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Die schrecklichen Bilder der Überschwemmungen der letzten Tage in Belgien und vor allem in Deutschland, in Echternach, Ettelbruck oder im Grund, haben unser Team sehr bewegt. In der vergangenen Woche haben in Deutschland und Belgien viele Menschen ihr Leben verloren, und Tausende sind obdachlos geworden.

© Guy Jallay / wort.lu

Innerhalb weniger Minuten mussten Familien mitansehen wie ihr gesamtes Leben davon gespült wird und stehen nun vor ungeheuren materiellen Schäden – während wir diesen Artkel schreiben, haben einige unter ihnen immer noch keinen Zugang zu Trinkwasser oder Strom. Landwirte haben ihre Ernte und ihr Land durch die Fluten verloren.

Während der Regen endlich nachgelassen hat, bleiben unsere Gedanken bei allen Opfern dieser Katastrophe. Um sich von dieser Krise wieder erholen zu können, benötigt es vor allem Solidarität und Unterstützung der öffentlichen Behörden. Wenn Sie den Katastrophenopfern in Luxemburg helfen wollen, besuchen Sie zum Besipiel die Website des Roten Kreuzes und der Caritas für Geldspenden oder unterstützen Sie die Gemeinde Rosport mit Sachspenden.

Die Wissenschaft warnt uns seit Jahren

Leider ist diese Katastrophe keine Überraschung, bereits 1990 warnte der erste Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) vor der Zunahme an extremen Wetterereignissen (Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen) durch den Klimawandel.

Bereits 2006, fast zehn Jahre vor dem Pariser Abkommen, präsentierte die luxemburgische Regierung einen Aktionsplan, in dem auch die Zunahme extremer Wetterereignisse und der daraus resultierende Verlust an Menschenleben und wirtschaftliche Schäden erwähnt wurden. “Die Kosten der Untätigkeit überwiegen bei weitem die Kosten der Prävention“, befürchtete der damalige Umweltminister, der seinen eigenen Ankündigungen nicht nachkam.

Fünfzehn Jahre erfüllt sich seine Prophezeiung. Wissenschaftler und Umweltschützer schlagen schon seit Jahren Alarm. Tatenlosigkeit beim Klimaschutz wird sich teuer zu stehen kommen: Ökonomen schätzen, dass die Kosten sich bis 2025 auf 1,7 Billionen Dollar belaufen werden, ohne Berücksichtigung der menschlichen Verluste, unter denen vor allem die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft leiden werden.

Glücklicherweise ist es noch nicht zu spät um wirksame Maßnahmen zu ergreifen, dennoch ist Eile geboten. Nicht mehr nur Länder am anderen Ende der Welt sind von Wirbelstürmen oder Überschwemmungen betroffen. Der Klimakollaps kennt keine Grenzen und ist auch in Europa und im Großherzogtum bittere Realität geworden. Wenn wir unseren Kindern und Enkeln keine Zukunft voller trostloser Bilder, wie die der letzten Tage hinterlassen wollen, ist es dringend notwendig endlich zu handeln.

Nichts zu unternehmen verändert alles

Die Wissenschaft ist sich einig: um einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 1,5 Grad um jeden Preis zu vermeiden, das Pariser Abkommen einzuhalten und bis 2050 Kohlenstoffneutralität zu erreichen, müssen wir in Europa unsere Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65% reduzieren. Davon sind alle Bereiche betroffen, vom Verkehr über die Industrie bis hin zur Landwirtschaft.

Unser gesamter Lebensstil muss sich ändern. Wir müssen in die Ära der Dekarbonisierung eintreten und auf die Gewinnung von fossilen Brennstoffen verzichten. Die kürzlich von der Europäischen Kommission angekündigten Klimamaßnahmen sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber reichen bei weitem nicht aus.

All diejenigen, die immer noch versuchen alte Wunden zu lecken, ohne die strukturellen Ursachen zu bekämpfen, und lieber untätig bleiben anstatt zu handeln, machen sich etwas vor.

© Didier Weber / RTL Luxembourg

1,5°C zum Überleben

Wir können uns nicht oft genug wiederholen: sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, müssen unsere Politiker*Innen die Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu ihrem Hauptanliegen machen.

Klimaschutz ist nicht nur eine Frage der Ökologie: es ist ganz einfach eine Frage des Überlebens. Wir brauchen feste Verpflichtungen und konkrete Maßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit katastrophaler Wetterereignisse wie die der letzen Woche zu verringern, genauso wie unsere Anfälligkeit für derartige zukünftige Ereignisse. Denn neben der zunehmenden Zahl von Katastrophen werden wir mit neuen wirtschaftlichen und sozialen Krisen konfrontiert werden, insbesondere durch die zunehmende Klimaimmigration.

Es muss endlich eine ehrgeizige Sozial- und Klimapolitik eingeführt werden, denn das eine kann nicht ohne das andere existieren.


Inspiration Artikel: Greenpeace Belgien