{"id":16725,"date":"2023-01-25T11:18:33","date_gmt":"2023-01-25T09:18:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.org\/luxembourg\/?p=16725"},"modified":"2023-01-25T11:21:44","modified_gmt":"2023-01-25T09:21:44","slug":"stellungnahme-von-greenpeace-luxemburg-dem-mouvement-ecologique-naturemwelt-sos-faim-der-vereenegung-fir-biolandwirtschaft-letzebuerg-und-dem-cell-zum-agrarsommet-und-agrargesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.org\/luxembourg\/de\/presseerklaerungen\/16725\/stellungnahme-von-greenpeace-luxemburg-dem-mouvement-ecologique-naturemwelt-sos-faim-der-vereenegung-fir-biolandwirtschaft-letzebuerg-und-dem-cell-zum-agrarsommet-und-agrargesetz\/","title":{"rendered":"<strong>Stellungnahme von Greenpeace Luxemburg, dem Mouvement \u00c9cologique, natur&amp;\u00ebmwelt, SOS Faim, der Vereenegung fir Biolandwirtschaft L\u00ebtzebuerg und dem CELL zum Agrarsommet und Agrargesetz<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Luxemburg<\/em>, 25. Januar 2023 &#8211; <strong>Am Donnerstag, dem 26. Januar treffen sich Regierungsvertreter:innen, inklusive Premierminister, und die Interessenvertreter:innen der Landwirtschaft auf Schloss Senningen zum Agrarsommet. Das Landwirtschaftsministerium begrenzt in Zeiten, in denen die Landwirtschaftspolitik eng mit Fragen des Klima-, des Biodiversit\u00e4ts- und des Verbraucherschutzes verbunden ist, den Austausch erneut auf den \u201eklassischen\u201c Kreis landwirtschaftlicher Akteure und unterbindet somit erneut einen reellen breiteren Austausch \u00fcber die zuk\u00fcnftige Landwirtschaftspolitik sowie die Verwendung von hunderten Millionen an Steuergeldern. Da die Orientierung der Landwirtschaftspolitik nicht nur von eminenter Bedeutung f\u00fcr die direkt betroffenen Landwirte und Landwirtinnen ist, sondern auch f\u00fcr den Klima-, Biodiversit\u00e4ts- und Verbraucherschutz, m\u00fcssten auch&nbsp; Vertreter und Vertreterinnen aus diesen Bereichen anwesend sein. Nur wenn verschiedene Perspektiven und Anliegen einflie\u00dfen, k\u00f6nnen wirklich tragf\u00e4hige Perspektiven ausgearbeitet werden. Zus\u00e4tzlich steht das Luxemburger Agrargesetz kurz vor seiner Verabschiedung im Parlament und der Landwirtschaftsminister pr\u00e4sentierte k\u00fcrzlich noch \u00c4nderungen. Es ist demnach \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig, ob geplant ist, dass auf dem \u201cAgrarsommet\u201d noch wesentliche Verbesserungen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, zumal die Anregungen der verschiedenen Akteure seit langem bekannt sind.<\/strong><\/p>\n\n<p>Ein B\u00fcndnis aus Greenpeace Luxemburg, dem Mouvement \u00c9cologique, natur&amp;\u00ebmwelt, SOS Faim, der Vereenegung fir Biolandwirtschaft L\u00ebtzebuerg und dem CELL fordert, dass die Diskussionen nach diesem \u201eSommet\u201c nicht abgeschlossen sein d\u00fcrfen und der Entwurf in wesentlichen Aspekten reformiert wird. Das Parlament sollte eine Reform verabschieden, die die Entwicklungs- und Einkommensperspektiven der Produzent:innen im Rahmen der naturgegebenen Grenzen erm\u00f6glicht. Dies ist derzeit nicht der Fall. Im \u00dcbrigen werden auch die Empfehlungen der EU-Kommission, die diese im Rahmen des Entwurfs des nationalen Strategieplanes formuliert hat, kaum aufgegriffen<strong>.<\/strong><\/p>\n\n<p>Trotz diverser vorliegender Studien (z.B. des Wasserwirtschaftsamtes, der die erhebliche Belastungen der Gew\u00e4sser durch landwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten aufzeigt, oder Berichte des \u201cObservatoire de l\u2019environnement naturel\u201d, in welchen die Folgen auf die Biodiversit\u00e4t skizziert werden), sowie Zusammenk\u00fcnften mit der Zivilgesellschaft, hat das Landwirtschaftsministerium keinen Entwurf zum Agrargesetz vorgelegt, der den Anforderungen an den Klima- und Biodiversit\u00e4tsschutz gerecht wird. Zudem wird den Bauern und B\u00e4uerinnen sowie der Landwirtschaft im Allgemeinen, nach Ansicht der unterzeichnenden Organisationen, keine wirklich nachhaltige und zukunftsorientierte Perspektive gegeben.<\/p>\n\n<p>Auch der Dialog mit der Zivilgesellschaft und den Produzenten und Produzentinnen war bisher zweifelsohne mangelhaft bis ungen\u00fcgend und bot den Bauern und B\u00e4uerinnen, mangels einer klaren Vision und der Missachtung von Studien und Analysen, keine vern\u00fcnftigen Ma\u00dfnahmen oder koh\u00e4rente Finanzierungsprogramme. Notwendig ist eine Nachbesserung des Gesetzes mit dem Ziel, dass sich die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Betriebe an den nat\u00fcrlichen Ressourcen und deren Tragf\u00e4higkeit orientiert und die Vorgaben und F\u00f6rderprogramme entsprechend umgestaltet werden m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die unterzeichnenden Organisationen k\u00f6nnen deshalb verstehen, wenn Vertreter:innen der Landwirtschaft, aus Mangel an realisierbaren Alternativen und um ihr Bestehen zu sichern, eine Beibehaltung der intensiven Milchwirtschaft weiterhin als \u00f6konomisch sinnvoll erachten. Gerade um derartige Alternativen in den kommenden Jahren voranzutreiben, dr\u00e4ngen sich Verbesserungen am Entwurf weiterhin auf.<\/p>\n\n<p>Das Ziel des Bio-Aktionsplanes, bis 2025 20 % Biolandwirtschaft zu erreichen, wird bis dahin ebenfalls nicht zu schaffen sein. Dies auch, da das Landwirtschaftsministerium den Biolandbau nach wie vor gegen\u00fcber der konventionellen Landwirtschaft benachteiligt. Daran wird auch das neue Agrargesetz wenig \u00e4ndern. Der vorliegende Entwurf w\u00fcrde vielmehr zur Folge haben, dass der Biolandbau weiterhin str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt wird. Der Biologische Landbau sollte jedoch, nach Ansicht der unterzeichnenden Organisationen, als Leitbild f\u00fcr eine neue Agrarpolitik stehen, da er viele Probleme der aktuellen Landwirtschaft und deren negative, globale Auswirkungen l\u00f6sen oder mindern kann. Es braucht ein klares Bekenntnis aller politischen Entscheidungstr\u00e4ger:innen Verantwortung f\u00fcr die Biolandwirtschaft zu \u00fcbernehmen &#8211; und zwar JETZT! Die aktiven Biolandwirte und Biolandwirtinnen brauchen eine weitaus st\u00e4rkere Anerkennung ihrer Leistung, der Umstieg konventioneller Landwirte und Landwirtinnen auf den Biolandbau muss attraktiv sein und weitaus st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden. Die&nbsp; Verantwortung zum Ausbau des Biolandbaus kann nicht von der Politik auf den Konsumenten durch seine Kaufentscheidungen \u00fcbertragen werden. Dies greift viel zu kurz und bedeutet, dass die Politik der Verpflichtung gegen\u00fcber ihrer selbstgesteckten Ziele und damit gegen\u00fcber der Gesellschaft nicht nachkommt. Die Leitlinie der Landwirtschaftspolitik sollte deshalb \u201cBiolandbau\u201d UND Regionalit\u00e4t lauten. Den Fokus, wie bis dato, in diesem Ausma\u00df auf die Regionalit\u00e4t &#8211; die lediglich die r\u00e4umliche Distanz eines Lebensmittel definiert &#8211; zu legen, ist in Zeiten, in denen die Landwirtschafts- und Ern\u00e4hrungspolitik krisenbedingt im Fokus steht, geradezu str\u00e4flich.<\/p>\n\n<p>Die EU hat die Umweltproblematiken (Artensterben, Klimagas- und Ammoniakemissionen, Wasserverschmutzung) erkannt und in der Farm &#8211; to &#8211; Fork &#8211; Strategie vorgesehen, dass die Lebensmittelproduktion und ihre Subventionierung an Umwelt- und Klimaziele gekoppelt wird. Dieser richtige Ansatz kann auf Ebene der Mitgliedstaaten individuell umgesetzt werden. Die EU sieht ebenfalls im Ausbau der biologischen Landwirtschaft eine passende Strategie und verfolgt daher das Ziel, bis 2030 EU-weit 25 % Biolandwirtschaft zu erreichen. Konventionellen Betrieben soll in der biologischen Landwirtschaft eine Perspektive geboten werden. Diese Chancen wurden von den politisch Verantwortlichen hierzulande bislang nicht aufgegriffen, &#8211; Reformen im Entwurf des Agrargesetzes dr\u00e4ngen sich deshalb auf.<\/p>\n\n<p>Zus\u00e4tzlich haben sich die Bedingungen f\u00fcr eine Subventionsberechtigung versch\u00e4rft. Die B\u00e4uerinnen und Bauern sehen sich immer weniger als Lebensmittelproduzenten und kritisieren eine \u00dcbergewichtung des Umwelt- und Klimaschutzes. Dabei zeigt die Biodiversit\u00e4tsstudie&nbsp; des \u201cObservatoire de l\u2019environnement de naturel\u201d eindeutig, dass Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t, des Klima- und des Wasserschutzes absolut notwendig sind. Viele Ma\u00dfnahmen werden auch von den B\u00e4uerinnen und Bauern gerne angenommen, jedoch stehen sie oft in Konflikt mit den Produktionszielen der Betriebe. Notwendig sind&nbsp; Reformen, die eine fl\u00e4chengebundene Landwirtschaft, die Entlohnung von Leistungen der Landwirte und Landwirtinnen usw. in den Fokus r\u00fccken.<br><br>Luxemburg braucht in der Landwirtschafts- und Ern\u00e4hrungspolitik endlich einen Fahrplan f\u00fcr die Zukunft. Ziele, und vor allem der Weg dahin, brauchen Definitionen und Fristen, die nur und ausschlie\u00dflich im gesamtgesellschaftlichen Dialog entschieden werden k\u00f6nnen. Es d\u00fcrfen nicht weitere f\u00fcnf Jahre vergeudet und hunderte Millionen z.T. fehlinvestiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, dem 26. 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