Luxemburg, 16. Januar 2026 – Der Weltweite Hochsee-Vertrag (BBNJ) tritt am 17. Januar 2026 offiziell in Kraft und markiert einen historischen Meilenstein für den Schutz der marinen Biodiversität. Dieser bedeutende Schritt, der nach mehr als zwanzig Jahren Verhandlungen und zivilgesellschaftlicher Mobilisierung erreicht wurde, ebnet den Weg für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten auf hoher See und für die Umsetzung des internationalen Ziels, bis 2030 30 % der Ozeane zu schützen. Greenpeace hebt die wichtige Rolle hervor, die Luxemburg bei der Umsetzung des Abkommens einnehmen kann, und fordert die Regierung auf, gemeinsam an einer zügigen und ambitionierten Realisierung der eingegangenen Verpflichtungen zu arbeiten.
„Die Ozeane sind ein gemeinsames Erbe der Menschheit, und heute feiert Greenpeace weltweit das Inkrafttreten des BBNJ-Vertrags. Unsere Botschaft an die Regierungen ist klar: Sie müssen jetzt rasch handeln, um die ersten Meeresschutzgebiete zu schaffen. Es bleiben nur noch vier Jahre, um bis 2030 30 % der Ozeane zu schützen: “Der Countdown läuft“, betont Altynaï Bidaubayle, Campaignerin bei Greenpeace Luxemburg.
Der UN-Hochsee-Vertrag, die bedeutendste umweltpolitische Gesetzgebung seit dem Pariser Klimaabkommen, erreichte im September 2025 mit der Ratifizierung durch Luxemburg seine 60. Ratifikation und trat damit offiziell in Kraft. Bis heute haben 81 Staaten den Vertrag ratifiziert, darunter China im Dezember 2025. Um diesen Meilenstein zu markieren und rasches Handeln einzufordern, koordiniert Greenpeace eine weltweite künstlerische Mobilisierung in 13 Ländern auf fünf Kontinenten.
Dieser rechtliche Fortschritt ist umso entscheidender, als derzeit nur 0,9 % der Hohen See vollständig oder weitgehend geschützt sind. Erstmals schafft der Vertrag einen rechtlichen Rahmen für die Einrichtung von Schutzgebieten auf Hoher See und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise, zum Stopp des Biodiversitätsverlusts sowie zum Schutz der Ernährungssicherheit von Milliarden von Menschen, die von gesunden Ozeanen abhängig sind.
In Luxemburg deuten mehrere Faktoren auf einen politischen Willen hin, die Umsetzung des Vertrags zu begleiten. Das Land ist Mitglied der von Präsident Emmanuel Macron initiierten Koalition Ocean Pioneers sowie der Global Ocean Alliance. In Antwort auf eine parlamentarische Frage erklärte die luxemburgische Regierung, dass „Luxemburg aktiv zur Vorbereitung der ersten Vertragsstaatenkonferenz (COP) zu den Ozeanen beitragen wird“.
Greenpeace unterstreicht, dass diesen diplomatischen Zusagen nun konkrete Taten folgen müssen. Die Organisation hatte insbesondere auf die Abwesenheit Luxemburgs bei der letzten Versammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde hingewiesen. „Die Führungsrolle Luxemburgs wird sich daran messen lassen, ob es in allen relevanten internationalen Gremien im Jahr 2026 einen starken und wirksamen Schutz der Ozeane verteidigt und sich aktiv an der Schaffung von Meeresschutzgebieten beteiligt“, schließt Altynaï Bidaubayle.


