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Millionen UnterstützerInnen haben es möglich gemacht: Greenpeace konnte 2018 über 125 kleine und große Erfolge erreichen – für uralte Wälder, bedrohte Tiere, saubere Meere und ein kühles Klima. Wir präsentieren 9 Themen, bei denen wir besondere Erfolge erreichen konnten.

Die Kleinsten schützen

Chinstrap Penguins in the Antarctic. © Paul Hilton

Zügelpinguin auf der Halbmond-Insel in den Süd-Shetlands der Antarktis. © Paul Hilton

Unter den kalten Wellen des Südpolarmeeres leben bunte Korallen, schwarzweiße Pinguine, gewaltige Blauwale und zahllose rosa Krebstierchen. Dort pulsiert das an die Eiseskälte angepasste Leben. Aber es steht auf einer dünnen Basis: Jedes Tier hängt direkt oder indirekt vom Krill ab – und den hat eine millionenschwere Industrie entdeckt. Er dient als Futter für Fischfarmen ebenso wie als Bestandteil dubioser Nahrungsergänzungsmittel. Und so sind

Greenpeace hatte schon einmal die Antarktis gerettet, als die Bergbauindustrie in den 80er Jahren die Rohstoffe plündern wollte. Ein Jahrzehnt des Einsatzes zahlte sich aus, als der Kontinent geschützt wurde. Anfang 2018 waren nun seine Meere bedroht. Und Greenpeace setzte alles in Bewegung: Die Arctic Sunrise war monatelang vor Ort. Sie forschte und brachte der Welt die Bedeutung des Lebensraumes näher. AktivistInnen konfrontierten mächtige Krill-Trawler – mit dabei auch die Österreicherin Sarah aus Baden. Im Sommer schließlich kündigten die wichtigsten Vertreter der Krill-Industrie an, sich aus der Antarktis zurückzuziehen.

Der Kampf geht weiter, denn noch ist das Gebiet kein offizielles Schutzgebiet. Doch dank Millionen von Menschen konnten bereits erste Erfolge erzielt werden.

Den längsten Atem haben

Firefighting and Training Camp on Ladoga Skerries. © Maria Vasilieva

Anastasia Ivashkevich, Gruppenleiterin der freiwilligen Waldbrandbekämpfer von Transbaikalia. © Maria Vasilieva

Nach 27 Jahren unermüdlichem Einsatz ist es Greenpeace gelungen, die russische Regierung zur Einrichtung eines Nationalparks am Ladogasee, dem größten See Europas, zu erreichen.

In drei Jahrzehnten organisierte Greenpeace Feuerwehrcamps und –patrouillen, um die Wälder am See vor Bränden durch rücksichtslose Touristen zu schützen. ForscherInnen untersuchten die Gebiete um den See. Greenpeace mobilisierte 40.000 Menschen und 40 Wissenschaftler, sich an die Regierung zu wenden. Greenpeace konterte die Pläne des riesigen staatsnahen Rosneft-Konzerns, wichtige Teile des Sees zur Ausbeutung freizugeben.

Am Ende stand der Erfolg: Ein Gebiet dreimal so groß wie Wien wurde zum Nationalpark erklärt. Die Adler am Ladogasee können nun wieder ungehindert brüten, die seltene Ladoga-Ringelrobbe sicher planschen. Sie sind nicht alleine: Insgesamt konnte Greenpeace in Russland Gebiete von der Größe der Schweiz vor Raubbau schützen. Und das ist dem geduldigen Einsatz über viele Jahre zu verdanken, möglich gemacht durch die UnterstützerInnen von Greenpeace.

Die Größten zum Umdenken bringen

Protest in Taiwan for Samsung to Commit to Clean Energy. © Chong Kok Yew

Greenpeace Aktivisten bei einer Aktion gegen Samsung in Taipeh. © Chong Kok Yew

Technologieriesen präsentieren sich gerne innovativ, hochglänzend, sauber – doch unter der Oberfläche sieht es manchmal anders aus. Der koreanische Elektrogigant Samsung war lange ein Beispiel dafür: Die Energie für die Produktion in asiatischen Ländern stammte aus Kohle, der Konzern stieß CO2–Mengen in der Größenordnung wie Bolivien aus.

Greenpeace forderte deshalb seit Jahren eine Änderung. Es wurden Shops umdekoriert, Plakatwände verändert, virale Videos produziert – und nun wählte Samsung den wirklich modernen Weg. Der Konzern wird seine Produktionsanlagen in Korea mit eigenen Solar- und Geothermikanlagen ausstatten und auch die Niederlassungen in China, Europa und den USA bis 2020 mit erneuerbaren Energien versorgen.

Die uralten Wälder erhalten

Activists in Bialowieza Forest. © Anonymous

Mehr als 70 Aktivisten aus 12 europäischen Ländern blockierten schwere Maschinen, die den Urwald im UNESCO-Schutzgebiet im Białowieża-Wald in Polen fällen. © Anonymous

Wo Luchse streifen und Wisente weiden, wo uralte Baumriesen in den Himmel ragen, begannen 2017 die Kettensägen zu heulen: Der uralte Wald von Białowieża in Polen, einer der letzten großen Urwälder Europas, war von Rodungen bedroht. Diese waren illegal – doch Gerichte brauchen Zeit zu arbeiten.

Und so stellten sich die AktvistInnen von Greenpeace den Rodungen entgegen, ketteten sich an Bäume und gewaltige Forstmaschinen, patrouillierten den Wald und gewannen so Zeit. Nach einer Verfügung des EuGH wurde dieses Jahr der Entscheid klar: Die Rodungen dürfen nicht fortgesetzt werden. Und Białowieża ist gerettet.

Den Zerstörern der Meere im Weg stehen

Disrupting Seismic Testing Vessel with Swimmers in New Zealand. © Jason Blair

Greenpeace-Exekutivdirektor Russel Norman schwimmt mit Boje und Banner, auf dem „Rise Up / End Oil“ steht, vor dem seismischen Testschiff Amazon Warrior. © Jason Blair

Niemand hatte erwartet, im trüben Wasser der Amazonasmündung ein Riff zu finden. Doch vor wenigen Jahren geschah genau das – und das einzigartige, unerforschte Ökosystem war bereits bedroht: Denn große Ölkonzerne wollten genau dort nach Öl suchen. Ein Leck wäre eine Katastrophe gewesen. So mobilisierte Greenpeace Millionen Menschen, die sich an die Konzerne BHP Billiton, Total, BP und andere. BHP gab nach wenigen Monaten nach. Nun konnte der Einsatz die brasilianische Umweltbehörde IBAMA überzeugen, auch Total keine Lizenzen für Bohrungen zu geben Ein wichtiger Erfolg für das Amazonas-Riff!

Die Ölindustrie hatte Neuseelands Seegebiete entdeckt und schickte ihre gewaltigen Suchschiffe aus, die mit Schallwellen nach Öl suchen – zum Leid der Meereslebewesen, deren Gehör von dem Druck zerstört wird, so dass sie orientierungslos verenden. Aber AktivistInnen von Greenpeace hielten sie auf, indem sich Schwimmer direkt in den Weg der Schiffe begaben. Tausende NeuseeländerInnen wollten nicht zusehen, wie die Meere für Profit ausgebeutet wurden, und unterstützten Greenpeace. 2018 erklärte die Premierministerin, dass keine weiteren Ölsuchen genehmigt würden. Der Einsatz für die Meere Neuseelands machte auch ein neues Schiff für Greenpeace möglich: Die kleine Taitu, die Kämpferin der See, wurde in einer Crowdfunding-Aktion innerhalb weniger Wochen finanziert und wird nun die Wellen um Neuseeland hüten.

Die Bienen beschützen

Bees Action at Bayer HQ in Vienna. © Mitja Kobal

Greenpeace-Aktivisten protestieren mit toten Bienen in der Hand und Banner im Rücken und sagen: „Bayers Pestizide töten Bienen und Hummeln“. © Mitja Kobal

In den letzten Jahren haben die Zahlen der Bienen drastisch abgenommen – und damit droht unserer Nahrungsversorgung eine Katastrophe. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hemmungslose Einsatz von Pestiziden.

Greenpeace kämpft seit 2012 mit aller Kraft gegen die als „Bienenkiller“ bekannten Pestizide aus der Klasse der Neonicotinoide, klärte auf, brachte Petitionen ein und startete Aktionen gegen die Rücksichtslosigkeit der Agrochemiindustrie. Mit Erfolg: Im April erließ die EU ein fast vollständiges Verbot der drei schlimmsten Bienenkiller.

Greenpeace will aber nicht nur ein Pestizid gegen ein anderes ersetzt sehen; wir setzen uns für eine biologische Landwirtschaft ein, in der Bäuerinnen und Bauern ein faires Auskommen finden, ohne auf schädliche Chemikalien angewiesen zu sein.

Die Plastikflut an der Quelle stoppen

Great Pacific Garbage Patch. © Justin Hofman

Debris from a fishing net seen underwater with MY Arctic Sunrise ship in background. Rückstand von einem Fischernetz unter Wasser mit dem MY Arctic Sunrise im Hintergrund. © Justin Hofman

Die Welt versinkt im Plastikmüll. Er erreicht inzwischen die entferntesten Orte der Erde – wie die Arctic Sunrise im Südpolarmeer dokumentierte. Immer mehr Menschen tun etwas dagegen und räumen auf, trennen Müll und recyclen. Doch die Hersteller wollen keine Mitverantwortung für die Entsorgung von Wegwerfplastik übernehmen; sie planen sogar, noch mehr davon herzustellen. Die Aufgabe, es wegzuräumen und für die Entsorgung zu zahlen, sollen wir KonsumentInnen übernehmen.

Greenpeace analysierte gemeinsam mit der Bewegung #breakfreefromplastics im Sommer Plastik, das an 179 Orten auf sechs Kontinenten gesammelt wurde, und identifizierte die größten Hersteller. Mir Erfolg: Am 24. Oktober hat das Europäische Parlament für ein Verkaufsverbot ab 2021 von Einweg-Kunststoffartikeln wie etwa Teller, Besteck, Strohhalme, Haltestäbe für Luftballons oder Wattestäbchen aus Plastik gestimmt.

Für die Gesundheit forschen

Water Testing in Austria. © Mitja Kobal

Nährstoff-Untersuchungen der Wasserproben aus dem Schwarzaubach, Steiermark, Österreich. Die Untersuchungen waren Teil der Tests für den Greenpeace-Report Dirty Waters – Wie Massentierhaltung Flüsse in Europa verschmutzt. © Mitja Kobal

Greenpeace deckte auf: Europäische Gewässer sind mit Pestiziden und Antibiotika verseucht. Besonders in Gebieten, wo die industrielle Tierhaltung mit riesigen Schweineställen üblich ist, ist die Belastung mit Schadstoffen groß.

Die Detox-Kampagne zur Entgiftung der Textilindustrie zog Bilanz: 80 Unternehmen weltweit haben sich zu einer giftfreien Produktionsweise bekannt. Im norditalienischen Prato-Distrikt verpflichtete sich sogar eine ganze Textilregion, giftfrei zu produzieren.

Auch politisch wurde einiges erreicht: Auf Druck von Greenpeace wurden in China, Indonesien und Mexiko gesetzliche Maßnahmen für sauberes Wasser angestoßen. Außerdem dürfen ab 2020 Textilien, die giftige Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten, nicht mehr in die EU eingeführt werden.

Den Weg im Konsumdschungel weisen

Zeichen-tricks Analyse im Supermarkt

Zeichen-tricks Analyse im Supermarkt © Greenpeace

Sie sind auf vielen Produkten zu finden – kleine Siegel in vielen Farben, die nachhaltigen Anbau, Tierwohl und vieles mehr versprechen. Doch allzu viele davon sind entweder undurchsichtig und unwirksam, oder sie sind schlichte Marketingmittel, um Produkten ein grünes Mäntelchen umzuhängen, das dieses nicht verdient hat. Welche Gütesiegel ehrlich und welche entbehrlich sind, ist für KundInnen schwer bis gar nicht zu durchschauen.

Greenpeace veröffentlichte daher eine detaillierte Analyse der verbreiteten Gütesiegel im Report „Zeichen-Tricks“. Er schafft schnell und übersichtlich Klarheit im Siegel-Dschungel – und führte alsbald zu Verbesserungen bei einigen Siegeln, hin zu echtem Bio, weg von falschem Grün.

Im Marktcheck verglich Greenpeace das Angebot der Supermärkte an biologischen, nachhaltigen und tierfreundlichen Produkten, sowie die Transparenz in der Kennzeichnung. Besonders aufsehenerregend: Tests von Wurstsemmeln und Schweinefleisch, die noch zahlreiche Mängel aufdeckten.

Es geht weiter – mit der Kraft der UnterstützerInnen!

Action against Exploratory Drilling in the North Sea. © Joris van Gennip

Die Zukunft ist voller Herausforderungen. Die Überflutung der Welt mit Plastik erreicht neue Höhepunkte. Die Klimaerhitzung erfordert dringend entschlossenes Handeln. Lebensräume auf der ganzen Welt sind von Profitgier bedroht.

Greenpeace wird 2019 weiter für deine gesunde Welt kämpfen. Dank unserer UnterstützerInnen können uralte Wälder schützen, Tiere vor dem Aussterben bewahren, den Schutz der Meere vorantreiben, weiter für ein gesundes Klima kämpfen – und mit unseren Schiffen dafür sorgen, dass Umweltverbrechen selbst am entlegendsten Ort der Welt nicht ungesühnt bleiben.

Wir bedanken uns bei allen, die unseren Einsatz erst möglich machen. Auf ein erfolgreiches Jahr 2019!

Article Source : Greenpeace Österreich