Luxemburg, 27. Juni 2026 – Greenpeace Luxemburg hat an diesem Samstag Billie [1], einen sechs Meter hohen und sechzehn Meter breiten aufblasbaren Riesenoktopus, auf der Place Clairefontaine im Herzen von Luxemburg-Stadt installiert. Mit dieser spektakulären Installation und einer Reihe von Aktivitäten für die breite Öffentlichkeit macht die Organisation auf die Dringlichkeit des verstärkten Schutzes der Ozeane aufmerksam – gerade in einer Zeit, in der die extreme Hitze der vergangenen Tage die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf die Meere deutlich vor Augen führt.
„Die Hitzewelle, die wir derzeit erleben, ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck der Klimakrise, mit der wir konfrontiert sind. Die Ozeane gehören zu unseren wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Erderhitzung, stehen jedoch selbst zunehmend unter Druck – durch die Erwärmung der Meere, die Verschmutzung und die Überfischung“, erklärt Altynaï Bidaubayle, Kampaignerin bei Greenpeace Luxemburg. „Die Ozeane zu schützen bedeutet auch, unser Klima zu schützen. Und unser Klima zu schützen bedeutet, die Ozeane, die dort lebenden Arten sowie die Millionen von Menschen zu schützen, die von ihnen abhängig sind.“
Denn die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent unseres Planeten, produzieren einen großen Teil des Sauerstoffs, den wir atmen, und beherbergen eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Sie nehmen nahezu 90 Prozent der überschüssigen Wärme auf, die durch unsere Treibhausgasemissionen verursacht wird, sowie einen erheblichen Teil des von uns ausgestoßenen CO₂. Doch diese regulierende Funktion gerät zunehmend an ihre Grenzen: Die Erwärmung der Meere führt zu marinen Hitzewellen, Korallenbleichen und dem Rückgang von Fischbeständen, von denen ganze Gemeinschaften abhängig sind. Diese Herausforderungen mögen weit entfernt erscheinen, betreffen aber auch Luxemburg: Obwohl das Land keinen Zugang zum Meer hat, ist es für seine Ernährungssicherheit, seine Wirtschaft und die Aufrechterhaltung eines stabilen Klimas – und damit für das Wohlergehen seiner Bürger*innen – auf gesunde Ozeane angewiesen.
Um diese Zusammenhänge begreifbar zu machen, hat Greenpeace an diesem Samstag die Bürger*innen Luxemburgs auf die Place Clairefontaine eingeladen. Während des gesamten Vormittags konnten Besucher*innen mit Vertreter*innen der Organisation ins Gespräch kommen, an interaktiven Aktivitäten für Kinder teilnehmen und erfahren, wie jede*r Einzelne selbst aktiv werden kann. Die Öffentlichkeit hatte außerdem die Gelegenheit, die erste Ausgabe von Planète Greenpeace zu entdecken – dem neuen dreisprachigen (französisch, deutsch, luxemburgisch) Quartalsmagazin für Kinder zwischen sechs und elf Jahren und ihre Familien. Die erste Ausgabe des Magazins ist dem Schutz der Ozeane gewidmet.
Diese Aktion findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Zukunft unserer Ozeane statt. Im Jahr 2025 unterstützte Luxemburg ein Moratorium für den Tiefseebergbau, ratifizierte das Hochseeschutzabkommen und trat der Koalition Ocean Pioneers bei. Nun müssen diesen Verpflichtungen konkrete Maßnahmen folgen: Die nächsten Verhandlungen der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) beginnen Mitte Juli, während die erste Vertragsstaatenkonferenz des Hochseeschutzabkommens, die für Januar 2027 vorgesehen ist, die Grundlage für die ersten Meeresschutzgebiete auf Hoher See schaffen soll.
„Das Großherzogtum verfügt über konkrete Handlungsmöglichkeiten. Wir fordern die Regierung auf, an den kommenden Verhandlungen der Internationalen Meeresbodenbehörde teilzunehmen und die Einrichtung großflächiger, vollständig geschützter Meeresschutzgebiete sowohl politisch als auch finanziell zu unterstützen. Solche Schutzgebiete sind unverzichtbar, um das internationale Ziel zu erreichen, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane zu schützen – ein Ziel, das angesichts neuer Hitzerekorde in jedem Sommer und der damit verbundenen Dringlichkeit des Handelns wichtiger ist denn je“, schließt Altynaï Bidaubayle.
Notizen:
[1] Fotos der Installation stehen hier zum Download bereit. © Sofia Ferreira Neto / Greenpeace


