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Luxemburg, den 9. September 2021. Die Plattform Meng Landwirtschaft unterstützt die europäische Bürgerinitiative “Bienen und Bauern retten” (Save Bees and Farmers). Gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen wollen wir mindestens eine Million Unterschriften (>750.000 bis jetzt) für diese Bürgerinitiative sammeln, damit die EU-Kommission und das Europäische Parlament gesetzlich verpflichtet sind, sich mit den Forderungen dieser Bürgerinitiative auseinanderzusetzen. In Luxemburg fehlen etwas weniger als 2.000 Unterschriften um die 4.500 nötige Signaturen zu erreichen. Wir können demnach das 10. EU-Land sein, das den Grenzwert erreicht und können zeigen, daß uns Bienen und Bauern gleichermassen wichtig sind. Jede Stimme zählt.

Warum Europas Bienen und Bauern helfen?

Die Folgen unserer Gemeinsamen Agrarpolitik für die Natur sind verheerend: Mit Hecken und blühenden Wiesen verschwinden auch Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten aus unseren Landschaften. Der Gesang einstmals weit verbreiteter Vogelarten verstummt. Bäche und Flüsse werden verschmutzt und täglich werden Umwelt und Verbraucher*innen einem Cocktail aus Pestiziden ausgesetzt.

Auch die Existenz der Bäuerinnen, Bauern und mittelständigen Produzenten selbst ist durch die industrielle Landwirtschaft bedroht: Durchschnittlich alle drei Minuten musste in den letzten zehn Jahren ein landwirtschaftlicher Betrieb in Europa aufgeben. Nach dem Motto Wachsen oder Weichen konzentriert sich immer mehr Fläche auf immer weniger Betriebe, die, um zu überleben, immer höhere Erträge erwirtschaften müssen. Kleine Höfe können oft keine Familie mehr ernähren. Mit ihnen verschwinden Arbeitsplätze und kulturelle Traditionen im ländlichen Raum.

Doch es gibt einen Ausweg: Eine Landwirtschaft, die ohne giftige Chemikalien auskommt, ist möglich. Eine Landwirtschaft, welche die unschätzbare Vielfalt an Naturräumen, Lebensmitteln und bäuerlichen Kulturen in Europa erhält und bereichert. Eine Landwirtschaft, die Bienen, Bäuerinnen und Bauern gleichermaßen eine Existenz sichert und gesünder für uns alle als Verbraucher*innen ist. Mit unserer Europäischen Bürgerinitiative setzen wir uns dafür ein, diese Art der Landwirtschaft zum Standard in ganz Europa zu machen. Europaweit bewirtschaften bereits 250.000 Betriebe ihr Land nach ökologischen Standards ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide.

Unsere Forderungen an die EU-Kommission:

  1. Schrittweiser Ausstieg aus synthetischen Pestiziden: Der Einsatz von synthetischen Pestiziden muss bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden. Bis 2035 soll die EU komplett aus der Nutzung der synthetischen Pestizide aussteigen.
  2. Maßnahmen für die Erholung der Biodiversität: Biotope in landwirtschaftlichen Flächen müssen wiederhergestellt und Produktionsmethoden so gestaltet werden, dass die Landwirtschaft wieder einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leistet. Auch in Luxemburg schreitet der Artenverlust trotz zahlreicher seitens der Politik ergriffener Maßnahmen weiter fort. Der zukünftige Maßnahmenkatalog soll also nicht nur gut klingen, sondern auch auf wissenschaftlich fundierten Erfahrungen und Fakten basieren, damit die Biodiversität endgültig effektiv gefördert wird.
  3. Unterstützung von Bäuerinnen und Bauern: Die Europäische Agrarpolitik muss reformiert werden und sich auf die Förderung von bäuerlichen, vielfältigen und nachhaltigen landwirtschaftlichen Strukturen fokussieren. Der Ökolandbau muss unbedingt ausgebaut sowie die Forschung zu pestizid- und gentechnikfreiem Anbau gefördert werden.

Handeln Sie jetzt! Unterschreiben Sie die Europäische Bürgerinitiative hier.

Für weitere Fragen zu der europäischen Bürgerinitiative können Sie sich dieses FAQ ansehen oder uns kontaktieren.


* Meng Landwirtschaft: natur&ëmwelt a.s.b.l., Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg a.s.b.l., Greenpeace Luxemburg, Action Solidarité Tiers Monde, SOS Faim Luxembourg, Mouvement Ecologique, Caritas Luxembourg, Aide à l’Enfance de l’Inde et du Népal, attac, CELL, Cercle de Coopération, Emweltberodung Lëtzbuerg, Eglise catholique à Luxembourg, etika, Fairtrade Lëtzebuerg, Frères des Hommes, Lëtzebuerger Landesverband fir Beienzucht, Ligue CTF, SEED und Slow Food Luxembourg