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Online-Shopping boomt und zerstört die Natur – Greenpeace-Umfrage zum Kaufverhalten

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.

Die Rabattschlacht Black Friday und die Weihnachtszeit nahen und damit der Höhepunkt des jährlichen Konsumrauschs. Auch online wird dann wieder bestellt, was das Zeug hält. Kleidung in allen möglichen Farben, Stilen und Größen, Bücher, Smartphones und Fernseher – was nicht passt oder nicht gefällt, kann ja zurückgeschickt werden. Dass ein Drittel der retournierten Ware gar nicht mehr in den direkten Verkauf geht sondern zum großen Teil vernichtet wird, wissen allerdings neun von zehn Konsumenten nicht. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage von Greenpeace Deutschland.

Im Auftrag von Greenpeace Deutschland hat das Meinungsforschungsinstitut Nuggets im Oktober 1000 Frauen und Männer deutschlandweit zu ihren Online-Einkäufen befragt und präsentiert nun in der Vorweihnachtszeit die Ergebnisse. Die Umfrage zeigt: Online-Käufe gehören zum Alltag. Vier von fünf Befragten gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten Kleidung oder Schuhe online erworben zu haben, und zwar im Durchschnitt 16 Artikel. Drei von vier Befragten bestellen sogar regelmäßig Textilien und Schuhe, weitere beliebte Produkte sind Elektronikartikel und Möbel. Vor allem all  jene, die mehr als zehn Teile pro Jahr online bestellen, darunter besonders Menschen unter 30 Jahren und Frauen, gaben an, oft mit konkreter Rücksendeabsicht zu bestellen: Jeder zweite dieser „Heavy Shopper“ schickt regelmäßig Bekleidung oder Schuhe zurück.

Online-Handel: Einmal bis zum Mond und fast bis ganz zurück zur Erde

Schnell mal im Internet einzukaufen, statt in Geschäfte zu gehen: Dieses Kaufverhalten nimmt von Jahr zu Jahr zu. Für 2018 rechnet der Online-Handel mit einem Umsatz von  53,4 Milliarden Euro – viermal so viel wie 2008. 2017 wurden zum Beispiel allein in Deutschland rund  3,4 Milliarden Online-Bestellungen verschickt: Bei einer mittleren Pakethöhe von 20 Zentimetern würden sich diese Bestellungen einmal bis zum Mond und fast bis ganz zurück zur Erde stapeln lassen.

Die Rechnung für diesen Konsumrausch zahlt vor allem die Umwelt: durch Ressourcenverschwendung und Energieverbrauch. 2016 betrug der Berg an Papier, Pappe, Karton und Plastik zum Verpacken des Warenversandes 8,1 Millionen Tonnen – was knapp 45 Prozent des Verpackungsmülls in Deutschland entspricht. Wird Ware wie zum Beispiel Kleidung nur kurz oder kaum benutzt, heizt das zusätzlich die Konsumspirale an.

Umweltfrevel: Retouren landen im Müll

Hinzu kommt, dass der Onlinehandel im großen Stil neuwertige Waren vernichtet – was laut Umfrage nur jeder Zehnte weiß. Die Entsorgung von Ladenhütern oder zurückgesendeten Artikeln ist irrsinnigerweise billiger, als die Waren zu lagern, neu zu verpacken oder an Bedürftige zu verschenken. Nach Recherchen des ZDF und der Wirtschaftswoche vom Juni 2018 verkauft beispielsweise Amazon rund 30 Prozent der Retouren nicht weiter, an einzelnen deutschen Standorten des Marktführers landen täglich Warenwerte bis zu 23.000 Euro pro Person eines „Kaputtmacher-Teams“ im Schredder.

Der Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt“, so Viola Wohlgemuth, Expertin für Konsum bei Greenpeace Deutschland. „Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat.

Das zeigt zum Beispiel auch der sogenannte Earth-Overshoot-Day, der Tag der Erdübernutzung. An ihm hat die Menschheit sämtliche Ressourcen, die auf der Welt in einem Jahr entstehen können, aufgebraucht. Seit Jahren erreichen wir diesen Tag immer früher. 2018 war es der 1. August, 1990 noch der 13. Oktober, 1971 der 21. Dezember. Das heißt, wir übernutzen die Ressourcen unserer Erde immer schneller. „Das muss sich dringend ändern“, fordert Wohlgemuth. Unter der Initiative „Make Smthng“ (von Greenpeace Deutschland) gibt sie Tipps, wie man dem Konsumrausch entfliehen und Dinge selber machen oder reparieren kann, statt on- oder offline immer nur neu zu kaufen.

 

Buy Nothing Gruppenaktionstag in Hamburg

Unter dem Motto „Buy nothing – Make something“ zeigen Greenpeace-Ehrenamtliche in Hamburg Alternativen zum Wegwerfkonsum. Greenpeace-Gruppen luden am „Tag des guten Lebens“ Verbraucherinnen und Verbraucher zum Selbermachen, Reparieren, Tauschen und Verschönern von Gebrauchsgegenständen in das Greenpeace Bürogebäude ein. © Bente Stachowske / Greenpeace

Article Source : Greenpeace Deutschland