als
Verstoss gegen die Basler Konvention, die Abfalltransporte von
Industrienationen in arme Länder regelt. Gemäss Artikel 4.3 dieser
Konvention kann man dieses Verhalten als kriminell
interpretieren.

Bisher hat Greenpeace vergebens versucht, mit
der MSC eine Lösung zu finden. Mit der heutigen Aktion fordert
Greenpeace von der Schifffahrtsbranche und den politischen
Entscheidungsträgern, auf internationaler Ebene eine Lösung des
Problems zu erabeiten. In einem kürzlich publizierten Bericht
belegt Greenpeace, dass die Schiffsbesitzer durchschnittlich 2
Millionen Franken pro Schiff erhalten, das sie zur Entsorgung
verkaufen. Da in den nächsten Jahren mit der Verschrottung vieler
einhülliger Tankschiffe zu rechnen ist, werden sich die damit
verbundenen Probleme noch verschärfen.

Am 10. und 11. Juni kommen drei betroffene
Personen im Rahmen der europäischen «Witness Tour» in die Schweiz.
Sie baten um ein Treffen mit dem Schweizer Seeschiffahrtsamt, dem
BUWAL und dem UVEK sowie der Firma MSC in Genf. Sie fordern von den
betroffenen Firmen eine Absichtserklärung, alle ihre Schiffe vor
dem Verschrotten zu dekontaminieren und auf internationaler Ebene
die Verantwortlichkeit der Firmen verbindlich festzulegen.

Schiffsbesitzer erhalten
durchschnittlich 2 Mio. Fr. pro Schiff (pdf, 3.7MB)

weitere Informationen von Greenpeace
International

Kontakt:

Christoph Wiedmer, Kampagnenabteilung, Greenpeace Schweiz 01/447
41 35 Greenpeace Medienabteilung 01/447 41 11