{"id":28873,"date":"2026-05-20T06:00:00","date_gmt":"2026-05-20T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.org\/luxembourg\/?p=28873"},"modified":"2026-05-20T06:00:50","modified_gmt":"2026-05-20T04:00:50","slug":"jbs-im-visier-von-greenpeace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.org\/luxembourg\/de\/aktualitaet\/28873\/jbs-im-visier-von-greenpeace\/","title":{"rendered":"JBS im Visier von Greenpeace"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zusammenfassung:<\/strong> Am 30. April haben Aktivist:innen von Greenpeace Niederlande die Generalversammlung von JBS, einem der weltweit gr\u00f6\u00dften Fleischkonzerne, mit einer Protestaktion unterbrochen und damit f\u00fcr ihre Annullierung gesorgt. Parallel dazu haben unsere niederl\u00e4ndischen Kolleg:innen rechtliche Schritte eingeleitet, um auf die gef\u00e4hrlichen Expansionspl\u00e4ne des Unternehmens aufmerksam zu machen und die milliardenschweren Eigent\u00fcmer zur Verantwortung zu ziehen.<\/p>\n\n<p>Viele verbinden Greenpeace mit unseren Schiffen, spektakul\u00e4ren Aktionen oder unserem Einsatz vor Ort. Doch manchmal gen\u00fcgt bereits ein einziges Schreiben, um einen milliardenschweren Konzern ins Wanken zu bringen.<\/p>\n\n<p>Nach niederl\u00e4ndischem Recht ist ein Mahnschreiben der erste Schritt zu einem Gerichtsverfahren. Genau dieses Schreiben k\u00f6nnte nun einem der gr\u00f6\u00dften Expansionsprojekte der globalen Fleischindustrie in die Quere kommen. Denn es handelt sich nicht um eine gew\u00f6hnliche Beschwerde, sondern um einen juristischen Schritt mit weitreichenden Folgen f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell eines der m\u00e4chtigsten Konzerne der Branche.<\/p>\n\n<p>Diese Mahnung haben unsere Aktivist:innen JBS am 30. April pers\u00f6nlich \u00fcberreicht. Eigentlich h\u00e4tte der Konzern l\u00e4ngst damit rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28883\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-1821x1366.jpeg 1821w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image-453x340.jpeg 453w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/6ccaaff7-image.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aktivist:innen von Greenpeace Niederlande haben auf der ersten Generalversammlung von JBS auf niederl\u00e4ndischem Boden protestiert. Vor dem Sheraton-Hotel am Flughafen Schiphol, wo die Versammlung stattfand, entrollten sie ein blutverschmiertes Banner mit der Aufschrift: \u201eJBS: Haltet euer blutiges Gesch\u00e4ft aus Afrika raus\u201c (Keep your bloody business out of Africa). Damit machten sie auf die zerst\u00f6rerischen Auswirkungen der Expansion des Fleischkonzerns aufmerksam.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-jbs-hat-einiges-zu-verantworten\"><strong>JBS hat einiges zu verantworten<\/strong><\/h3>\n\n<p>JBS z\u00e4hlt zu den m\u00e4chtigsten Fleischkonzernen der Welt. Doch der Aufstieg des Konzerns basiert auf Umweltzerst\u00f6rung, <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-malaysia-stateless\/2024\/10\/bf4448ed-turning-down-the-heat-report.pdf\">enormen Treibhausgasemissionen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.justice.gov\/usao-edny\/press-release\/file\/1327471\/dl\">Korruptionsskandalen<\/a> und schweren Vorw\u00fcrfen wegen Menschenrechtsverletzungen, oft verborgen hinter intransparenten Lieferketten. Immer wieder wurde JBS mit der <a href=\"https:\/\/aidenvironment.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/44.-JBS-CRR-Report-1.pdf\">Zerst\u00f6rung des Amazonas-Regenwaldes<\/a>, der V<a href=\"https:\/\/globalwitness.org\/en\/campaigns\/forests\/jaguars-vs-cows-the-biodiversity-crisis-under-jbs-shadow\/\">ernichtung wichtiger Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Wildtiere<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-international-stateless\/2025\/09\/94ba7b48-p4_jbs_caso2_eng.pdf\">illegaler Viehzucht<\/a> auf indigenerem Land in Verbindung gebracht. Dabei geht es l\u00e4ngst nicht mehr nur um wirtschaftliches Wachstum. \u00c4hnlich wie einst Shell steht JBS heute sinnbildlich f\u00fcr ein Gesch\u00e4ftsmodell, das die Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise massiv versch\u00e4rft.<\/p>\n\n<p>Doch m\u00f6glicherweise hat der Konzern dabei einen entscheidenden Fehler gemacht.<\/p>\n\n<p>Im vergangenen Jahr verlegte JBS seinen Hauptsitz von S\u00e3o Paulo nach Amsterdam, um seinen Weg an die New Yorker B\u00f6rse zu ebnen. Gleichzeitig st\u00fctzt sich die Finanzstruktur des Konzerns auf <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/luxembourg\/fr\/communiques-de-presse\/24314\/manifestations-de-greenpeace-au-luxembourg-et-dans-le-monde-entier-contre-jbs\/\">Holdinggesellschaften in Luxemburg<\/a> und macht sich dabei steuerliche Vorteile des Gro\u00dfherzogtums zu nutzen. Dabei war das Unternehmen gewarnt worden: Wer sich auf niederl\u00e4ndischem Boden bewegt, muss sich auch an niederl\u00e4ndische Regeln halten. Mit dem Schritt nach Europa wollte sich JBS offenbar strukturelle Vorteile sichern. In der Praxis hat diese Entscheidung jedoch genau das Gegenteil bewirkt und Greenpeace <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/story\/75159\/why-investors-should-think-twice-before-going-dutch-with-jbs\/#:~:text=So%2C%20as%20we%20recently%20pointed,JBS%20operates%20within%20Dutch%20law.\">eine rechtliche Grundlage geschaffen<\/a>, um den Konzern und sein undurchsichtiges Imperium wirksam anzugreifen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/bbd3b894-image.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28878\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/bbd3b894-image.jpeg 800w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/bbd3b894-image-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/bbd3b894-image-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/bbd3b894-image-510x340.jpeg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aktivist:innen von Greenpeace Niederlande enth\u00fcllten ein Banner \u00fcber einem niederl\u00e4ndischen Kanal. Darauf stand: \u201eJBS in den Niederlanden? Nicht, solange wir hier sind\u201c (JBS in the Netherlands? Not on our watch) . Damit machen sie deutlich, dass der Konzern in Europa weiterhin auf starken Widerstand st\u00f6\u00dft.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-jbs-haltet-euer-blutiges-geschaft-aus-afrika-raus\"><strong>JBS: Haltet euer blutiges Gesch\u00e4ft aus Afrika raus<\/strong><\/h3>\n\n<p>Am 30. April versammelten sich die wohlhabenden Verantwortlichen und Aktion\u00e4re von JBS im Hotel Sheraton in Amsterdam zu ihrer ersten Hauptversammlung in den Niederlanden. Doch wir waren entschlossen, ihnen keine Gelegenheit zu geben, ihre Dividenden ungest\u00f6rt zu feiern.<\/p>\n\n<p>Die Aktivist von Greenpeace Niederlande brachten die Versammlung zum Stillstand, indem sie im Eingangsbereich des Geb\u00e4udes Kunstblut regnen lie\u00dfen und ein Banner mit der Aufschrift \u201eJBS: Haltet euer blutiges Gesch\u00e4ft aus Afrika rais\u201c entrollten. Im acht Stockwerke hohen Atrium entfalteten wir zudem das gr\u00f6\u00dfte Indoor-Banner in der Geschichte von Greenpeace. Sie zeigte die Hauptaktion\u00e4re von JBS, Joesley und Wesley Batista.<\/p>\n\n<p>Einige Aktivist:innen infiltrierten den Sitzungssaal, wo Marieke Vellekoop, Direktorin von Greenpeace Niederlande, eine formelle Auskunftsanfrage an die Aktion\u00e4re von JBS stellte. Damit wurde ein erster rechtlicher Schritt eingeleitet, der die geplanten Expansionsvorhaben des Konzerns weiter unter Druck setzt.<\/p>\n\n<p>Diese Aktion f\u00fchrte schlie\u00dflich zur <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/nl\/jbs\/81256\/greenpeace-neemt-juridische-stappen-tegen-destructieve-groeiplannen-vleesgigant-jbs\/?gp_anonymous_id=f01d802e-b981-439f-a79b-cfc76a6f6d41\">Unterbrechung der Hauptversammlung<\/a>.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/09e1f48d-image.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28881\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/09e1f48d-image.jpeg 800w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/09e1f48d-image-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/09e1f48d-image-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/09e1f48d-image-453x340.jpeg 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Inneren des Hotels wurde ein riesiges Banner mit derselben Botschaft aufgeh\u00e4ngt. Einige Aktivist:innen verschafften sich Zugang zum Sitzungssaal, wo Marieke Vellekoop, Direktorin von Greenpeace Niederlande, den beiden CEOs von JBS pers\u00f6nlich eine formelle Auskunftsanfrage \u00fcberreichte.<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die Botschaft an JBS ist eindeutig: Wir werden nicht zulassen, dass der Konzern sein zerst\u00f6rerisches Gesch\u00e4ftsmodell nach Subsahara-Afrika exportiert.<\/p>\n\n<p>Derzeit plant JBS ein weltweites Expansionsprogramm im Wert von <a href=\"https:\/\/api.mziq.com\/mzfilemanager\/v2\/d\/fdb59571-9620-473a-8f8d-a9c27ebf7d44\/93cf4e75-4734-d776-9cac-4cb9922472dc\">sechs Milliarden US-Dollar<\/a>. Allein 2,5 Milliarden davon sollen in den Bau von <a href=\"https:\/\/mediaroom.jbs.com.br\/noticia\/jbs-and-nigeria-sign-agreement-to-invest-in-food-security-and-develop-sustainable-supply-chains\">sechs Fleischverarbeitungsfabriken in Nigeria<\/a> flie\u00dfen. Die Folgen k\u00f6nnten verheerend sein: wertvolle Wasserressourcen w\u00fcrden bedroht, industrielle Verschmutzung massiv zunehmen und enorme Mengen Methan freigesetzt werden, was die Klimakrise weiter versch\u00e4rfen w\u00fcrde.<\/p>\n\n<p>Dabei scheint es in Nigeria bislang keine unabh\u00e4ngigen Untersuchungen zu den \u00f6kologischen und sozialen Folgen der JBS-Projekte zu geben. Die betroffenen Gemeinden wurden nicht konsultiert, w\u00e4hrend wichtige Informationsanfragen der Zivilgesellschaft offenbar einfach <a href=\"https:\/\/thesun.ng\/food-security-climate-change-experts-raise-industrial-farming-concerns\/\">ignoriert wurden<\/a>.<\/p>\n\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht zulassen, dass JBS weiterhin im Verborgenen agiert. Deshalb fordert Greenpeace Niederlande die Offenlegung zentraler Dokumente, die nach unserer Einsch\u00e4tzung entscheidende Informationen enthalten k\u00f6nnten, um die Expansionspl\u00e4ne des Konzerns vor einem niederl\u00e4ndischen Gericht anzufechten. Das darauf folgende Verfahren k\u00f6nnte zum ersten gro\u00dfen Klimaprozess gegen die industrielle Fleisch- und Viehwirtschaft werden.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-widerstand-wachst\"><strong>Der Widerstand w\u00e4chst<\/strong><\/h3>\n\n<p>Weltweit formieren sich Widerstand und Solidarit\u00e4t gegen die zerst\u00f6rerische Expansion dieses Fleischimperiums.<\/p>\n\n<p>Vor Ort in Nigeria mobilisieren sich lokale Gemeinschaften und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DPOTPz9Ar0M\/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=MzRlODBiNWFlZA==\">zivilgesellschaftliche Organisationen<\/a>, um mehr Transparenz einzufordern und f\u00fcr ihr Recht zu k\u00e4mpfen, \u00fcber die Zukunft ihres Landes selbst zu entscheiden.<\/p>\n\n<p>Auch Greenpeace Afrika hat <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/press-release\/82417\/greenpeace-african-court-climate-destruction-human-rights-violation\/\">rechtliche Schritte eingeleitet und den Fall vor den Afrikanischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte gebracht<\/a>. Die Organisation argumentiert, dass Unternehmen \u00fcberall auf der Welt verpflichtet sind, transparent zu handeln und Menschenrechte zu respektieren.<\/p>\n\n<p>Greenpeace Niederlande f\u00fchrt den Kampf direkt am europ\u00e4ischen Sitz von JBS.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"670\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-1024x670.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28874\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-1024x670.jpeg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-300x196.jpeg 300w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-768x503.jpeg 768w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-1536x1005.jpeg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image-510x334.jpeg 510w, https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-luxembourg-stateless\/2026\/05\/04a144b7-image.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Greenpeace Niederlande hat den ersten Schritt f\u00fcr eine Klage gegen den Fleischriesen JBS eingeleitet und umfangreiche Informationen zu den Klima-, Umwelt- und Sozialfolgen des Konzerns eingefordert. Ziel ist es, das Gesch\u00e4ftsmodell von JBS vor Gericht anzufechten und die geplante globale Expansion im Wert von sechs Milliarden US-Dollar zu bremsen. Fast die H\u00e4lfte dieser Investitionen soll nach Nigeria flie\u00dfen.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ein-21-tagiger-countdown\"><strong>Ein 21-t\u00e4giger Countdown<\/strong><\/h3>\n\n<p>Gerade prallen zwei v\u00f6llig unterschiedliche Welten aufeinander.<\/p>\n\n<p>Auf der einen Seite stehen die Batista-Br\u00fcder, milliardenschwere Besitzer des JBS-Imperiums, die bereits wegen Korruption verurteilt wurden. Erst Ende M\u00e4rz soll die brasilianische Regierung <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/legal\/litigation\/brazilian-authorities-sue-cargill-jbs-labor-abuses-their-supply-chains-2026-04-29\/\">rechtliche Schritte<\/a> gegen JBS eingeleitet haben. Dem Konzern werden Verst\u00f6\u00dfe gegen Arbeitsrechte entlang seiner Lieferketten vorgeworfen, zudem fordert der Staat offenbar fast 24 Millionen US-Dollar Schadenersatz.<\/p>\n\n<p>Auf der anderen Seite stehen Menschen von \u00fcberall auf der Welt, die sich solidarisch mit den betroffenen Gemeinden zusammenschlie\u00dfen. Gemeinsam setzen sie sich daf\u00fcr ein, ihre Lebensgrundlagen, ihre Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und den Zugang zu sauberem Trinkwasser gegen die Interessen milliardenschwerer Konzerne zu verteidigen.<\/p>\n\n<p>Greenpeace Niederlande hat den ersten Schritt in Richtung eines Gerichtsverfahrens eingeleitet und dem Vorstand von JBS genau 21 Tage Zeit gegeben, um seine bislang geheim gehaltenen Unterlagen offenzulegen.<\/p>\n\n<p>Gem\u00e4\u00df einer neuen niederl\u00e4ndischen Gesetzgebung k\u00f6nnte Greenpeace Niederlande, falls JBS dieser Forderung nicht innerhalb von drei Wochen nachkommt, also bis sp\u00e4testens morgen, dem 21. Mai, nachtr\u00e4glich die Herausgabe der Informationen unter Eid von den f\u00fchrenden Verantwortlichen des Konzerns verlangen. Damit w\u00fcrde sich auch die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen, dass die Batista-Br\u00fcder vor einem niederl\u00e4ndischen Gericht aussagen m\u00fcssen.<\/p>\n\n<p>Sollte JBS diese Dokumente nicht offenlegen und nicht nachweisen, dass seine aktuelle Politik und Expansionsstrategie weder die Erderw\u00e4rmung noch den Zusammenbruch von \u00d6kosystemen weiter vorantreiben, fordert Greenpeace Niederlande JBS N.V. auf, s\u00e4mtliche neuen Expansionspl\u00e4ne aufzugeben.<\/p>\n\n<p>Parallel dazu kommt auch in Luxemburg Bewegung in die Debatte. Im April wurde im Justizausschuss der Abgeordnetenkammer ein <a href=\"https:\/\/www.chd.lu\/fr\/dossier\/8661\">Gesetzesvorschlag<\/a> vorgestellt, der die Aufl\u00f6sung von Holdinggesellschaften erm\u00f6glichen soll, wenn diese mit umweltsch\u00e4dlichen Aktivit\u00e4ten im Ausland verbunden sind. Inspiriert wurde die Initiative direkt durch den Fall JBS und die Rolle luxemburgischer Finanzstrukturen.<\/p>\n\n<p>Die Zeit dr\u00e4ngt. JBS muss uns bis morgen antworten. Und danach bleibt die Frage, wie es weitergeht.<\/p>\n\n<p><strong>Originalartikel von Isabel Willemsen, Kampagnerin f\u00fcr Biodiversit\u00e4t bei Greenpeace Niederlande, \u00fcbersetzt und leicht angepasst von Greenpeace Luxemburg.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 30. April haben Aktivist:innen von Greenpeace Niederlande die Generalversammlung von JBS, einem der weltweit gr\u00f6\u00dften Fleischkonzerne, mit einer Protestaktion unterbrochen und damit f\u00fcr ihre Annullierung gesorgt. 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