Jahresbericht 2011

40 Jahre David gegen Goliath

Informationsseite - 5. Juni, 2012
Das Jahr 2011 wird in die Schweizer Geschichte als das Jahr des Atomausstiegs eingehen. Als am 11. März 2011 ein heftiges Erdbeben Japan erschütterte und die Bilder des darauf folgenden Tsunamis mit seiner unvorstellbaren Zerstörungs-kraft um die Welt gingen, ahnten wir noch nicht, dass sich eine weitere Katastrophe mit viel nachhaltigeren Folgen erst anbahnte: der Supergau von Fukushima!

Jahresbericht 2011 

Multimedia Jahresbericht

 

Dieses verheerende Ereignis hat die Skepsis gegenüber der Atomenergie in der ganzen Welt massiv gesteigert, auch in der Schweiz. Nur vier Tage nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima sistierte der Bundesrat die drei bereits eingereichten Rahmenbewilligungsgesuche der Stromkonzerne Axpo, Alpiq und BKW. Damit wurde der ganze Fahrplan zum Bau neuer AKW über den Haufen geworfen. Der für 2012 geplante Entscheid des Bundesrats sowie die etwa 2013 erwartete Volksabstimmung wurden über Nacht vom Tisch gefegt. Was ein Jahr zuvor noch unvorstellbar gewesen war, machte Fukushima möglich: Der Ausstieg aus der Atomenergie fand in Bundesrat und Parlament eine Mehrheit. Auch die grössten Atombefürworter, die mit der schlaumeierischen These der sicheren vierten Generation von Reaktoren den Ausstieg noch bis zur Debatte im Ständerat im Dezember zu verhindern versucht hatten, mussten schliesslich einsehen, dass in der Schweiz in den nächsten 25 Jahren keine Mehrheit für ein neues Atomkraftwerk zu gewinnen ist.

Auch für Greenpeace, die den Atomausstieg schon vor mehreren Jahren zu ihrem strategischen Hauptziel gemacht hatte, begann damit eine vollkommen neue Ära: Plötzlich hatten wir die Mehrheit von Regierung, Parlament und Bevölkerung auf unserer Seite – eine völlig ungewohnte Situation!

Nun muss nicht mehr der harte Abstimmungskampf gegen neue AKW vorbereitet, sondern der Druck auf den möglichst raschen Ausstieg erhöht werden. Ein imposanter Menschenstrom gegen Atom zog zwei Monate nach der Katastrophe in Fukushima nach Beznau und forderte, die alten Schweizer Atommeiler rasch vom Netz zu nehmen.

Beim Organisieren dieser eindrucksvollen Aktion spielte Greenpeace im Hintergrund eine wichtige Rolle. Neben der Forderung nach dem raschen Ausstieg wird sich Greenpeace für die Akzeptanz der erneuerbaren Energien und das Energiesparen durch Effizienz starkmachen.

Die Arbeit geht uns also trotz verbesserter Ausgangslage nicht aus. Allen, die uns auf diesem Weg unterstützen, ob innerhalb oder ausserhalb der Organisation, möchte ich im Namen des Stiftungsrats herzlich danken!

Cécile Bühlmann
Präsidentin des Stiftungsrates

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