Auftakt der Verhandlungen gegen 47 “Carbon Majors” vor der philippinischen Menschenrechtskommission

Die weltgrößten CO2-Emittenten müssen sich ab heute für die Folgen des Klimawandels auf den Philippinen verantworten

Communiqués de presse - mars 27, 2018
Quezon City / Philippinen, 27. März 2018 - Ab heute müssen sich die 47 größten CO2-Verursacher der Welt vor der Menschenrechtskommission der Philippinen wegen Menschenrechtsverletzungen als Folge des Klimawandels verantworten.

Participants of the "Climate Walk: A People's Walk for Climate Justice"during it's kick off at the historic kiilometer Zero in Luneta in Manila, organised by the climate advocates from Philippine Climate Change Commission, Greenpeace, National Youth Commission, Philippine Rural and Reconstruction Movement, Philippine Movement for Climate Justice, Aksyon Klima, Sanlakas, Dakila and other civic groups.Climate Walk is a 40-day, 875 KM journey from Manila to the ground zero in Tacloban City by the 8th of November, to commemorate the first anniversary of super typhoon Yolanda (Haiyan), a historic landfall in the Philippines. The organisers hope to raise awareness on climate change and mobilise people in demanding world leaders to take climate action and hold industry polluters  and their respective governments accountable for their contribution to the climate crisis.

Jugendliche, Wissenschaftler und Rechtsexperten werden in der weltweit ersten Menschenrechts-Enquete dieser Art gegen die "Carbon Majors" aussagen. Bei den “Carbon Majors” handelt es sich um die 47 weltweit größten privaten Energie- und Zementunternehmen, unter ihnen Firmen wie Shell, BHP Billiton, BP, Chevron, ConocoPhillips, ENI, ExxonMobil, Glencore, OMV, Repsol, Sasol, Suncor, Total und RWE.

"Wir können die Auswirkungen der signifikanten Erhöhung der globalen Temperatur, des steigenden Meeresspiegels und der damit einhergehenden Folgen auf das Leben der Menschen nicht länger ignorieren. Wir sind auf den Philippinen Zeugen einer Flut von Naturkatastrophen und Supertaifunen wie Ondoy, Sendong, Pablo und Yolanda und deren schwerwiegenden Auswirkungen geworden. Einige der Überlebenden und Opfer dieser Katastrophen sind heute hier bei uns", sagte der Vorsitzende der philippinischen Kommission für Menschenrechte, Jose Luis Martin "Chito" C. Gascon, bei der Eröffnung der ersten Sitzung.

Die Anhörung vor der Menschenrechtskommission wurde aufgrund einer Petition eingeleitet, die 2015 von Vertretern mehrerer Gemeinschaften des Landes eingereicht wurde. Dazu gehören Überlebende der Super-Taifune wie Haiyan (Yolanda), Fischer aus Alabat (einer Insel, die ursprünglich für seine reichen Fischgründe bekannt war), Gemeinschaften in der Nähe des Kohlekraftwerks Bataan in der philippinischen Region Central Luzon, sowie Organisationen der Zivilgesellschaft, darunter auch Greenpeace Southeast Asia-Philippines.

Die Untersuchung hat das Potenzial, das allgemeine Verständnis der Unternehmensverantwortung gegenüber dem Klimawandel zu verändern und auf die Rolle von Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie als Verursacher der Klimakrise aufmerksam zu machen. Die Antragsteller der Petition wollen zeigen, dass die Kohle-, Öl- und Gasunternehmen die Hauptverantwortlichen der Klimakrise sind und Maßnahmen ergreifen müssen, um weiteren Schaden zu verhindern.

"Den Gemeinschaften, die an der Front der Klimakrise leben, muss Gerechtigkeit zuteil werden. Ihre Grundrechte auf Nahrung, Wasser, Unterkunft, Gesundheit und sogar ihr Leben sind durch den Klimawandel bedroht", sagte Amalie Obusan, Direktorin des Greenpeace-Büros auf den Philippinen. "Es sind die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie, die den Großteil der Verantwortung für den Klimawandel und die damit verbundenen Schäden tragen, und sie können und müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

An den Anhörungen nehmen Menschen aus verschiedenen Teilen der philippinischen Gesellschaft teil, die vom Klimawandel betroffen sind. Daneben werden Vertreter der philippinischen Klimakommission sowie lokale und internationale Klima-Experten zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Menschenrechten und der Verantwortung von Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie zur Einhaltung der Menschenrechte aussagen.

"Diese Petition ist sowohl ein moralischer wie ein juristischer Appell, den Klimawandel als eine der größten Bedrohungen der Menschenrechte unserer Zeit zu behandeln. Die Rechtsstaatlichkeit muss dort verteidigt werden, wo Konzerne zum Klimawandel beigetragen haben und von den vorhersehbaren Schäden wussten", sagte Lisa Hamilton, Direktorin des Energie- und Klimaprogramms des “Center for International Environmental Law” (CIEL) und eine der Experten.

Die Antragsteller der Petition fordern, dass Vertreter der betroffenen Unternehmen an den öffentlichen Anhörungen teilnehmen und Pläne zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen präsentieren, um zukünftige Menschenrechtsverletzungen durch die Folgen des Klimawandels zu verhindern.

Rica Diamzon Cahilig, eine Jugendleiterin der indigenen Völker, gehört zu denen, die den ersten Tag der öffentlichen Anhörungen eröffnen. Sie berichtet darüber, wie sich der Klimawandel auf ihre Familie, die Bildung und sogar die kulturelle Tradition von Pagdadanso auswirkt, welche vom Aussterben bedroht ist. "Früher waren wir in der Lage, in die Berge zu gehen, wenn in der Stadt kein Essen mehr zur Verfügung war. Das ist jetzt aber nicht mehr möglich", erklärte Cahilig.

Weitere Anhörungen sind in den nächsten Monaten auf den Philippinen, in den USA und in Europa geplant. Die Antragsteller hoffen, dass die Kommission ihre Untersuchung bis Ende dieses Jahres abschließen und Anfang 2019 ihren Beschluss veröffentlichen wird.

 

Article Source : Greenpeace International