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Luxemburg, 24. April 2020 – Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben sich am gestrigen Donnerstag virtuell getroffen, um die gemeinsame Vorgehensweise der EU zur Covid-19-Krise und die weitere Beschaffung von Finanzmitteln zur Bewältigung der Folgen der Pandemie zu verhandeln. Sie einigten sich auf die Einrichtung eines Erholungsfonds für die EU-Staaten.

Frank Thinnes, Campaigner für Klima und Energie von Greenpeace Luxemburg kommentiert das Ergebnis der Verhandlungen: „Wir brauchen einen vollständigen Systemwechsel, um die vielfältigen Krisen zu bewältigen, die durch Viren, soziale Ungerechtigkeit, die Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt verursacht werden. Das Geld, das die EU jetzt beschafft, um die Corona-Krise zu bewältigen, muss gleichzeitig in die Bewältigung der anhaltenden Klima- und Biodiversitäts- Krisen investiert werden und die europäischen Volkswirtschaften gleichberechtigter, gerechter und widerstandsfähiger machen. Investitionen in öffentliche und umweltfreundlichere Verkehrsmittel, eine ökologische Landwirtschaft und erneuerbare Energiesysteme schaffen nachhaltige Arbeitsplätze und tragen zum Gesamtwohl für alle Generationen bei.“

Mit ihrem ersten Green Deal-Paket hat die Europäische Kommission die Voraussetzungen für eine ökologische Transition geschaffen. Vor zwei Wochen gaben siebzehn EU-Regierungen, darunter auch Luxemburg, eine öffentliche Erklärung ab, in der sie eine grüne Erholung als Reaktion auf die Covid-19-Krise und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Abschwung forderten.

Greenpeace protestierte gestern anlässlich des virtuellen EU-Gipfels mit einer Hologramm-Demonstration vor dem Gebäude des EU-Rates in Brüssel. Da die Schutzmaßnahmen von Covid-19 den öffentlichen Protest einschränken, sendete dieser virtuelle Marsch ein entscheidendes Signal an die europäischen Entscheidungsträger: „Rettet die Menschen, nicht die Konzerne! Systemrelevante Veränderungen sind notwendig: wir brauchen Investitionen in Menschen und zum Schutz des Planeten, nicht für Umweltverschmutzer .“ Der Hologramm-Marsch ist der Beitrag von Greenpeace zum globalen Klima-Streik bei, der am heutigen 24. April unter der Leitung von Fridays for Future stattfindet.

Die Maßnahmen der EU, um die Folgen der Covid-19-Pandemie zu bewältigen, muss sich darauf konzentrieren, Leben zu retten und dazu beizutragen, dass unsere Gesellschaften fairer, umweltfreundlicher und widerstandsfähiger gegenüber künftigen Krisen werden. Greenpeace hat gewarnt, dass zur nachhaltigen Bewältigung der aktuellen Krisen in punkto Gesundheit, des Klimas, der biologischen Vielfalt und der demokratischen Krisen ein umfassender sozialer und wirtschaftlicher New Green Dealerforderlich ist, der den Schutz von Menschen und Planeten ins Zentrum stellt.

Frank Thinnes erklärt: “Multinationale Unternehmen strecken bereits die Hände aus, um Gelder zu erhalten. Die öffentliche Unterstützung von Unternehmen darf jedoch nicht ohne Bedingungen und für alle kostenlos sein. Unternehmen dürfen keine Steuergelder erhalten, um Dividenden oder Boni für Geschäftsvorstände zu zahlen. Unternehmen, die Finanzmittel erhalten wollen, müssen glaubwürdige Pläne vorlegen, wie sie zur Dekarbonisierung der Wirtschaft im Einklang mit dem Pariser Abkommen beitragen werden.“

Greenpeace veröffentlichte kürzlich eine Petition, in der die Organisation fünf lebenswichtige Forderungen an die Luxemburger Regierung stellt und somit für eine Zukunft plädiert, in der Mensch und Umwelt an erster Stelle stehen.

Fotos und Videos der Aktion finden Sie hier.