Ushuaia, Argentinien, 11. Februar 2020Neuesten Studien zufolge hat sich der Bestand der Zügelpinguinkolonien in der Antarktis drastisch verringert. Wissenschafter stellten seit der letzten Untersuchung vor 50 Jahren einen Rückgang von rund 77% fest.

Unabhängige Forscher entdeckten auf einer Greenpeace-Expedition [1], dass der Bestand jeder einzelnen Kolonie, der auf der Elefanteninsel lebenden Pinguine, einem wichtigen Lebensraum nordöstlich der antarktischen Halbinsel, zurück gegangen ist. Alleine die Anzahl der Kehlstreifpinguine ist seit der letzten Erhebung im Jahr 1971 um fast 60% gesunken. Insgesamt wurden nur noch 52.786 Brutpaare gezählt, eine große Abweichung gegenüber der bisherigen Schätzung von 122.550 Paaren.

Dr. Heather J. Lynch, Assoziierte Professorin für Ökologie und Evolution an der Stony Brook Universität, eine der führenden Leiterinnen der Expedition, berichtet: „Ein derartig signifikanter Rückgang deutet darauf hin, dass sich das Ökosystem des Südlichen Ozeans in den letzten 50 Jahren grundlegend verändert hat und vor allem die Nahrungsmittelketten von Arten wie die der Zügelpinguine davon betroffen sind. Obwohl mehrere Faktoren eine Rolle spielen können, deuten alle uns vorliegenden fakten darauf hin, dass der Klimawandel für diese Veränderungen verantwortlich ist.“

Frida Bengtsson von der Greenpeace Protect the Oceans-Kampagne sagte: „Eine Welt ohne Pinguine, wäre ein trauriger Ort. Unsere Tierwelt kämpft ums Überleben und aus diesem Grund brauchen wir nicht nur in der Antarktis dringend Schutzgebiete [2], die frei von schädlichen menschlichen Aktivitäten sind, sondern auch in unseren Weltmeeren. Es ist unerlässlich, dass sich Regierungen in diesem Jahr auf einen weltweiten Vertrag zum Schutze der Ozeane einigen müssen, damit Meereslebewesen wie Pinguine die Möglichkeit haben sich zu erholen und sich an unser sich schnell veränderndes Klima anpassen können [3].”

Das Team von Wissenschaftlern der Stony Brook und der Northeastern Universität hat ebenfalls eine Reihe großer, aber relativ unbekannter Kehlstreifpinguin Kolonien auf Low Island mit manuellen und 3D-Drohnen-Vermessungsgeräten beobachtet. Dies ist das erste Mal, dass die Insel, auf der zirka 100.000 Brutpaare vermutet werden, ordnungsgemäß vom Land aus vermessen wurde. Ergebnisse werden folgen…

Anmerkungen

[1] Die Greenpeace Schiffe Esperanza und Arctic Sunrise befinden sich in der Antarktis zum Abschuss der Greenpeace Expedition vom Nordpol zum Südpol. Hier finden Sie eine Karte der Route „Von Pol zu Pol“.

[2] Im Rahmen der Greenpeace-Kampagne zur Verfassung eines globalen Hochseeschutzabkommens dokumentiert die Expedition Bedrohungen der Weltmeere. Diese dienen als Grundlage für ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meere umfassen soll.

[3] Greenpeace hat sich für drei Antarktis-Schutzgebiet-Vorschläge eingesetzt, die nach ihrer Ablehnung im Jahr 2019 auf der diesjährigen Sitzung der Antarktis-Ozean-Kommission (CCAMLR) im Oktober erneut erörtert werden sollen. Diese Schutzgebiete bieten Schutz für viele der untersuchten Kolonien.

Eine kleine Auswahl an Bildern und Videos der Studie finden Sie hier.

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