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Kapstadt, Südafrika, 6. November 2019 – Jährlich landen schätzungsweise 640.000 Tonnen altes oder verloren gegangenes Fischereigerät in den Ozeanen, was einem Gewicht von etwa 50.000 Doppeldeckerbussen entspricht. Insgesamt macht dies rund zehn Prozent des Plastikmülls in unseren Weltmeeren aus. Greenpeace veröffentlicht heute den Bericht “Ghost gear, zurückgelassene Fischernetze suchen unsere Ozeane heim” und warnt davor, dass zahlreiche Meereslebewesen durch die Überreste der Fischereiindustrie bedroht und getötet werden. 

Der Bericht stammt von dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise, welches derzeit den Mount Verna, einen artenreichen Tiefseeberg im Atlantik, 1.000 km vor der Küste Südafrikas untersucht, wo die Überbleibsel der einst aktiven Fischereiindustrie noch immer zu finden sind.  

Thilo Maack, Expeditionsteilnehmer der Greenpeace Kampagne Protect the Oceans sagte während der Expedition am Mount Vema: “Diese Fischerei Ausrüstung tötet und verstümmelt noch lange nach seiner eigentlichen Verwendung Meereslebewesen und verschmutzt sogar abgelegene Ökosysteme wie den Mount Vema. Wir haben hier eine erstaunliche Unterwasserwelt voller Leben und Farben gesehen. Es ist äußerst bedauerlich, die Überreste der zerstörerischen Fischerei an einem so abgelegenen Ort wie diesem zu sehen. 

“Sogar die Tristan-Languste, eine sehr seltene Spezies am Mount Vema, die bereits zwei Mal vom Aussterben bedroht war, zeigt nun erste Anzeichen für eine Erholung seiner Gattung, da das Fischen hier am Meeresboden verboten wurde. Dies zeigt die erstaunliche Regenerationsfähigkeit der Ozeane. Um sich jedoch vollständig erholen und zukünftig richtig gedeihen zu können, müssen der Mount Vema und sein einzigartiges Ökosystem vollständig vor menschlichen Aktivitäten geschützt werden. Der derzeitige Schutz der Ökosysteme in internationalen Gewässern reicht eindeutig nicht aus.”

Der “Ghost Gear” Bericht zeigt, dass sechs Prozent aller eingesetzten Netze, neun Prozent aller Fallen und 29 Prozent aller Langleinen jährlich auf den Ozeanen verloren gehen und als Meeresmüll enden. Altes Fischereigerät tötet nicht nur Meereslebewesen, sondern beschädigt auch massiv den Unterwasser-Lebensraum durch mechanische Einflüsse wie Abrieb oder Abriss und Abdeckung. Besonders an Tiefseebergen findet sich altes Fischereigerät, da diese wegen ihres Artenreichtums besonders stark befischt werden.

Um die tödlichen Gefahren durch altes Fischereigerät in den Griff zu bekommen, fordert Greenpeace mit Blick auf die laufenden UN-Verhandlungen  ein globales Abkommen, mit dem 30 Prozent der Meere bis 2030 unter Schutz gestellt werden können, indem schädliche menschliche Aktivitäten einschließlich der Industriefischerei verboten werden.

Anmerkungen

Der gesamte “Ghost Gear” Bericht kann hier runtergeladen werden.

Fotos vom Tiefseeberg Vema finden Sie hier.

Bei weiteren Fragen bitte kontaktieren Sie: 

Julia Zanolli, Global Media Lead für die  Protect the Oceans Kampagne, Greenpeace UK: [email protected], +44 (0)7971 769107