Um die Zerstörung und Verschmutzung unseres Planeten zu bekämpfen, setzt Greenpeace mehrere Schiffe ein, mit denen die Organisation auf allen Weltmeeren unterwegs ist. Kommen Sie mit auf eine Entdeckungsreise.

Warum eine eigene Flotte?

Unsere Schiffe stehen bei vielen unserer Kampagnen an vorderster Front und übernehmen dabei mehrere zentrale Aufgaben:

  • Den Klimawandel bekämpfen, indem wir über die Gefahren der Klimakrise, umweltschädliche Praktiken und die dringende Notwendigkeit einer echten Energiewende aufklären.
  • Unsere Wälder verteidigen, indem wir Schiffe stoppen, die illegales Holz oder Soja aus abgeholzten Regionen abtransportieren. So sammeln wir Beweise, um skrupellose Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, und erhöhen den Druck für strengere Gesetze.
  • Unsere Ozeane schützen, indem wir illegale Fischerei aufdecken, damit Umweltverbrechen verfolgt und bedrohte Fischarten besser geschützt werden. Gleichzeitig unterstützen wir wissenschaftliche Expeditionen, um die Tiefsee und ihre Ökosysteme besser zu erforschen.
  • Giftige Abfälle eliminieren, indem wir gefährliche Frachttransporte weltweit verfolgen und öffentlich machen.
  • Eine Landwirtschaft fördern, die Mensch und Umwelt respektiert, indem wir Hafenblockaden gegen Gentechnik-Lieferungen unterstützen und die Praktiken der Chemieindustrie anprangern, die aus Profitinteresse unsere Ernährung kontrolliert – auf Kosten von Umwelt und Gesundheit.

Die Rainbow Warrior III

Die Rainbow Warrior, wie sie entlang der Küste von Queensland fährt. © Jeff Tan / Greenpeace.

Benannt nach ihrem legendären Vorgänger, das 1985 im Hafen von Auckland von Geheimdienstagenten versenkt wurde, steht die Rainbow Warrior III heute für eine neue Generation von Schiffen. Sie ist mit modernster Technik ausgestattet, nach höchsten Umweltstandards gebaut und das erste Schiff, das speziell für die Kampagnen von Greenpeace entworfen wurde.

Das 2011 gebaute Flaggschiff bietet Platz für bis zu 34 Personen, und ist ganz auf schnelle Einsätze ausgelegt. Innerhalb weniger Minuten können die drei Schlauchboote mit Hilfe beweglicher Kräne zu Wasser gelassen werden. Der Funkraum ist für weltweite Satellitenkommunikation gerüstet und durch eine Stahlwand gesichert, sodass selbst im Fall einer Kollision oder eines Enterversuchs weiter gesendet werden kann.

Ein Beispiel für eine Aktion?

Im November 2024 steuerte die Rainbow Warrior III den Hafen von Daesan in Südkorea an, just in dem Moment, als die finalen Verhandlungen für ein internationales Plastikabkommen liefen. Mit Schlauchbooten näherten sich Aktivist:innen aus mehreren Ländern einem Tanker, der Propylen transportierte,  einen zentralen Grundstoff für die Kunststoffproduktion. Mit ihrer gewaltfreien Aktion stoppten sie die Lieferung, um ein klares Signal an die Regierungen zu senden: Sie sollen dem Druck der petrochemischen Industrie standhalten, die sich gegen eine Reduzierung der Plastikproduktion stellt.

Die Arctic Sunrise

Die Arctic Sunrise im Svalbard-Archipel. © Nick Cobbing / Greenpeace

Die 1996 in Dienst gestellte Arctic Sunrise ist ein verstärktes Schiff, das selbst extremsten Bedingungen in den Polarregionen standhält. Gebaut wurde sie bereits 1975, ihre erste Mission für Greenpeace absolvierte sie 1995. Bis zu 28 Personen finden an Bord Platz.

Robust gebaut, ohne klassischen Kiel und mit abgerundetem Rumpf gleitet sie förmlich durch das Packeis und trotzt selbst härtesten arktischen Bedingungen. Sie ist ein unverzichtbares Instrument im Einsatz gegen die Zerstörung sensibler arktischer Lebensräume durch Ölkonzerne, Regionen, die nur schwer zugänglich sind. Doch die Arctic Sunrise ist vielseitig: Sie patrouilliert in den Polarregionen ebenso wie in der Nordsee, um industrielle Megatrawler zu dokumentieren, oder vor der Küste des Kongo, wo sie Bedrohungen für empfindliche Meeresökosysteme sichtbar macht.

Konkrete Einsätze?

1997 schrieb die Arctic Sunrise Geschichte: Als erstes Schiff umrundete sie die James-Ross-Insel in der Antarktis, die bis dahin von einer bis zu 200 Meter dicken Eisschicht umgeben gewesen war. Für die Crew waren die offenen Gewässer ein frühes, unübersehbares Warnsignal für die fortschreitende Klimakrise.

Im Mai 2025 wurde die Arctic Sunrise erneut aktiv, diesmal im Marinepark des Golfs von Lion. Um auf den unzureichenden Schutz ausgewiesener Meeresschutzgebiete aufmerksam zu machen und industrielle Fischereischiffe fernzuhalten, setzte das Team mithilfe einer eigens entwickelten Abwurframpe mehrere tonnenschwere Kalksteinblöcke auf dem Meeresboden aus. Seit der Aktion meiden Megatrawler dieses sensible Gebiet, ein wichtiger Schritt, damit sich das Ökosystem dort erholen kann.

Wissen Sie eigentlich, was eure Spenden bewirken?
Dank Ihrer Unterstützung können wir auf See gehen, spannende wissenschaftliche Expeditionen starten und unsere Ausrüstung bereitstellen.
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Die Witness

„Tauffahrt“ der Witness vor der Küste von Amsterdam. © Marten van Dijl / Greenpeace

Die Witness, das jüngste Mitglied der Greenpeace-Flotte, ist zugleich das umweltfreundlichste. Der wendige Segler kann bis zu 15 Personen für Küstennavigation aufnehmen. Gebaut wurde er 2003 und 2021 von einem großzügigen Spender an Greenpeace übergeben. Seither wurden umfangreiche Umbauten vorgenommen, um den ökologischen Fußabdruck des Schiffes so gering wie möglich zu halten: Solarpaneele, Windturbinen und ein optimiertes Energiemanagementsystem sorgen dafür, dass die Crew autark unterwegs sein kann.

Konkrete Einsätze?

Im Jahr 2024 fuhr die Witness unter anderem die Mündung des Amazonas hinauf, um die Auswirkungen der Ölbohrungen auf das große Amazonas-Riff zu dokumentieren und öffentlich anzuprangern. Dank des Schiffes konnten zahlreiche Daten gesammelt werden, die zeigen, welche Folgen ein Ölunfall im Falle von Bohrungen haben könnte.

Im selben Jahr führten Wissenschaftler:innen an Bord der Witness eine Studie durch, um vor den Risiken einer neuen Rohstoffindustrie vor der Küste Norwegens zu warnen. Ihr Bericht sensibilisierte das Europäische Parlament, das mit überwältigender Mehrheit die Entscheidung Norwegens kritisierte, die Arktis für Tiefseebergbau zu öffnen.

Vom 23. bis 27. Februar 2026 werden einige Teammitglieder des luxemburgischen Greenpeace-Büros, darunter Kampagnerin Altynaï Bidaubayle, an Bord der Witness eine Ausbildung auf See absolvieren. Haben Sie Fragen an die Crew oder möchten Sie Grüße und Botschaften senden? Dann nutzen Sie die Gelegenheit!