Brüssel / Luxemburg, 20 Juni 2019 — Klimaaktivisten von Greenpeace projizierten heute Morgen eine riesige Animation der Erde als Bombe mit brennender Zündschnur auf das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel. Die Animation wurde von einer Sirene begleitet, der Text “Climate emergency. Time’s running out. EU act now.” („Klimaausnahmezustand. Die Zeit läuft ab. Die EU muss jetzt handeln.“) erschien abwechselnd in Englisch, Deutsch, Französisch und Polnisch auf dem Kommissionsgebäude. Mit der heutigen Aktion warnten die Aktivisten im Vorfeld des EU-Gipfeltreffens-in Brüssel, die politischen Entscheidungsträger Europas, dass konkrete Maßnahmen der EU dringend erforderlich sind, um den Klimakollaps zu verhindern. Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich heute und morgen, um über die Prioritäten der EU, die Vergabe der wichtigsten Ämter und die Klimakrise zu diskutieren.

Klimaaktivisten von Greenpeace projizierten eine riesige Animation der Erde als Bombe mit brennender Zündschnur auf das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel.

Klimaaktivisten von Greenpeace projizierten eine riesige Animation der Erde als Bombe mit brennender Zündschnur auf das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel. © Eric De Mildt / Greenpeace

Sebastian Mang, Berater für Klimapolitik bei Greenpeace EU, erklärte: „Der Klimakollaps ist eine existenzielle Bedrohung. Bereits jetzt werden unsere Umwelt und das Leben von Millionen Menschen zerstört. Eine überwältigende Mehrheit der EU-Regierungen unterstützt ein langfristiges Netto-Null-Emissionsziel bis 2050, aber die Staats- und Regierungschefs müssen auch zeigen, dass sie bereit sind, dringende Maßnahmen zu ergreifen. Dies wäre ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft vor dem bedeutenden UN-Klimagipfel im September. Die EU und der/die neue Präsident-in der Europäischen Kommission müssen die Klimakrise zur obersten Priorität machen, konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Emissionen sofort zu senken und die größten Verursacher der Treibhausgasemissionen zur Verantwortung zu ziehen. “

Bisher unterstützen mindestens 22 Regierungen das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Ziel, die Treibhausgasemissionen der EU bis 2050 auf netto Null zu reduzieren, was eine Kompensation der verbleibenden Emissionen, z.B. durch Aufforstungsmaßnahmen, erforderlich machen würde. Die Staats- und Regierungschefs diskutieren im Vorfeld des UN-Klimagipfels im September ebenfalls über eine Überprüfung des derzeitigen Emissionsziels der EU von minus 40% bis 2030.

Greenpeace fordert die EU auf, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65% zu senken (gegenüber dem Stand von 1990) und bis 2040 Netto-Null-Emission anzustreben, um den katastrophalen Klimawandel zu verhindern.

Drei Klima-Tests für den EU-Gipfel am 20. und 21. Juni

Erstens muss der Klimaschutz zur Priorität für diejenigen werden, die die Spitzenposten der EU besetzen werden. Die europäischen Staats- und Regierungschefs treffen sich, um die wichtigsten Posten der EU zu besprechen: den des/der Präsidenten/in der Europäischen Kommission, des/der Präsidenten/in des Europäischen Rates und des/der Beauftragten der EU-Außenpolitik. Greenpeace fordert die Kommissions- und Ratspräsidenten auf, die Klima- und Umweltkrise zur obersten Priorität zu machen.

Zweitens muss soziale Klimagerechtigkeit ein wesentlicher Bestandteil des Fünfjahresplans der neuen EU-Kommission werden. Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden die politische Richtung und die obersten Prioritäten der Europäischen Union festlegen. Ein Entwurf der strategischen Agenda für den Zeitraum 2019-2024 belegt, dass die Staats- und Regierungschefs der EU noch nicht verstanden haben, dass ein drastischer Wandel erforderlich ist, um die existenzielle Klima- und Umweltkrise zu bewältigen. Die EU muss gewährleisten, dass die Verantwortlichendarunter einige der reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt ihren gerechten Anteil leisten, soziale Ungleichheiten beseitigt und Menschenrechte geschützt werden.

Drittens: Das Klima-Engagement der EU muss verstärkt werden, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Für die EU ist der EU-Gipfel am 20. und 21. Juni die letzte Gelegenheit, im Vorfeld eines UN-Klimagipfels in New York im September zu zeigen, dass sie bereit ist, die Klimaschutzmaßnahmen massiv zu beschleunigen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat die Regierungen aufgefordert, ihre Zusagen dringend zu verbessern, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die derzeitigen globalen Klimaschutzverpflichtungen würden zu einer Erwärmung von weit über 3°C führen und katastrophale Auswirkungen auf die Menschheit und Umwelt haben.

 

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